Neuer DFB-Präsident Keller überzeugt Profis und Amateure

Die Wahl von Fritz Keller zum 13. DFB-Präsidenten ist nur noch Formsache. Der Freiburger Klubchef weiß die Profiklubs und Amateure hinter sich. In den Fifa- und Uefa-Gremien will Keller nicht vertreten sein.

Fritz Keller gibt das Amt beim SC Freiburg für den DFB auf
HAYOUNG JEON/EPA-EFE/REX

Fritz Keller gibt das Amt beim SC Freiburg für den DFB auf


Am 27. September wählt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) einen Nachfolger für den zurückgetretenen Reinhard Grindel und nun ist endgültig klar, dass Fritz Keller zum 13. Präsidenten des größten Sportverbands der Welt aufsteigen wird. Die Landesverbände der Amateurvereine haben sich bei einem Treffen in Berlin mit 37 von 38 Stimmen für Keller ausgesprochen, das Votum der Profiklubs fiel sogar einstimmig aus. Die kritischen Einzelstimmen, die es im Vorfeld gab, spielten in Berlin keine Rolle.

Damit wird Keller, der am vergangenen Donnerstag durch die DFB-Findungskommission nominiert wurde, beim Bundestag in Frankfurt am Main zum DFB-Präsidenten gewählt werden. Bis zum 29. August können von den Landesverbänden weitere Kandidaten vorgeschlagen werden, das gilt angesichts dieses Votums als unwahrscheinlich. Sein Amt als Freiburger Klubchef wird der Hotelier und Winzer Keller niederlegen.

"Ich habe in den bisherigen Gesprächen nicht nur Wertschätzung gespürt, sondern auch den gemeinsamen Willen, etwas zu verändern und den DFB für die Zukunft aufzustellen. Das klare Votum empfinde ich als wichtige und notwendige Basis, denn die anstehenden Herausforderungen können wir nur gemeinsam erfolgreich angehen", sagte Keller. Es gehe für den von diversen Skandalen gebeutelten Verband darum, "Glaubwürdigkeit und Vertrauen zurückzugewinnen".

Der DFB wird neben einem neuen Präsidenten auch eine neue Struktur erhalten. Aufgrund der Reformen hat der künftige Chef des größten Einzelsportverbands der Welt (7,1 Millionen Mitglieder) weniger Macht als seine Vorgänger.

Keller bittet Koch, die internationalen Aufgaben zu übernehmen

In den Gremien des Weltverbands Fifa und der Europäischen Fußball-Union (Uefa) will Keller nicht vertreten sein. Dort soll der DFB durch Vizepräsident Rainer Koch repräsentiert werden. "Ich sehe meine Aufgaben im nationalen Bereich", sagte Keller. "Das wird ein 24/7-Full-Time-Job. Zudem möchte ich mir nicht nehmen lassen, auch einmal Spiele in der Oberliga zu schauen."

Nach dem Rücktritt von Grindel ist der DFB aktuell weder im Fifa-Council noch im Exekutivkomitee der Uefa vertreten. Spätestens zwei Monate vor dem Uefa-Kongress am 3. März 2020 in Amsterdam muss der DFB Koch als Kandidat für das Exekutivkomitee einreichen, die Frist für einen Posten im FIFA-Council endet einen Monat früher.

krä/sid



insgesamt 4 Beiträge
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noalk 21.08.2019
1. Freiburger Klubchef
Wäre schön, wenn im Artikel auch noch erwähnt würde, welchen Klub Keller derzeit noch cheft: Freiburger FC oder SC Freiburg, oder gar ein anderer Freiburger Verein?
im_ernst_56 21.08.2019
2.
Zitat von noalkWäre schön, wenn im Artikel auch noch erwähnt würde, welchen Klub Keller derzeit noch cheft: Freiburger FC oder SC Freiburg, oder gar ein anderer Freiburger Verein?
Allgemein Bekanntes muss nicht erwähnt werden. Fritz Keller ist (noch) Präsident des SC Freiburg, dessen Fußballmannschaften sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen in der Bundesliga vertreten sind.
noalk 21.08.2019
3. Allgemein bekannt?
Sie setzen also voraus, dass dem gemeinen Spon-Leser die Namen sämtlicher Chefs der 36 Vereine der 1. und 2 BuLi bekannt sind? Dann kennen Sie auch bestimmt die Namen der Vorstandsvorsitzenden aller 30 DAX-Unternehmen aus dem effeff.
mikefels 21.08.2019
4. Frauen und Amateure hinten anstellen
Da ist er jetzt der neue DFB-Präsident. Wieder einer aus dem Profibereich, wieder kein Vertreter der Amateure und natürlich wieder keine Frau. Stattdessen ein Mann über 60, der einen Neubeginn verkörpern soll. Das glaubt man auch nur beim DFB und im Vatikan. Da gelten Männer in dem Alter als Hoffnungsträger. Also alles weiter wie gehabt. Sehr schade. Es hätte weibliche Kandidaten und jüngere Männer als Kandidaten gegeben. Chance vertan DFB.
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