Deutschlands Kader in England Diese 23 wollen Europameisterinnen werden

Klara Bühl, Lea Schüller, Svenja Huth: Mit einer Topoffensive greift die DFB-Auswahl in England an. Auch Führungskraft Almuth Schult ist dabei – als Nummer zwei. Deutschlands EM-Fahrerinnen im Kurzporträt.
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Merle Frohms
Tor
Lange versperrte Almuth Schult ihr den Weg ins deutsche Tor, jetzt ist Frohms bei der EM als Stammtorhüterin gesetzt. Frohms entwickelte sich spätestens bei Eintracht Frankfurt zur Topkeeperin, nach der EM geht es für sie eine weitere Stufe hinauf – die 27-Jährige wird zum Deutschen Meister nach Wolfsburg wechseln.
Rückennummer 1
geb. am 28. Januar 1995
Klub: VfL Wolfsburg
27 Länderspiele, kein Tor

Foto: IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Wunderl / IMAGO/Beautiful Sports
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Almuth Schult
Tor
Sie gilt als die Chefkritikerin des deutschen Fußballs der Frauen und ist gefragt als TV-Expertin. Schult wurde sechsmal deutsche Meisterin und gewann Olympiagold; auch sie hätte es verdient gehabt, bei der EM im Tor zu stehen. Doch während Schults Schwangerschaft erledigte Frohms ihren Job als Nummer eins so gut, dass Schult diesen nicht mehr zurückerobern konnte.
Rückennummer 12
geb. am 9. Februar 1991
Klub: Angel City FC
64 Länderspiele, kein Tor

Foto: IMAGO/Sportfoto Zink / Daniel Marr / IMAGO/Zink
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Ann-Katrin Berger
Tor
Sie ist neben Däbritz eine von nur zwei Spielerinnen im aktuellen Kader, die ihr Geld im Ausland verdienen, beim FC Chelsea in England. Berger ist der Beweis, dass Deutschland auch im Fußball der Frauen eine große Torwartnation ist. 2017 überstand Berger eine schwere Phase, als sie an Schilddrüsenkrebs erkrankte; kurze Zeit später kehrte sie in den Fußball zurück.
Rückennummer 21
geb. am 9. Oktober 1990
Klub: FC Chelsea
3 Länderspiele, kein Tor

Foto: IMAGO/Sportfoto Zink / Daniel Marr / IMAGO/Zink
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Giulia Gwinn
Abwehr
Bei der WM 2019 war sie eine der großen Entdeckungen, inzwischen ist Gwinn unumstrittene Stammspielerin auf der rechten Außenbahn – trotz einiger schwerer Verletzungen, unter anderem erlitt sie einen Kreuzbandriss. Gwinn dürfte auch das bekannteste Gesicht im deutschen Team sein, zumindest bei jüngeren Menschen, über 260.000 Fans hat sie auf Instagram.
Rückennummer 15
geb. am 2. Juli 1999
Klub: FC Bayern München
27 Länderspiele, 3 Tore

Foto: IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Wunderl / IMAGO/Beautiful Sports
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Marina Hegering
Abwehr
Sie gab bei der WM vor drei Jahren nicht immer eine gute Figur ab, doch bei der EM dürfte sie erneut gesetzt sein. Hegering gilt als Führungskraft, die Ruhe ausstrahlt. Trotzdem bleibt die Innenverteidigung die deutsche Problemzone. Im Sommer wechselt Hegering vom FC Bayern nach Wolfsburg.
Rückennummer 5
geb. am 17. April 1990
Klub: VfL Wolfsburg
20 Länderspiele, 3 Tore

Foto: IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Wunderl / IMAGO/Beautiful Sports
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Kathrin Hendrich
Abwehr
Hendrich dürfte neben Hegering bei der EM verteidigen, diese Rolle hat sie sich mit guten Leistungen beim VfL Wolfsburg erarbeitet. Gelernt hat Hendrich das Fußballspielen einst im Garten der Familie im belgischen Eupen, in der belgischen Stadt wurde sie als Tochter einer Belgierin und eines Deutschen geboren. Ausgebildet als Fußballerin wurde sie vor allem in Deutschland.
Rückennummer 3
geb. am 6. April 1992
Klub: VfL Wolfsburg
46 Länderspiele, 5 Tore

