Ex-DFB-Präsident Keller über Vize Koch »Der schmiedet seit Jahren seine Intrigen«

Die Amtszeit von Fritz Keller als DFB-Präsident war geprägt von Machtkämpfen mit seinem Vize Rainer Koch. In einem Interview hat er nun heftig gegen Koch ausgeteilt. Der DFB reagiert »irritiert«.
Werden keine Freunde mehr: Die (ehemaligen) Funktionäre Rainer Koch (links) und Fritz Keller

Werden keine Freunde mehr: Die (ehemaligen) Funktionäre Rainer Koch (links) und Fritz Keller

Foto:

Federico Gambarini / dpa

Der ehemalige DFB-Präsident Fritz Keller hat erneut schwere Vorwürfe gegen ehemalige und aktuelle Funktionäre des Deutschen Fußball-Bundes erhoben. »Das Problem sind in den allermeisten Fällen Funktionäre, die nicht den Fußball sehen, sondern nur sich selbst«, sagte der 64-Jährige der »Sport Bild« . Diese Funktionäre würden den DFB als »Selbstbedienungsladen betrachten«.

Namentlich nannte Keller vor allem seinen früheren Vize, den derzeitigen Interimspräsidenten Rainer Koch, dem »nach meinem Empfinden jeglicher moralischer Kompass abgeht, der seit Jahren seine Intrigen schmiedet, Menschen innerhalb und außerhalb des DFB mit seinen Seilschaften massiv unter Druck setzt«. Man dürfe seine Karriere nicht über das Wohl des Verbandes stellen. »Es wird Zeit, dass das ein Ende hat.«

Ein Neuanfang beim DFB mit Koch sei nicht möglich, sagte Keller. »Mich macht es fassungslos, dass sich einige Landesfürsten immer noch von ihm so instrumentalisieren lassen.«

Der SPIEGEL konfrontierte den DFB mit Kellers Aussagen, man nehme »die Anschuldigungen von Fritz Keller und seine Sicht auf die Vergangenheit mit Irritation zur Kenntnis«, heißt es in einer Stellungnahme. »Bei vielen Aussagen Herrn Kellers in besagtem Interview handelt es sich um Tatsachenbehauptungen, die durch keinerlei Fakten gedeckt und damit haltlos sind, im Übrigen um Wertungen, die wir nicht teilen.«

Amtszeit geprägt von Machtkämpfen

Keller war zwischen September 2019 und Mai 2021 Präsident des DFB. Die Amtszeit war geprägt von Machtkämpfen zwischen Keller und seinen verbandsinternen Gegenspielern: Generalsekretär Friedrich Curtius, Schatzmeister Stephan Osnabrügge und Vizepräsident Koch.

Nachdem Koch von Keller mit dem Nazirichter Roland Freisler verglichen worden war, entzogen die Amateurvertreter dem DFB-Präsidenten das Vertrauen. Keller trat zurück. Inzwischen haben auch Koch, Osnabrügge und Curtius ihren Rückzug angekündigt. Bis zum DFB-Bundestag im März 2022 führt Koch die Verbandsgeschäfte interimsmäßig mit Peter Peters, dann will Koch zumindest als einfaches Mitglied im Präsidium bleiben.

hba/dpa
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.