Nach Vorfällen gegen Leipzig DFB will Dortmunder Südtribüne sperren

Der größten Stehtribüne Europas droht die Sperrung: Der Kontrollausschuss des DFB fordert, dass Borussia Dortmund ein Bundesligaspiel vor halbleeren Rängen austragen soll. Grund sind die Schmähungen gegen Leipzig.

Die Dortmunder Südtribüne
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Die Dortmunder Südtribüne


Wenn es nach dem Willen des DFB-Kontrollausschusses geht, muss Borussia Dortmund bei einem der kommenden Bundesligaheimspiele auf die Unterstützung der Fans auf der bekannten Südtribüne verzichten. Grund sind Vorfälle beim Spiel gegen RB Leipzig, als Protagonisten der Gastmannschaft auf vielen Transparenten geschmäht worden waren. Da ein vorheriger Zuschauerausschluss, der gegen den Verein verhängt worden war, nur zur Bewährung ausgesetzt war, soll jetzt die gesamte Tribüne gesperrt werden. Außerdem soll der BVB 100.000 Euro Strafe zahlen.

Betroffen wären fast 25.000 Fans auf der größten Stehtribüne Europas, darunter viele Dauerkartenbesitzer. Der Verband stützt seine Anklage auf die gegen Leipzig gezeigten Banner und Transparente: "Eine derartige Verunglimpfung und Diffamierung von einzelnen Personen und Vereinen durch Transparente und Schmähgesänge ist nicht hinnehmbar und muss konsequent sanktioniert werden", sagte der Ausschussvorsitzende Anton Nachreiner. Nachreiner forderte ein "massiveres Eingreifen der DFB-Organe".

Die gewalttätigen Ausschreitungen außerhalb des Stadions fallen hingegen nicht in den Verantwortungsbereich des DFB. Vor dem Spiel gegen Leipzig waren Dortmunder Fans dem Verband in der laufenden bereits wegen Schmähgesängen im Spiel gegen Hoffenheim und der Verwendung von Pyrotechnik beim Spiel in Mainz aufgefallen.

Der zuvor bereits verhängte und zur Bewährung ausgesetzte Teilausschluss von Zuschauern war nach massivem Einsatz von Pyrotechnik durch BVB-Fans beim Pokalfinale in Berlin erfolgt. Borussia Dortmund hat nach Angaben des Verbands bis Montag Zeit, sich zum Strafantrag zu äußern. Der Verein kündigte an, den Antrag "sorgfältig zu prüfen". Stimmt der BVB zu, wird das Urteil rechtskräftig. Andernfalls käme es zu einer mündlichen Verhandlung.

rae/sid



insgesamt 153 Beiträge
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bert1966 10.02.2017
1.
Warum nur für ein Spiel? Punktabzüge für Mannschaften, leere Stadien und Verdienstausfall, wenn die "Fans" sich nicht benehmen, das wäre konkret. Mit einem System wie es jetzt ist haben die Vereine doch kaum Interesse an Kontrollen ihrer Anhänger.
Flugzeugfreak1 10.02.2017
2. Ein echtes Armutszeugnis
Wie kann man sich nur so benehmen? Aber die Vereine müssen härter sein, als nur zu sagen: "So nicht". Sie müssen konsequent solche Störenfriede aus dem Stadion verweisen können, sperren.
abs44 10.02.2017
3. Zurecht
Jede Aktion sollte eine Reaktion zufolge haben. Wenn BVB Anhänger auf Frauen und Kindern einschlagen, sollte es harte Sanktionen zufolge haben!
Freifrau von Hase 10.02.2017
4.
Die Angriffe auf Leipziger Fans waren ja nur der traurige Höhepunkt. Schon in den vergangenen Jahren fielen die BVB-Fans immer wieder negativ auf, zum Beispiel mit Beleidigungen gegen Dietmar Hopp. Der DFB sollte ein Zeichen setzen. Dort, wo geschmäht und beleidigt wird bleibt die Tribüne eben leer. Oder dem Verein werden Punkte abgezogen. Ein Bundesliga-Stadion ist kein rechtsfreier Raum. Für Beleidigungen im "normalen" Leben würde es ja auch eine Anzeige geben. Vielleicht lernen es die Leute dann ja, wer nicht hören will, muss eben fühlen.
gnarze 10.02.2017
5. Okay
Das Strafmaß ist geringer als erhofft und höher als befürchtet. Damit sollte auch der BVB gut leben können(wobei ich eigentlich die Plakate nicht wirklich von Seiten des Vereins kritisiert wurden, nur die körperliche Gewalt).
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