Foto: IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Wunderl / IMAGO/Beautiful Sports
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Felicitas Rauch
Abwehr
Sie dürfte die deutsche Abwehr auf der linken Seite komplettieren. Die ganz große Erfahrung bringt Rauch nicht mit, auch wenn sie beim VfL Wolfsburg in einem Topklub spielt. Bei der WM 2019 fehlte sie, auch steht die 26-Jährige erst bei 21 Länderspielen. Doch Rauch gilt als lernwillig, in Wolfsburg wird sie inzwischen als Führungskraft bezeichnet.
Rückennummer 17
geb. am 30. April 1996
Klub: VfL Wolfsburg
21 Länderspiele, 3 Tore

Foto: IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Wunderl / IMAGO/Beautiful Sports
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Sara Doorsoun
Abwehr
Doorsoun gehört der Fraktion der »Guten Laune« im DFB-Team an. Sie hat immer ein offenes Ohr, spricht direkt und humorvoll. Allein: Ihren einstigen Stammplatz ist die Tochter einer Türkin und eines Iraners los, auch ein Wechsel in der Winterpause nach Frankfurt, der ihr mehr Spielzeit auf Klubebene einbringen sollte, hat nicht geholfen.
Rückennummer 23
geb. am 17. November 1991
Klub: Eintracht Frankfurt
36 Länderspiele, 1 Tor

Foto: IMAGO/Sportfoto Zink / Daniel Marr / IMAGO/Zink
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Sophia Kleinherne
Abwehr
Bei der EM muss die Abwehrchefin von Eintracht Frankfurt mit der Rolle der Ersatzspielerin klarkommen. Aber: Kleinherne ist 22, ihre Zeit im DFB-Team wird noch kommen.
Rückennummer 2
geb. am 12. April 2000
Klub: Eintracht Frankfurt
16 Länderspiele, kein Tor

Foto: IMAGO/Sportfoto Zink / Daniel Marr / IMAGO/Zink
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Lena Oberdorf
Abwehr/Mittelfeld
Oberdorf ist eines der größten Talente im deutschen Fußball. 2019 musste »Obi« während der WM noch Prüfungen für ihr Abitur schreiben, inzwischen kann sie sich voll auf den Fußball konzentrieren. Die EM ist ein guter Zeitpunkt, um die Fußballwelt von ihrer Dominanz auf dem Platz zu beeindrucken.
Rückennummer 6
geb. am 19. Dezember 2001
Klub: VfL Wolfsburg
27 Länderspiele, 3 Tore

Foto: IMAGO/Sportfoto Zink / Daniel Marr / IMAGO/Zink
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Sara Däbritz
Mittelfeld
Mit Dzsenifer Marozsán fehlt Deutschland der große Superstar verletzungsbedingt, umso mehr ruhen die Hoffnungen auf Däbritz, die als Regisseurin das Mittelfeld lenken soll und eine überragende Technik besitzt. In Paris ist sie zu einem Superstar gereift, im Trainingslager wirkte sie zuversichtlich. Sie glaubt, es könne sogar mit dem Titel klappen. Zur neuen Saison wechselt sie zum aktuellen Champions-League-Sieger Olympique Lyon.
Rückennummer 13
geb. am 15. Februar 1995
Klub: Olympique Lyon
86 Länderspiele, 17 Tore

Foto: Alexander Hassenstein / Getty Images
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Lina Magull
Mittelfeld
Sie macht sich viele Gedanken, wie man den Fußball der Frauen weiter voranbringen kann; kein Wunder, Magull hat nebenberuflich in einer Werbeagentur gearbeitet und ist mit Strategien vertraut. Die Kreativität der PR-Frau sieht man auch auf dem Platz, die Bayern-Spielerin – die seit ihrer Kindheit als geborene Dortmunderin auch FC-Bayern-Fan ist – ist eine Trickserin, die alles am Ball kann. Magull gilt als der Spaßvogel im Team.
Rückennummer 20
geb. am 15. August 1994
Klub: FC Bayern München
60 Länderspiele, 19 Tore

