Deutschlands WM-Schreck Letschkow führt Regie im Rathaus

Bei der WM 1994 bescherte er mit seinem Kopfballtor der deutschen Nationalmannschaft das vorzeitige Aus. In der Bundesliga zog Jordan Letschkow lange Jahre beim Hamburger SV die Fäden im Mittelfeld. Nun ist der Bulgare in seiner Heimatstadt Sliwen zum Bürgermeister gewählt worden.


Bulgariens WM-Held Jordan Letschkow: Triumph an der Wahlurne
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Bulgariens WM-Held Jordan Letschkow: Triumph an der Wahlurne

Sliwen - Auf den ehemaligen Bundesligaspieler des Hamburger SV entfielen am Sonntag bei der Stichwahl zum Bürgermeisteramt 51,13 Prozent der Stimmen. Damit entthronte der 36-Jährige den bisherigen Stadtchef Ivan Slawow, der auf 48,87 Prozent kam.

Die Stichwahl hatte Letschkow eine Woche zuvor erzwungen. Im ersten Wahlgang hatten ihm 21 Prozent der Wähler das Vertrauen geschenkt. Slawow, Letschkows sozialistischer Konkurrent, hatte 30 Prozent erreicht. In Sliwen, südlich des Planina-Gebirges gelegen, leben 110.000 Menschen. Die Gegend ist bekannt für ihre klare Luft, milde Winter, sauberes Wasser und kühle Sommer.

Letschkow ist seit der WM 1994, als er im Viertelfinale gegen Deutschland das 2:1-Siegtor für die Bulgaren erzielte, in seiner Heimat ein Volksheld. Durch den Einzug ins WM-Halbfinale hatten die bulgarischen Fußballer den größten Erfolg ihrer Verbandsgeschichte gefeiert.

In Sliwen ist Letschkow inzwischen Inhaber eines Hotels und Vorsitzender des ortsansässigen Fußball-Zweitligisten. Der Mittelfeldspieler mit dem mönchsartigen Haarstil bestritt zwischen 1992 und 1996 101 Bundesligaspiele für den Hamburger SV und erzielte dabei elf Tore.



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