Regionalliga Südwest DFB beendet Testspielprojekt mit chinesischer U20

Keine weiteren Testspiele gegen Chinas U20: Der DFB und der chinesische Verband haben das umstrittene Projekt in der Regionalliga Südwest vorzeitig beendet. Es ist die Reaktion auf die Tibet-Proteste im ersten Spiel.

Tibet-Protest in Mainz
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Tibet-Protest in Mainz


Die Freundschaftsspiele der chinesischen U20-Nationalmannschaft in der Regionalliga Südwest werden nach den Differenzen bei der Premiere Mitte November wieder beendet. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit.

Bereits am 24. November 2017 war das Projekt, an dem die Klubs der Regionalliga auf freiwilliger Basis teilnehmen sollten, bis zur Winterpause ausgesetzt worden. Nach Gesprächen zwischen dem deutschen Verband und dem chinesischen Fußballverband (CFA) habe man sich nun darauf verständigt, die Freundschaftsspielserie nicht fortzusetzen.

Während des ersten Testspiels beim TSV Schott Mainz hatten die chinesischen Nachwuchsspieler nach dem Entrollen von Tibet-Fahnen durch einige Zuschauer den Platz verlassen (einen Beitrag zu den Vorkommnissen finden Sie hier). Das Spiel stand kurz vor dem Abbruch. Nach diplomatischen Verstimmungen wurde die folgende Partie gegen den FSV Frankfurt abgesagt.

Die Gastspielreise im Rahmen einer Kooperation zwischen dem DFB und China war von Anfang an umstritten, nicht nur aus politischen Gründen. Der chinesische Nachwuchs wollte die Begegnungen zur Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2020 nutzen.

Einige Regionalligisten sprachen sich gegen das Projekt aus, insgesamt 16 Klubs stimmten aber Testspielen an spielfreien Wochenenden zu. Für die Zusage sollten sie im Gegenzug jeweils 15.000 Euro vom DFB erhalten. Waldhof Mannheim, die Stuttgarter Kickers und TuS Koblenz verzichteten auf Partien gegen die Chinesen.

jan/dpa



insgesamt 36 Beiträge
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frummler 22.12.2017
1. warum hat das so lange gedauert?
ich hätte den chinesen direkt nach dem spiel schon gesagt etweder ihr akzeptiert das hier meinungsfreiheit und menschenrechte gelten und spielt trotz der fahnen normal weiter fussball oder packt halt euere sachen und reisst ab!
Europa! 22.12.2017
2. Bedauerlich
Die Freundschaftsspiele zwischen der chinesischen U-20 und deutschen Vereinen hätten sehr dazu beitragen können, die deutsch-chinesischen Beziehungen noch persönlicher und enger zu machen. Es ist bedauerlich, wenn solche Begegnungen durch eine Minderheit von politisch-religiösen Fanatikern gestört und verhindert werden.
charlybird 22.12.2017
3. Zwar bin ich nicht unbedingt ein Verfechter
einer revisionistischen Politik, die so etwas wie den alten Status Quo Tibets wiederherstellt, aber die Chinesen reissen mit ihrer drastischen Ignoranz mehr Brücken ein, als sie mit einer offenen Umgehensweise dieses Problems aufbauen würden. Sollten sie nebenbei mit Fußball in den nächsten Jahren auch ins größere globale Rampenlicht rücken, dürfen sie sich schon mal auf jede Menge Protest einstellen. Und wenn sie dann jedes mal die Absicht haben bei einer gegen sie gerichteten Demo den Platz zu verlassen, brauchen sie bspw. bei einem Turnier im Westen immer nur einen Satz Trikots mitnehmen.
hitcher 22.12.2017
4. pacta sunt servanda
okay... der DFB zieht die Reißleine... aber was ist mit den 15.000 EUR für die Vereine?
dreiimweckla 22.12.2017
5.
Mußte eigentlich jedem klar sein, der ein bisschen Ahnung von der politischen Lage in China und der repressiven Vorgehensweise speziell in der Tibetfrage hat! War vorhersehbar, dass es so kommen würde, hätte es der ganzen Aufregung im Vorfeld eigentlich gar nicht bedurft. Wenn sie immer noch so eklatante Probleme mit freier Meinungsäußerung haben sollten die Chinesen stattdessen Kooperationsverträge mit den Sportfreunden in Russland oder im Mittleren Osten abschließen! Ob sie dort das Kicken lernen steht auf einem anderen Blatt, aber man ist wenigstens unter Gesinnungsgenossen! Für den DFB auf jeden Fall peinlich bis ziemlich blamabel ...
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