Regionalliga DFB-Bundesgericht bestätigt Punktabzug gegen Waldhof Mannheim

Der Punktabzug nach Fan-Ausschreitungen im Relegationsspiel gegen Uerdingen bleibt für Waldhof bestehen. Das DFB-Bundesgericht sprach von einem "exorbitanten Ausmaß" der Vorfälle. Der Verein prüft weitere Schritte.
Mannheims Michael Schultz (27. Mai 2018)

Mannheims Michael Schultz (27. Mai 2018)

Foto: Simon Hofmann/ Bongarts/Getty Images

Fußball-Regionalligist Waldhof Mannheim ist mit seiner Berufung gegen den Punktabzug infolge der Ausschreitungen im Relegationsspiel um den Aufstieg in die 3. Liga gescheitert. Das DFB-Bundesgericht hat in einer mündlichen Berufungsverhandlung die drei Punkte Abzug für die laufende Saison bestätigt, reduzierte aber die Höhe der Geldstrafe.

Statt 40.000 Euro müssen die Mannheimer nur noch 25.000 Euro bezahlen, davon können 7.000 Euro in Maßnahmen zur Sicherheit und Gewaltprävention investiert werden. Das teilte der DFB mit. 

"Das Ausmaß der Vorfälle während der Aufstiegsspiele zur 3. Liga gegen Uerdingen war so exorbitant, dass in der Ahndung neue Wege beschritten werden müssen", begründete der Vorsitzende des DFB-Bundesgerichts, Achim Späth, demnach den Punktabzug. "Andererseits sind die von der neuen Mannheimer Vereinsführung eingeleiteten Maßnahmen zielführend und positiv zu sehen. Deshalb und auch wegen der zwischenzeitlichen Täterermittlung wurde die Strafe reduziert."

Verein denkt über weitere Schritte nach

Waldhof erwägt nach Angaben seines Geschäftsführers Markus Kompp weitere juristische Schritte. Man werde zunächst das schriftliche Urteil abwarten. "Wir müssten jetzt prüfen, ob wir vor das ständige Schiedsgericht gehen müssen oder vor das Landgericht Frankfurt können", sagte Kompp.

Ansatz dafür ist ein Formfehler, auf den das Gericht in der mündlichen Verhandlung nach Angaben von Kompp nicht eingegangen sei. Demnach bekamen die Mannheimer einen nicht vom Kontrollausschuss unterschriebenen ersten Antrag über neun Punkte Abzug zugestellt. Verurteilt wurde der Klub dann zu drei Punkten Abzug, der Geldstrafe von 40.000 Euro und mehreren Auflagen.

Im Playoff-Rückspiel um den Aufstieg in die 3. Liga am 27. Mai hatten Mannheimer Anhänger Rauchbomben und Böller auf das Spielfeld geworfen. Schiedsrichter Patrick Ittrich hatte die Partie daraufhin in der 82. Minute beim Stand von 2:1 für Uerdingen unter- und sie schließlich nach weiteren Ausschreitungen abgebrochen. Das Spiel wurde vom Sportgericht 2:0 für die Gäste gewertet. Mannheim verpasste damit zum dritten Mal in Folge den Aufstieg.

ngo/dpa
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