"Unter allen schlechten Lösungen die beste" DFB regelt Aufstieg zur dritten Liga neu

Lange wurde darüber gestritten, nun hat der DFB eine neue Aufstiegsregelung für die fünf Regionalligen gefunden. DFB-Vizepräsident Rainer Koch deutete an, dass es eine Lösung von kurzem Bestand sein könnte.

Leon Goretzka (von links), David Alaba und Niklas Süle feierten am Ende der vergangenen Saison mit Alfonso Davies und Maxime Awoudja vom FC Bayern II den Sieg in den Aufstiegs-Playoffs
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Leon Goretzka (von links), David Alaba und Niklas Süle feierten am Ende der vergangenen Saison mit Alfonso Davies und Maxime Awoudja vom FC Bayern II den Sieg in den Aufstiegs-Playoffs


Die Meister der Regionalligen Südwest und West steigen künftig direkt auf, zwei weitere Aufsteiger werden zwischen den Staffeln Nord, Nordost und Bayern ermittelt. Auf diese Neuregelung zum Aufstieg in die dritte Liga haben sich die Teilnehmer des Bundestags des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) verständigt. Der Einigung war ein monatelanger Streit vorausgegangen.

Vieles hatte in den vergangenen Monaten darauf hingedeutet, dass vor allem die Verbände Nord, Nordost und Bayern, die deutlich weniger Mitglieder haben als der Südwesten und Westen, einen Weg finden müssen, aus drei Meistern zwei Aufsteiger zu ermitteln. Zukünftig steigt ein Meister aus diesen drei Staffeln in einem jährlich rotierenden System direkt auf, der vierte Startplatz für die dritte Liga wird in Aufstiegs-Playoffs ausgespielt.

Lösung könnte von kurzer Dauer sein

Die Regelung gilt ab der Saison 2020/2021 und folgt auf zwei Jahre Übergangslösung. In der vergangenen Saison gab es zwei direkte Aufsteiger aus der Regionalliga Nordost (Chemnitzer FC) und Regionalliga West (FC Viktoria Köln). Der FC Bayern II (Bayern) setzte sich zudem in den Playoffs gegen den VfL Wolfsburg II (Nord) durch. Der Südwesten stellte, wie in der aktuellen Saison auch, einen festen Aufsteiger. Am Ende dieser Spielzeit treten die Gewinner der Nordost- und die Weststaffel gegeneinander an, der Norden und Bayern haben einen direkten Aufstiegsplatz.

"Mit der nun vorliegenden Variante, die von allen getragen wird, haben wir eine, wie ich finde, sehr vernünftige Lösung gefunden", sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch, sieht jedoch auch zukünftig Raum für neue Reformen: "Ob wir in drei Jahren eine veränderte Situation haben und sich daraus wieder andere Möglichkeiten oder eine Neubewertung ergeben - das lässt sich heute nicht seriös vorhersagen." Der 60-Jährige, der sich als Präsident des Bayerischen Fußball-Verbands schon früher stark in die Diskussion eingebracht hatte, sagte weiter: "Unter allen schlechten Lösungen halte ich diese für die mit Abstand beste."

tip/sid

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insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
ex_Kamikaze 27.09.2019
1. So wird doch nur
sichergestellt das der bezahlte Fußball eine Süd/Südwest-Angelegenheit bleibt. Wenn ich in die erste Liga sehe fehlen dort in erster Linie Vereine aus Ost und Nord. Damit das so bleibt erschwert man eben schon den Zugang zur dritten Liga für diese Regionen. Bravo, DFB!
marthaimschnee 27.09.2019
2. das ist doch nach einem Jahr eh Makulatur
denn wie wahrscheinlich ist es, daß die vier Absteiger sich so schön den vier Ligen der Aufsteiger zuordnen? Also muß man das eh jährlich erneut korrigieren.
jjpreston 27.09.2019
3.
Zitat von marthaimschneedenn wie wahrscheinlich ist es, daß die vier Absteiger sich so schön den vier Ligen der Aufsteiger zuordnen? Also muß man das eh jährlich erneut korrigieren.
Das wird für gewöhnlich über eine Erhöhung der Absteiger aus der Regionalliga bzw. der Aufsteiger in die Regionalliga erledigt.
jjpreston 27.09.2019
4.
Zitat von ex_Kamikazesichergestellt das der bezahlte Fußball eine Süd/Südwest-Angelegenheit bleibt. Wenn ich in die erste Liga sehe fehlen dort in erster Linie Vereine aus Ost und Nord. Damit das so bleibt erschwert man eben schon den Zugang zur dritten Liga für diese Regionen. Bravo, DFB!
Angesichts des Umstands, dass Rainer Koch gerade von Christian Pothe (Ex-VP FC St. Pauli) in der "Ethik"kommission angezeigt wurde, weil er vor drei Jahren Funktionäre unter Druck setzte, den Berliner Kandidaten für den sechsten, "unabhängigen" Posten im Jugendausschuss nicht zu wählen, sondern Kochs Spezi aus dem Süddeutschen Fußballverband, kann das beim deutschen Regionalableger der MAFIFA kaum überraschen.
050682n70420 27.09.2019
5. Nein
Die beste Lösung war die alte Lösung, dass es gar keinen direkten Aufstieg gab. Alle mussten in die Playoffs und drei stiegen auf. Dumm war halt nur, dass nie ein Team aus SW bei den drei war.
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