DFB-Hallenpokal Rosicky rettet Dortmund

Bayern Münchens Ersatzteam musste sich bereits am ersten Tag aus der Dortmunder Westfalenhalle verabschieden. BVB-Neuzugang Tomas Rosicky bewahrte den Gastgeber vor dem gleichen Schicksal.


Tomas Rosicky (l.): Sein erster Tag im BVB-Dress war Geld wert
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Tomas Rosicky (l.): Sein erster Tag im BVB-Dress war Geld wert

Dortmund - Das Team von Trainer Matthias Sammer musste nach einer Niederlage gegen den 1. FC Köln lange zittern und erreichte das Viertelfinale erst Sekunden vor Schluss durch den 3:2-Siegtreffer von Rosicky gegen den FC St. Pauli. Im Rennen um den Titel und die Siegprämie von 60.000 Mark verblieben mit Dortmund, Bochum, Unterhaching, Köln, Werder Bremen und Energie Cottbus sechs Erstligisten, dazu die zwei Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth und FSV Mainz 05. Das Turnier wird am Sonntag um 12.50 Uhr mit den Viertelfinal-Spielen im K.o.-System fortgesetzt.


Westfalenhalle nicht ganz ausverkauft


Mit Spannung erwarteten die 9600 Zuschauer in der nicht ganz ausverkauften Arena den ersten öffentlichen Auftritt des teuersten Einkaufs der Bundesliga-Geschichte. Und tatsächlich präsentierte sich der vor wenigen Tagen für 25 Millionen Mark vom BVB verpflichtete tschechische Jungstar Rosicky pünktlich zur ersten Partie des Gastgebers auf dem von vielen anderen Stars gemiedenem Kunstrasen. Allerdings konnte der 20-jährige Nationalspieler die klare 1:4-Niederlage des viermaligen Hallen-Cup-Siegers gegen den Ligakonkurrenten Köln nicht verhindern, wurde aber gegen St. Pauli zum Matchwinner.

Zuvor hatte sich die zweite Garnitur der Bayern zum Auftakt gegen Bochum das wohl beste Spiel des Tages geliefert. Das Bundesliga-Schlusslicht lag zwar schnell mit 0:3 zurück, konnte den Spieß gegen den Rekordmeister aber umdrehen und siegte knapp mit 4:3. Besonders traurig war Bayerns Co-Trainer Michael Henke, der den mit dem A-Team in Südspanien weilenden Chefcoach Ottmar Hitzfeld vertrat, nach der zweiten Schlappe (2:3 gegen Unterhaching) und dem vorzeitigen Scheitern nicht.


Geringer Stellenwert


"Wenn wir nicht hätten kommen müssen, hätten wir wohl ganz auf den Hallen-Cup verzichtet", gab Henke zu und unterstrich den geringen Stellenwert für die großen Clubs. Zwar lobte der frühere Dortmunder Co-Trainer die "fantastische Atmosphäre", aber angesichts des "engen Terminplans" sei die Veranstaltung überdenkenswert. Er regte an, die Teilnahme künftig "auf freiwillige Basis zu stellen". Herbe Kritik mussten die Münchner aber vom Vizepräsidenten des neu gegründeten Liga-Verbandes, Harald Strutz, einstecken. "Ich bin schockiert. Die Bayern sind hier mit einer A-Jugend-Truppe aufgelaufen. Jedes Team sollte mindestens vier, fünf namhafte Profis aufbieten. Das muss trotz Terminnot möglich sein", sagte der Mainzer Clubchef.

Während die Eliteclubs überwiegend enttäuschten, legten sich die "Kleinen" mächtig ins Zeug. Die SpVgg Greuther Fürth, die wegen des Mönchengladbacher "Dopingsünders" Lanzaat nachträglich zum Titelträger 2000 erklärt wurde und in Dortmund gesetzt war, revanchierte sich mit einem klaren 4:0 gegen die Borussia für die Finalniederlage im Vorjahr.



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