DFB-Boss Zwanziger "Ballack muss sich bei Löw entschuldigen"

Theo Zwanziger kritisiert den "Capitano": Nach dem Streit um Michael Ballacks Karriereende in der Nationalelf hat der DFB-Boss den ehemaligen Nationalspieler aufgefordert, auf Bundestrainer Joachim Löw zuzugehen.

DFB-Boss Zwanziger: Rückendeckung für Löw
dapd

DFB-Boss Zwanziger: Rückendeckung für Löw


Hamburg - Neuer Gegenwind für den ehemaligen Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack: Im Streit um sein Ausin der Nationalelf kritisierte auch DFB-Boss Theo Zwanziger die Wortwahl des 34-Jährigen.

"Er hat sich in dieser unschönen Diskussion eindeutig in der Wortwahl vergriffen", sagte Zwanziger in einem Interview mit dem "Focus". "Er muss sich, wie das echte Männer machen, bei Joachim Löw entschuldigen." Die Sache liege jetzt ausschließlich in den Händen von Ballack.

Einen würdigen Abschied des 98-maligen Nationalspielers kann sich Zwanziger weiter vorstellen. "Nachtragend sind wir nicht, die Tür für Michael Ballack bleibt beim DFB immer offen", sagte er. Bei einer Entschuldigung sei der Bundestrainer seiner Ansicht nach bereit, "Michael Ballack den Abschied zu ermöglichen, der dieser großen Sportlerpersönlichkeit gebührt", sagte der 66-Jährige. Zuvor hatte bereits Generalsekretär Wolfgang Niersbach Ballack kritisiert.

Ballack hatte Bundestrainer Löw unter anderem Scheinheiligkeit vorgeworfen. "Form und Inhalt der Mitteilung sind leider bezeichnend dafür, wie sich der Bundestrainer mir gegenüber seit meiner schweren Verletzung im Sommer letzten Jahres verhalten hat", hatte Ballack nach der veröffentlichten Entscheidung des Nationaltrainers gesagt.

"Wenn jetzt so getan wird, als sei man mit mir und meiner Rolle jederzeit offen und ehrlich umgegangen, ist das an Scheinheiligkeit nicht mehr zu überbieten", hieß es in einer schriftlichen Erklärung Ballacks. Auf das Abschiedsspiel gegen Brasilien, das ihm seitens des DFB angeboten war, hatte der 34-Jährige verzichtet.

Zwanziger zeigte sich von Ballacks Entscheidung enttäuscht: "Ich halte das für ein tolles Angebot und bin ein bisschen traurig, dass das Umfeld von Michael Ballack ihn da anders beraten hat." Gerade der Klassiker gegen Brasilien sei eine tolle Chance für Ballack, sich von der Mannschaft und seinen Fans zu verabschieden.

ska/klu/dpa

insgesamt 37 Beiträge
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Pollowitzer 03.07.2011
1. Ich bin kein Ballack-Fan
Die DFB-Horde rund um Jogi ist einfach peinlich - ich glaube immer noch das es eher Sabotage ist als guter Dienst am Nationalteam - Ballack ist unwürdig und feige abserviert worden ...unsportliches DFB-Volk - Daumen runter!
seduro34 03.07.2011
2. Diva
Na ja, wenn zwei Diven aufeinandertreffen, kommte sowas bei heraus. Löw, der - wie man es von einem richtigen Mann erwarten würde - Ballack einfach nicht sagen kann, das seine Zeit vorbei ist. Und auf der anderen Seite Ballack, der die Zeichen der Zeit hätte erkennen müssen. Und nun zickt Ballack herum - und Löw genauso. Und Herr Niersbach ist einfach nur peinlich. Genauso wie der Pressesprecher des DFB. Wie kann man nur so einen wenig verbindlichen, rhetorisch ungeschickten Mann zum Pressesprecher machen? Aber abgesehen von alledem hätte Ballack einen würdigeren Abschied verdient.
Currywurst 03.07.2011
3. .
Da ist endlich Ruhe zum Thema "Ballack-Löw" im Blätterwald eingekehrt, und wer muss es dann wieder - noch dazu während der Frauen-WM - aufwärmen: Zwanziger. Ebenso wie Löw die Unfähigkeit in Person. Der DFB hat die Repräsentanten, die er verdient. Die Fifa hat es vorgemacht.
ginseng2011 03.07.2011
4. Paradoxon
Für mich ist das jetzt der Gipfel der Scheinheiligkeit seitens der Löw Clique.Zwanziger braucht Schlagzeilen und glaubt sich als Schlichter.Wen sich einer entschuldigen sollte ,dann wohl der Bundestrainer,der Ballack schon lange gedanklich abgesetzt ,ihm aber immer wieder Hoffnung gemacht hatte. In seiner süffisanten Art hat sich Löw schon öfter im Ton vergriffen.Nur keiner traut sich an den Schalträger ran. Ein Armutszeugniss der DFB-Führung.
bambus07 03.07.2011
5. Das Beispiel Löw
zeigt mir, dass zwischen Lebensstandard und Lebensstil doch gewisse Unterschiede bestehen, das dürfte sich nicht nur im "Fall Ballack" wieder einmal bestätigen. Wenn eine Persönlichkeit anderen Formats als das des Herrn Dr. Zwanziger als Präsident demDFB vorstände, wäre mir nur sehr schwer ein Nationaltrainier wie Löw vorstellbar.
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