Foto: IMAGO/Peter Hartenfelser / IMAGO/Hartenfelser
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Lena Lattwein
Mittelfeld
Laut Oberdorf ist Lattwein das »Brain« im Team, sie wisse so viel, dass sie ohne Joker bei »Wer wird Millionär?« die Million gewinnen würde. Beheimatet auf dem Platz ist Lattwein im zentralen Mittelfeld, wo die Konkurrenz im DFB-Team groß ist. Ihr Trumpf: Sie ist vielseitig, zweikampfstark und kann zur Not auch in der Abwehr aushelfen. Bei Wolfsburg ist die 22-jährige Stammspielerin, und zum Ende der Saison zeigte sie sich mit fünf Treffern in fünf Bundesligaspielen in beeindruckender Form. Lattwein ist normalerweise keine Kandidatin für einen Startplatz, rechnen sollte man mit ihr allerdings.
Rückennummer 4
geb. am 2. Mai 2000
Klub: VfL Wolfsburg
17 Länderspiele, 0 Tore

Foto: Sebastian Gollnow / dpa
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Alexandra Popp
Mittelfeld/Angriff
2013 und 2017 verpasste sie die EM wegen einer Verletzung, nun infizierte sie sich während des Trainingslagers mit Corona. Es ist nicht klar, wie viel Spielzeit die erfahrene Popp bekommen wird. Immerhin: Spielen kann sie eigentlich auf jeder Position – vor der Abwehr als Abrissbirne, im Angriff als Kopfballungeheuer. Bundestrainerin Voss-Tecklenburg wird wahrscheinlich auf Popp setzen, irgendwo und irgendwie.
Rückennummer 11
geb. am 6. April 1991
Klub: VfL Wolfsburg
114 Länderspiele, 53 Tore

Foto: IMAGO/Oliver Zimmermann / IMAGO/foto2press
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Nicole Anyomi
Mittelfeld/Angriff
Ihre Eltern stammen aus Ghana und Togo, sie wurde in Krefeld geboren und ist heute die einzige schwarze Spielerin im DFB-Team. Sportlich begeistert Anyomi mit ihrer Technik, Geschwindigkeit und schnellen Dribblings. Sie setzt auch gesellschaftlich Zeichen. Wenige Tage nach der Tötung des Afroamerikaners George Floyd durch einen Polizisten in den USA jubelte sie im Juni 2020 nach ihrem Tor im Pokalviertelfinale gegen Potsdam nicht – sie ging auf die Knie und zeigte als erste Spielerin in der Bundesliga die Geste gegen Rassismus.
Rückennummer 14
geb. am 10. Februar 2000
Klub: Eintracht Frankfurt
8 Länderspiele, kein Tor

Foto: IMAGO/Sportfoto Zink / Daniel Marr / IMAGO/Zink
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Jule Brand
Mittelfeld/Angriff
Wenn die SPIEGEL-Redaktion einen Tipp abgeben sollte, wer die Sensation im deutschen Team wird – Jule Brand wäre unsere Kandidatin. Brand ist trickreich, mit ihren großen Schritten auch zügig unterwegs, torgefährlich, sie bringt alles mit, um die Gegnerinnen vor schwere Aufgaben zu stellen. Und: Brand ist erst 19 Jahre jung.
Rückennummer 22
geb. am 16. Februar 2002
Klub: VfL Wolfsburg
16 Länderspiele, 5 Tore

Foto: IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Wunderl / IMAGO/Beautiful Sports
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Linda Dallmann
Mittelfeld/Angriff
Das Fitnessstudio gilt als ihr zweites Wohnzimmer, sie ist das Kraftpaket im deutschen Team. Das Durchsetzungsvermögen musste sie sich von klein auf antrainieren, immerhin hat sie sechs Geschwister. Auf dem Platz ist Dallmann eine feine Technikerin, die schnell nach vorn will. Bei der EM dürfte man sie vor allem in der Rolle als Joker sehen.
Rückennummer 16
geb. am 2. September 1994
Klub: FC Bayern München
45 Länderspiele, 12 Tore

Foto: IMAGO/Sportfoto Zink / Daniel Marr / IMAGO/Zink
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Sydney Lohmann
Mittelfeld/Angriff
Sie ist als Einwechselspielerin eingeplant, die für den berühmten frischen Wind sorgen kann. Lohmann hat nicht nur die Offensive im Blick, sondern hilft auch mit in der Abwehr. Das Prädikant »mannschaftsdienlich« hat sie sich damit verdient – und solche Typen braucht man bei einem Turnier.
Rückennummer 8
geb. am 19. Juni 2000
Klub: FC Bayern München
12 Länderspiele, 2 Tore

