DFB Beckenbauer macht sich für Vogts stark

Seit Wochen schwelt beim Deutschen Fußball-Bund ein Streit um eine mögliche Verpflichtung von Berti Vogts für den Posten des Technischen Direktors. Die Fronten sind verhärtet. Jetzt hat Vogts in WM-Organisator Franz Beckenbauer einen gewichtigen Fürsprecher. Vogts sei für die Stelle "prädestiniert", sagte Beckenbauer.


 WM-Organisator Beckenbauer: Plädoyer für Vogts
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WM-Organisator Beckenbauer: Plädoyer für Vogts

Bonn - Er könne sich keinen Besseren als Vogts auf diesem Posten vorstellen, sagte Beckenbauer am Freitag vor Journalisten in Bonn. Vogts habe das notwendige Durchsetzungsvermögen für die Stelle, die neu eingerichtet werden soll. Zudem kenne der Ex-Nationaltrainer Vogts die Philosophie seines Nachfolgers Jürgen Klinsmann, der ihn in dieser Position haben wolle. "Er ist dafür prädestiniert", sagte Beckenbauer.

Die Personalie sorgt seit Wochen für Unruhe im Deutschen Fußball-Bund (DFB). Während Bundestrainer Jürgen Klinsmann und Manager Oliver Bierhoff für Vogts plädieren, spricht sich Nachwuchskoordinator Michael Skibbe gegen dessen Verpflichtung aus. DFB-Chef Gerhard Mayer-Vorfelder forderte die Beteiligten auf, "Ruhe zu geben und die öffentliche Diskussion einzustellen".

Beckenbauer äußerte sich auch zu den Vorbereitungen für die Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr. Mit Blick auf die jüngsten Ausschreitungen bei den Spielen in Slowenien und Italien betonte er, dass es so etwas "in Deutschland nicht geben" werde. Es würden die notwendigen Vorkehrungen getroffen, dass es "nicht zu solchen Ausschreitungen bei uns kommt". Fußball-Chaoten seien in Deutschland "unter Kontrolle".

Deutschland wird nach Ansicht Beckenbauers in den nächsten 50 Jahren "sicher keine Fußball-WM mehr erleben". Dem Teamchef der Nationalmannschaft, Jürgen Klinsmann, wünschte Beckenbauer "Geduld, um alles zu bewältigen". Klinsmann sei "sehr fleißig, aber manchmal etwas ungeduldig".

Einen Tag nach dem Uefa-Kongress im estnischen Tallinn betonte Beckenbauer auch in Bonn, er wolle Präsident des europäischen Verbandes werden. Er werde aber nicht gegen den jetzigen Präsidenten Lennart Johansson antreten. Für ihn hatte der Kongress die Amtszeit bis 2007 verlängert. Über eine weitere Kandidatur will Johansson erst 2006 entscheiden. Damit kann Beckenbauer die Weltmeisterschaft organisieren und sich gegebenenfalls danach um die Uefa-Präsidentschaft bewerben.



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