DFB-Elf gegen Luxemburg Leichtes Spiel für Klinsmanns Team

So leicht wie gegen Luxemburg wird es der deutschen Nationalmannschaft bei der WM nicht gemacht. Die Gäste aus dem Nachbarland gaben den erwarteten Aufbaugegner und ermöglichten den Deutschen einen Sieg, der erst ganz spät standesgemäß ausfiel.


Freiburg - Deutschland schlug Luxemburg in Freiburg mit 7:0 (3:0) Toren. Besonders der erste Sturm tat sich an diesem Abend hervor, denn sowohl Miroslav Klose (5. Minute, 59.) wie auch sein Kollege Lukas Podolski (36., 65./Foulelfmeter) erzielten zwei Treffer. Tor Nummer fünf erzielte Torsten Frings (19.) ebenfalls per Foulelfmeter. Innerhalb von nur 51 Sekunden traf dann Oliver Neuville (90.) zweimal zum 6:0 und und zum 7:0. Das drittklassige Luxemburg (152. der Rangliste des Weltfußballverbandes Fifa) war 13 Tage vor der WM nicht mehr als ein Sparringsparter für die Mannschaft von Bundestrainer Jürgen Klinsmann, hatte aber eine große Möglichkeit: Nach einem der wenigen Stellungsfehler in der deutschen Abwehr (40.) - in diesem Fall von Robert Huth - schoss Alfonse Leweck aus nur fünf Metern knapp neben das Tor. Erst Neuvilles Endspurttreffer sorgten dann für den standesgemäßen Sieg der Mannschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Bei den harmlosen Gästen war der Mönchengladbacher Bundesligaprofi Jeff Strasser noch der auffälligste Akteur.

In der emsigen deutschen Mannschaft überzeugten die beiden Stürmer Klose und Podolski, im Mittelfeld gefiel der einsatzfreudige Bastian Schweinsteiger, der das 2:0 vorbereitete. Den verletzten Kapitän Michael Ballack vertrat im Mittelfeld der Bremer Tim Borowski - die Spielführerbinde trug Bernd Schneider. "Die Stimmung war toll. Die Zuschauer haben uns klasse unterstützt, und ich hoffe, dass es so weiter geht. Es liegt aber an uns, weiter Euphorie zu entfachen", schwärmte Schneider.

Torwart Jens Lehmann, der sein erstes Länderspiel als offizielle Nummer eins bestritt, wurde in der zweiten Halbzeit von seinem Ersatzmann Oliver Kahn abgelöst. auch Kahn lobte die Atmosphäre in Freiburg. "Die Stimmung war ein Vorgeschmack auf das, was bei der WM auf uns zukommen könnte. Es war schön und ein bisschen überraschend, wie ich hier empfangen worden bin. Ich muss versuchen, mein Niveau zu halten, deshalb war es gut, mal eine Halbzeit zu spielen."

In der kaum geforderten Abwehr gab Klinsmann in der Mitte zunächst Huth und Christoph Metzelder den Vorzug. Jens Nowotny von Bayer Leverkusen wartete ebenso vergeblich auf sein Comeback wie der Dortmunder David Odonkor auf sein Debüt. Für Huth endete diese Partie aber vorzeitig und schmerzhaft. Der Innenverteidiger vom FC Chelsea verletzte sich schon früh in der Partie am Sprunggelenkt und musste zur Pause durch Per Mertesacker ersetzt werden.

"Wir haben ein gutes Spiel gemacht", sagte Frings, "aber wir haben noch schwere Beine". Für Klinsmann war es wichtig, dass seine Mannschaft Spaß hatte und "ein paar Tore geschossen hat". Sein ganzes Team würde sich auf die WM freuen. Klose und Podolski dürften sich in Freiburg als erster Sturm empfohlen haben - aber das wollte Klinsmann nicht bestätigen. "Man sieht, dass beide Spaß haben", sagte der Bundestrainer lediglich.

Nach dem Spiel reiste der DFB-Tross direkt zurück nach Genf, um sich auf die letzten beiden Testspiele vorzubereiten: Am Dienstag ist in Leverkusen WM-Teilnehmer Japan der Gegner, am Freitag in Mönchengladbach Kolumbien. Im ersten Gruppenspiel bei der WM trifft Deutschland am 9. Juni in München auf Costa Rica.

Deutschland - Luxemburg 7:0 (3:0)
1:0 Klose (5.)
2:0 Frings (19., Foulelfmeter)
3:0 Podolski (36.)
4:0 Klose (59.)
5:0 Podolski (65., Foulelfmeter)
6:0 Neuville (90.+1)
7:0 Neuville (90.+2)
Deutschland: Lehmann/Arsenal London (36 Jahre/30 Länderspiele) ab 46. Kahn/Bayern München (36/85) - Friedrich/Hertha BSC Berlin (27/35), Huth/Chelsea London (21/16) ab 46. Mertesacker/Hannover 96 (21/21), Metzelder/Borussia Dortmund (25/20), Jansen/Borussia Mönchengladbach (20/5) ab 46. Hitzlsperger/VfB Stuttgart (24/14) - Schneider/Bayer Leverkusen (32/62), Frings/Werder Bremen (29/50) ab 46. Kehl/Borussia Dortmund (26/26), Borowski/Werder Bremen (26/18), Schweinsteiger/Bayern München (21/26) - Klose/Werder Bremen (27/53) ab 63. Asamoah/Schalke 04 (27/39), Podolski/1. FC Köln (20/23) ab 71. Neuville/Borussia Mönchengladbach (33/53). - Trainer: Klinsmann
Luxemburg: Oberweis/CS Grevenmacher (23 Jahre/5 Länderspiele) - Reiter/Jeunesse Esch (24/26) ab 26. Schnell/RFC Union (20/6), Heinz/Etzella Ettelbrück (22/5) ab 71. Federspiel/Etzella Ettelbrück (25/24), Hoffmann/Etzella Ettelbrück (21/30), Mutsch/Union Kelmis (21/5) - Charles Leweck/Etzella Ettelbrück (22/16) ab 74. Kitenge/CS Oberkorn (18/2), Peters/Swift Hesperingen (24/37), Strasser/Borussia Mönchengladbach (31/69), Remy/F91 Düdelingen (32/33) - Alphonse Leweck/Etzella Ettelbrück (24/32) ab 55. de Sousa Moreira/Jeunesse Esch (18/1), Huss/CS Grevenmacher (26/37) ab 26. Joachim/VfL Bochum (19/3). - Trainer: Hellers
Schiedsrichter: Rogalla (Schweiz)
Zuschauer: 23.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: - / Hoffmann, Remy, Oberweis

sge/sid



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