Foto: IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Wunderl / IMAGO/Beautiful Sports
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Klara Bühl
Mittelfeld/Angriff
»Verrückt« und »verpeilt«: So hat sich Bühl einmal selbst beschrieben. Auf dem Platz ist sie ziemlich geradlinig unterwegs – für sie geht es immer nach vorn. Bühl ist eines der größten Talente im deutschen Fußball und gewann 2019 die Fritz-Walter-Medaille als beste Nachwuchsspielerin in Gold. Bei der EM wird sie gesetzt sein.
Rückennummer 19
geb. am 7. Dezember 2000
Klub: FC Bayern München
24 Länderspiele, 12 Tore

Foto: Alexander Hassenstein / Getty Images
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Svenja Huth
Mittelfeld/Angriff
Huth ist in der Form ihres Lebens, und das soll etwas heißen. Die 31-Jährige hat in ihrer Karriere bereits jeden wichtigen Vereinstitel mit dem VfL Wolfsburg gewinnen können, auch Europameisterin und Olympiasiegerin wurde die Außenstürmerin. In England ist Huth neben Däbritz und Popp eine von drei Kapitäninnen, im Auftaktspiel gegen Dänemark soll sie das Team anführen.
Rückennummer 9
geb. am 25. Januar 1991
Klub: VfL Wolfsburg
66 Länderspiele, 13 Tore

Foto: IMAGO/Sportfoto Zink / Daniel Marr / IMAGO/Zink
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Laura Freigang
Angriff
Freigang ist eine der Topstürmerinnen der Bundesliga, auf besonders viel Einsatzzeit bei der EM darf die Frankfurt-Angreiferin aber nicht hoffen. Zu stark ist die Konkurrenz, und damit wird deutlich, dass die Stärke im deutschen Team im Angriff zu finden ist. Auch wenn sie nicht viele Minuten bekommen sollte, wird Freigang mit ihrer positiven Haltung trotzdem alle motivieren. Sie ist stets gut gelaunt, selbstbewusst und setzt sich gegen Homophobie ein.
Rückennummer 10
geb. am 01.02.1998
Klub: Eintracht Frankfurt
13 Länderspiele, 9 Tore

Foto: IMAGO/Sportfoto Zink / Daniel Marr / IMAGO/Zink
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Lea Schüller
Angriff
33 Treffer in 42 Pflichtspielen erzielte Schüller in der vergangenen Saison – sie fährt als Deutschlands Topangreiferin zur EM. Vor drei Jahren bei der WM fremdelte die Bayern-Spielerin noch mit ihrer Rolle im Sturmzentrum, man sah dort ihr großes Talent aufblitzen, aber auch, dass sie sich noch körperlich entwickeln muss. Das hat Schüller inzwischen längst getan.
Rückennummer 7
geb. am 12. November 1997
Klub: FC Bayern München
39 Länderspiele, 25 Tore

Foto: IMAGO/Sportfoto Zink / Daniel Marr / IMAGO/Zink
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Tabea Waßmuth
Angriff
Sie hat ein ähnliches Problem wie Freigang, nämlich mit Schüller eine Topstürmerin im DFB-Team vor sich. Wenn sie zum Einsatz kommt, darf man sich auf Tempo und harte Schüsse freuen. 42 Bundesligatore sind ihr in bisher 117 Einsätzen gelungen.
Rückennummer 18
geb. am 25. August 1996
Klub: VfL Wolfsburg
15 Länderspiele, 5 Tore

Foto: IMAGO/Sportfoto Zink / Daniel Marr / IMAGO/Zink
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Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg
hat in der Offensive enorm viel Auswahl, die Defensive bereitet im Vorfeld der Fußball-EM der Frauen 2022 in England allerdings Sorgen. Die DFB-Frauen treten in der Gruppenphase gegen Dänemark, Spanien und Finnland an. Voss-Tecklenburg, 54, steht bei ihrem zweiten großen Turnier unter Beobachtung. Bei der WM 2019 schied sie mit ihrem Team im Viertelfinale aus – und verpasste damit die Olympischen Sommerspiele in Tokio. Nun muss sie eine Verbesserung zeigen.

Foto: Hendrik Schmidt / dpa
jan/mfu
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