DFB-Einzelkritik Starkes Comeback von Ballack

Für Michael Ballack war es das erste Länderspiel seit der EM und dabei bot der deutsche Kapitän eine starke Leistung. Auch Torwart-Debütant René Adler wirkte über 90 Minuten sehr souverän - was man von Arne Friedrich nicht behaupten kann.

Von , Dortmund


Tor

René Adler (Bayer Leverkusen): Seine ersten Aktionen wurden mit höflichem Applaus des Publikums bedacht. Recht früh wurde klar, dass dieser Mann keine Aufmunterung braucht, um souveräne Leistung abzuliefern. Mit einigen Großtaten in der zweiten Hälfte - sein Kontrahent Enke hatte nie das Glück, sich so oft auszeichnen zu können.

Abwehr

Arne Friedrich (Hertha BSC): Man hat den Berliner im Nationaltrikot schon schwächer gesehen. Und trotzdem. Die Achillesferse des deutschen Spiels ist und bleibt die rechte Abwehrseite.

Philipp Lahm (Bayern München): Über links ging bei den Russen nicht viel. Da die Offensive so blendend aufgelegt war, musste der aufmerksame Lahm nicht auch noch vorne ständig Akzente setzen. Zuweilen tat er es trotzdem, war jedoch Hauptschuldiger beim 1:2-Anschlusstreffer, als ihm ein Ball versprang.

Heiko Westermann (Schalke 04): Gegenüber dem Finnlandspiel klar verbessert. Defensiv sehr aufmerksam, insgesamt stärker als Mertesacker, nicht zuletzt in der Spieleröffnung. Der Prügelknabe von Helsinki war diesmal einer der Besten.

Per Mertesacker (Werder Bremen): Die wenigen Male, an denen es im deutschen Strafraum hektisch wurde, stieß Mertesacker zuweilen an seine Grenzen. Gegen die wuseligen Russen waren die bei dem Riesen allerdings auch anatomisch bedingt. Machte auch kurz vor Schluss beim Pfostentreffer durch Dsagojew keine gute Figur.

Mittelfeld

Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart): Begann stark und ließ danach nicht nach. Eine unauffällige, aber nichtsdestotrotz ansprechende Partie des Ballverteilers im zentralen Mittelfeld.

Simon Rolfes (Bayer Leverkusen/ab 90.+3): Durfte auch noch mitspielen.

Michael Ballack (FC Chelsea): Wenn ein Spieler eine Stammplatzgarantie verdient hat, dann er. Zeigte mehrfach seine herausragende Klasse, auch das Engagement stimmte. Vielleicht waren die Diskussionen der vergangenen Wochen doch nicht so kontraproduktiv.

Bastian Schweinsteiger (Bayern München): Die Vorlage zum 2:0 ist aller Ehren wert, die meisten anderen hätten scharf nach innen geflankt. Er bewies stattdessen mit einem präzisen Lupfer Übersicht und Spielintelligenz. Auch danach ballsicher und spielfreudig. Eine starke Partie.

Piotr Trochowski (Hamburger SV): In einem hervorragenden deutschen Mittelfeld leistete er einen wichtigen Beitrag. Schnell, wuselig, dynamisch.

Torsten Frings (Werder Bremen/ab 84.): Ohne Bewertung.

Angriff

Lukas Podolski (Bayern München): Rechtfertigte Löws Vertrauen bereits in der neunten Minute, als er mit wilder Entschlossenheit die Führung erzielte. Auch danach stark.

Miroslav Klose (Bayern München): Eine ordentliche Partie des Münchners, der seine beste Szene zu Beginn hatte, als er Podolski brillant einsetzte.

Mario Gomez (VfB Stuttgart/ab 72.): Fügte sich gut ein.



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