Rassismusaffäre DFB-Ethikkommission vertagt Entscheidung im Fall Tönnies

Der DFB braucht noch mehr Zeit: Die Ethikkommission hat die Entscheidung in der Rassismusaffäre um Schalke-Boss Clemens Tönnies vertagt - und will noch weitere Informationen einholen.
Schalke-Boss Clemens Tönnies

Schalke-Boss Clemens Tönnies

Foto: Tim Rehbein/DPA

Die Ethikkommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat eine Entscheidung im Fall Clemens Tönnies verschoben. Das vierköpfige Gremium unter Vorsitz von Nikolaus Schneider hatte in einer mehrstündigen Telefonkonferenz mit dem Klubchef von Schalke 04 die rassistischen Aussagen des 63-Jährigen zu Monatsbeginn erörtert.

"Das war ein offenes und ehrliches Gespräch. Aber wir benötigen noch einige weitere Informationen, um eine Entscheidung zu treffen, die zeitnah fallen soll", sagte Schneider. Die Ethikkommission kann zwar keine Sanktionen aussprechen, sie kann allerdings Untersuchungen einleiten und bei hinreichendem Tatverdacht Anklage bei der Ethikkammer des Sportgerichts erheben.

Tönnies hatte vor zwei Wochen als Festredner beim "Tag des Handwerks" in Paderborn Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren, so Tönnies. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren."

Für diese Aussagen war Tönnies massiv in die Kritik geraten. Der fünfköpfige Schalker Ehrenrat befasste sich mit dem Thema und kam zu dem Schluss, dass der gegen Tönnies erhobene Vorwurf des Rassismus "unbegründet" sei. Tönnies hatte seine Worte "töricht" genannt, aber bei den Betroffenen selbst nicht um Entschuldigung gebeten. Als Konsequenz lässt er bis Mitte November sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender ruhen.

bka/sid/dpa
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