Gündogan zu Anfeindungen "Grenze zum Rassismus überschritten"

Nationalspieler Ilkay Gündogan hat die Reaktionen auf das Erdogan-Foto erneut kritisiert. Gleichzeitig sei er "nach wie vor stolz, für Deutschland aufzulaufen" und findet lobende Worte für Bundestrainer Löw.
Ilkay Gündogan

Ilkay Gündogan

Foto: Christian Charisius/ dpa

Nationalspieler Ilkay Gündogan will seine Karriere in der Nationalmannschaft fortsetzen. "Falls ich nominiert werden sollte, dann sehe ich keinen Grund, nicht weiterzumachen", sagte der Mittelfeldspieler von Manchester City in einem Interview  mit der Funke-Mediengruppe.

Er geht damit einen anderen Weg als Mesut Özil, der nach der Weltmeisterschaft in Russland seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt hatte. Beide Spieler waren im Vorfeld des Turniers massiv in die Kritik geraten, nachdem ein Foto veröffentlicht wurde, das sie gemeinsam mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan zeigt. Im Gegensatz zu Özil hatte sich Gündogan schon früh zu dem Foto geäußert.

Ilkay Gündogan (l.) mit Recep Tayyip Erdogan

Ilkay Gündogan (l.) mit Recep Tayyip Erdogan

Foto: Uncredited / dpa

"Ich habe mein Leben lang fast ausschließlich gute Erfahrungen in Deutschland gemacht", sagte der 27-Jährige, der wegen des Fotos bei Länderspielen öffentliche Anfeindungen erfuhr: "Aber es gibt Leute, die das entstandene Foto für sich politisch genutzt haben. Und in diesem Zusammenhang wurde dann auch teilweise die Grenze zum Rassismus überschritten."

Innerhalb der Nationalmannschaft habe er keinen Rassismus erfahren, sagte Gündogan. Der SPIEGEL hatte berichtet , es habe eine Gruppe im Nationalteam gegeben, die sich als "Kanaken" bezeichnet habe. Gündogan will dies nicht zu hoch hängen: "Natürlich gab es hier oder da mal einige Witze über gewisse Instagram-Postings. Das war aber jederzeit immer nur als Spaß zu verstehen und hatte definitiv auch nichts mit Rassismus zu tun."

Für das schlechte Abschneiden der deutschen Mannschaft in Russland übernimmt Gündogan Verantwortung. "Die WM war leider ein großer Misserfolg. Doch es geht für mich nicht allein um Wiedergutmachung", sagte er in dem Interview. In ähnlicher Weise hatte er sich zuvor bereits über seinen Instagram-Account geäußert.

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Für Bundestrainer Joachim Löw fand Gündogan lobende Worte: "Ich bin nach wie vor ein sehr großer Fan von Jogi Löw - nicht nur, was das Sportliche angeht. Das betrifft auch seinen Charakter, seine Führungsqualitäten und seine Menschlichkeit. Ich kann mir als Nationaltrainer momentan keinen Besseren vorstellen als ihn."

Am Mittwoch benennt Bundestrainer Joachim Löw sein Aufgebot für die Länderspiele gegen Frankreich am 6. September und Peru am 9. September.

tip/dpa
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