DFB-Einzelkritik Lehmann souverän, Ballack ganz schwach

Die Schweiz klar besiegt, doch die deutschen Nationalspieler lieferten teilweise äußerst durchschnittliche Leistungen ab. Kapitän Ballack gelang fast nichts, Doppeltorschütze Gomez wachte erst nach der Pause auf. Einzig Per Mertesacker und Keeper Lehmann wussten durchgehend zu gefallen.


Jens Lehmann (FC Arsenal)
"Lehmann, du bist nervös", skandierten die Schweizer Fans – reines Wunschdenken. Lehmann hielt, was zu halten war und hinterließ bei hohen Bällen einen sicheren und souveränen Eindruck.

Philipp Lahm (FC Bayern München, bis 87. Minute)
Ließ über die rechte Abwehrseite wenig zu, offensiv aber steigerungsfähig - sieht man von dem schönen Alleingang kurz nach Wiederanpfiff ab.

Heiko Westermann (FC Schalke 04)
Erhielt überraschend den Vorzug vor Arne Friedrich, auf der ungewohnten Innenverteidigerposition löste er seine Aufgabe mehr als ordentlich.

Per Mertesacker (Werder Bremen)
Gut gegen den Mann, noch besser als Abwehrorganisator. Wer diesen Spieler ausgebildet hat, versteht sein Handwerk.

Marcell Jansen (FC Bayern München, bis 79. Minute),
Traute sich viel, aber nicht zu viel zu und brachte sich offensiv immer wieder gut ein. Defensiv dafür mit mehr Schatten als Licht. Insgesamt gut.

Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart)
Auf dem katastrophalen Untergrund tat er, was er kann. Und das ist mehr als mancher denkt. Er schießt mit rechts, er schießt mit links, wenn's sein muss, auch kurz hintereinander.

Michael Ballack (FC Chelsea)
Anfangs schlampig, dann ein wenig übermotiviert. Ihm gelang nicht viel. Selbst wenn man den Rasen als mildernden Umstand wertet, ein ganz schwaches Spiel des Kapitäns.

Bastian Schweinsteiger (FC Bayern München)
Hatte gleich zu Beginn zwei Chancen, dann mit intelligentem öffnenden Pass, der zum 0:1 durch Klose führte. Defensiv mit großen Schwächen. Wenn ein Spiel nur 60 Minuten dauern würde, käme das seiner Kondition sicher entgegen.

Clemens Fritz (Werder Bremen, bis 72. Minute)
Erhielt überraschend den Vorzug vor Bernd Schneider. Wirkte zu Beginn, als hätte er das selbst nicht so richtig mitbekommen. Dann deutlich verbessert. Unterm Strich eine passable Leistung mit zwei, drei richtig guten Szenen.

Mario Gomez (VfB Stuttgart, bis 75. Minute)
Bereitete das Führungstor durch Klose vor und steuerte den zweiten und dritten Treffer selbst bei. Da sollte man den Mantel des Schweigens über eine schwache erste Halbzeit legen.

Miroslav Klose (FC Bayern München, bis 58. Minute)
Erzielte einen Treffer. Mehr Positives gibt es nicht zu vermelden. Ein schwaches Spiel – trotz des Abstaubers.

Lukas Podolski (FC Bayern München, ab 58. Minute)
Nutzte eine geradezu alpine Unebenheit im Boden zum Steilpass in die Spitze. Dann stand's 0:3. Durfte sich am Ende aber noch selbst in die Torschützenliste eintragen.

Arne Friedrich (Hertha BSC Berlin, ab 72. Minute)
Hat der Berliner mitgespielt?

Kevin Kuranyi (FC Schalke 04, ab 75. Minute)
Erst eine Viertelstunde vor Spielende eingewechselt, bereitete das vierte Tor vor. Ansonsten ohne herausragende Szenen.

Simon Rolfes (Bayer Leverkusen, ab 79. Minute)
Kam zu spät, um sich noch ins Gedächtnis zu bringen - positiv wie negativ.

Piotr Trochowski (Hamburger SV, ab 87. Minute)
Durfte sich drei Minuten vor Schluss über seinen 11. Länderspieleinsatz freuen - ein kurzes Vergnügen.



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