Bewerbung um EM 2024 DFB-Chef Grindel kritisiert Versprechen der Türkei

Der Tonfall wird rauer zwischen den Bewerbern Deutschland und Türkei um das EM-Turnier 2024. DFB-Präsident Reinhard Grindel kritisiert die Zugeständnisse der türkischen Seite. Uefa-Boss Ceferin hält sich bedeckt.
DFB-Präsident Reinhard GRindel

DFB-Präsident Reinhard GRindel

Foto: ANDREAS GEBERT/ REUTERS

Kurz vor der Vergabe der Fußball-EM 2024 hat DFB-Präsident Reinhard Grindel den Ton gegenüber dem einzigen Konkurrenten verschärft. "Wir haben natürlich darauf aufmerksam gemacht, dass unsere Mitbewerber aus der Türkei so ziemlich alles garantieren, was nicht niet- und nagelfest ist. Die Kollegen aus der UEFA-Exekutive wissen aber ganz genau, was wir Deutsche leisten können. Insbesondere, wenn wir sagen, das kostet einen Euro und dafür bekommt ihr einen Euro, dass das auch noch 2024 gilt", sagte Grindel in der ZDF-"Sportreportage".

Das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union kürt den übernächsten EM-Ausrichter am Donnerstag in Nyon. Der DFB setzt im Wettstreit mit der Türkei auch auf die Themen Menschenrechte und wirtschaftliche Verlässlichkeit. "Mit uns Deutschen hat man bei der UEFA gute Erfahrungen gemacht. Wir haben Champions-League-Finals durchgeführt, wo man erkennen konnte, dass das, was wir vorher zugesagt haben, auch eingehalten wurde", sagte Grindel.

Uefa-Präsident Aleksander Ceferin, der am Donnerstag stimmberechtigt ist und bei einem Patt den Ausschlag geben würde, äußerte sich wie zuletzt verklausuliert zur Lage in der Türkei. "Ich rede nicht gerne über politische Situationen oder Dinge, nur wenn es absolut notwendig ist. Das einzige, was ich dazu sage ist, dass wir das natürlich im Auge haben und die Bewerbung ganz genau überprüfen. Das Exekutivkomitee wird die Wahl treffen. Ich vertraue meinen Kollegen, sie werden korrekt und transparent entscheiden", sagte der Slowene. Gewinnmaximierung sei für die Uefa wichtig.

In ihrem am Freitag veröffentlichten Evaluationsbericht hatte die Uefa die deutsche Bewerbung insgesamt besser bewertet und besonders die Menschenrechtslage in der Türkei als Manko benannt.

aha/dpa
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