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DFB-Länderspiel Forsche Franzosen zu stark für Deutschland

Fast ein Vierteljahrhundert ohne Sieg: Die DFB-Elf muss weiter auf einen Erfolg gegen Frankreich warten. In Bremen war das verletzungsgeschwächte Team von Bundestrainer Joachim Löw anfällig in der Abwehr - und scheiterte im Angriff oft am starken französischen Torhüter.

Hamburg - Um Erfolge der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich zu finden, muss man lange zurückblicken: Fast 25 Jahre war der DFB-Elf vor dem Testspiel am Mittwochabend kein Sieg mehr geglückt, 22 Jahre waren seit dem vorerst letzten Tor vergangen.

In Bremen konnte das Team von Bundestrainer Joachim Löw immerhin eine dieser Serien durchbrechen: Zwar verlor das Team von Bundestrainer Joachim Löw 1:2 (0:1), konnte jedoch durch den eingewechselten Cacau wieder einmal gegen Frankreich treffen (90.+1 Minute). Olivier Giroud (21.) und Florent Malouda (69.) hatten die Tore für die Gäste erzielt.

Deutschland hatte zuletzt 1987 gegen Frankreich gewonnen, der letzte Treffer war Andreas Möller 1990 geglückt. Von 24 Duellen hat die DFB-Auswahl nun elf verloren.

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DFB-Testspiel: Frankreich feiert trotz Cacau-Treffer

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"Wenn man ein Spiel verliert, ärgert man sich. Ich ärgere mich aber auch ein bisschen darüber, wie wir es verloren haben", sagte Löw nach der Partie: "Im Laufe des Spiels war uns Frankreich spielerisch überlegen. Im zweiten Durchgang haben wir nicht mehr zu unserem Spiel gefunden. Deshalb war der Sieg verdient."

Löw muss viele Stammspieler ersetzen

In Bremen hatte Löw auf einige verletzte Schlüsselspieler verzichten müssen. Neben Kapitän Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Per Mertesacker und Mario Götze fehlte auch Lukas Podolski, der am Wochenende nach langer Verletzungspause erstmals wieder gespielt hatte.

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DFB-Einzelkritik: Risiko Aogo, Retter Cacau

Foto: KAI PFAFFENBACH/ REUTERS

Im Tor begann der Bremer Keeper Tim Wiese, der vor rund 37.800 Zuschauern im ausverkauften Weser-Stadion bereits nach 26 Sekunden vor dem heranstürmenden Olivier Giroud klären musste.

Auf der andere Seite kam Marco Reus, der erstmals von Beginn spielte, bei einem Pass von Miroslav Klose einige Schritte zu spät. Die Deutschen, die erstmals in den neuen grünen Trikots aufliefen, versuchten es zu Beginn mit technisch anspruchsvollen Aktionen: Sami Khedira, Mesut Özil und Miroslav Klose spielten die französische Defensive schwindelig, doch der letzte Pass auf Khedira kam nicht an (12.).

Giroud tunnelt Wiese, Schürrle muss verletzt raus

Trotz der Offensivbemühungen blieb Wiese gefordert: Nach einem Freistoß zwang Yohan Cabaye den Torhüter mit einem Kopfball zu einer Parade (15.), drei Minuten später musste Wiese dann aus dem Strafraum eilen, um einen langen Ball der Franzosen zu klären.

Den Führungstreffer konnte der Torhüter dann nicht mehr verhindern: Mathieu Debuchy ließ Dennis Aogo auf der linken Abwehrseite aussteigen und passte nach kurzem Antritt in die Mitte zu Giroud. Der Stürmer schob zum 1:0 ein, zum Ärger Wieses durch dessen Beine (21.).

Das DFB-Team ließ sich von dem Gegentreffer nicht verunsichern. Nach einem Pass von Reus schoss Klose zunächst Frankreichs Torhüter Hugo Lloris an (29.). Kurz darauf stand der Angreifer erneut frei vor dem französischen Schlussmann, der wieder parierte. Holger Badstuber köpfte in der 34. Minute nur an den Pfosten.

Beide Teams versuchen es mit Fernschüssen

Auch der frühe Ausfall von André Schürrle, der nach einem Zweikampf mit Debuchy verletzt ausgewechselt und durch Thomas Müller ersetzt wurde, bremste den deutschen Offensivdrang nicht: Zunächst verpasste Klose den Ausgleich (41.), dann scheiterten die Real-Madrid-Stars Özil (44.) und Khedira (45.).

Nach dem Wechsel brachte Löw Benedikt Höwedes für Badstuber und Mario Gomez für Klose. Der Bayern-Stürmer führte sich mit einer Ablage auf Toni Kroos ein, der Schuss des Mittelfeldspielers wurde jedoch geblockt.

Beide Teams spielten weiter nach vorne - und hatten gute Chancen. Samir Nasris Versuch klärte Jérôme Boateng zunächst zur Ecke (54.), dann musste Wiese gegen Debuchy parieren. Mathieu Valbuena vergab eine Großchance für Frankreich, als er nach einer Flanke von Philippe Mexès frei zum Schuss kam (64.).

Auf der anderen Seite parierte Lloris die Fernschüsse von Reus (56.) und Özil (60.). Gomez verpasste eine Hereingabe von Müller nur knapp (68.). Statt des Ausgleichs fiel der zweite Treffer für die Franzosen: Florent Malouda verwertete eine Hereingabe von Debuchy im Nachsetzen (69.). "In der zweiten Halbzeit hatten wir eine zweigeteilte Mannschaft. Wir haben die Verteidigung schön alleine gelassen", sagte Müller nach der Partie selbstkritisch.

In der Nachspielzeit sorgte dann der eingewechselte Cacau für den ersten Treffer der DFB-Elf gegen Frankreich seit über 22 Jahren. Doch auch das 1:2 konnte nicht verhindern, dass eine weitere Negativserie weitergeht: Keeper Wiese konnte auch bei seinem sechsten Auftritt im DFB-Trikot nicht gewinnen.

Deutschland - Frankreich 1:2 (0:1)
0:1 Olivier Giroud (21.)
0:2 Florent Malouda (69.)
1:2 Cacau (90.+1)
Deutschland: Wiese - Boateng, Hummels, Badstuber (ab 46. Höwedes), Aogo - Khedira (ab 70. Lars Bender), Kroos - Reus (ab 70. Cacau), Özil, Schürrle (ab 45. Müller) - Klose (ab 46. Gomez)
Frankreich: Lloris - Debuchy, Rami, Mexes, Abidal - M'Vila (ab 62. Malouda), Cabaye (ab 62. Alou Diarra) - Nasri, Valbuena (ab 68. Amalfitano), Ribéry (ab 46. Menez) - Giroud (ab 76. Saha)
Schiedsrichter: Tagliavento (Italien)
Zuschauer: 37.800 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Lars Bender - Mexes

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