DFB-Pokal Köln und HSV nach Elfmeterschießen in der zweiten Runde

Beim Zweitligisten Wehen Wiesbaden führte der 1. FC Köln zur Halbzeit 2:0. Am Ende gewann der Bundesligist im Elfmeterschießen - so wie der Hamburger SV gegen Chemnitz.

Köln war Wiesbaden klar überlegen - und musste trotzdem im Elfmeterschießen bangen
Matthias Hangst / Getty Images

Köln war Wiesbaden klar überlegen - und musste trotzdem im Elfmeterschießen bangen


SV Wehen Wiesbaden (2. Bundesliga) - 1. FC Köln (Bundesliga) 5:6 n.E. (0:2, 2:2, 3:3)

Der 1. FC Köln ist durch einen Sieg im Elfmeterschießen gegen Zweitligist Wehen Wiesbaden in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. 6:5 (2:0, 2:2, 3:3) stand es am Ende. Dreimal hielt im Elfmeterschießen Kölns Torhüter Timo Horn, zweimal Wehen Wiesbadens Lukas Watkowiak. Kölns Birger Verstraete traf zum Sieg.

Zuvor hatten die Kölner eine 2:0-Halbzeitführung aus der Hand gegeben. Die Tore fielen aber erst kurz vor der Pause: Eine Flanke von Florian Kainz köpfte Jhon Córdoba zur Führung (39.), ehe Kainz wenig später per Seitfallzieher selbst nachlegte (42.).

Dass die Partie durch die klare Halbzeitführung noch nicht entschieden war, zeigte Wehens Jeremias Lorch in der zweiten Hälfte. Mit einem Doppelpack innerhalb von nur drei Minuten glich er für den Zweitligisten aus. Dabei sah Kölns Torhüter Timo Horn beim ersten Treffer nicht gut aus, als er einen Schuss von Maximilian Dittgen direkt vor die Füße von Lorch prallen ließ (53.). Beim Distanzschuss zum Ausgleich war Horn chancenlos (56.).

In der zweiten Hälfte der Verlängerung schoss Schaub nach einer abgewehrten Ecke den vermeintlichen Siegtreffer (107.). Vermeintlich, weil Benedikt Röcker kurz vor Schluss einen langen Ball zu Daniel-Kofi Kyereh verlängerte. Der Stürmer überlupfte Horn und schickte die Teams in das Elfmeterschießen (118.). Dort waren die Torhüter die überragenden Akteure, mit dem besseren Ende für die Kölner.

Chemnitzer FC (3. Liga) - Hamburger SV (2. Bundesliga) 7:8 n.E. (0:0, 2:2, 2:2)

Der HSV musste beim Chemnitzer FC ebenfalls ins Elfmeterschießen, wo er 6:5 (0:0, 2:2, 2:2) gewann. Zuvor waren die Gäste zweimal in Rückstand geraten, glichen aber beide Male aus und mussten schließlich in die Verlängerung, wo es ebenfalls keine Entscheidung gab.

In der ersten Hälfte machten die Fans beider Mannschaften mit Solidaritätsbekundungen für Spieler auf sich aufmerksam. Der Chemnitzer FC hatte sich am Montag von seinem Kapitän Daniel Frahn getrennt und die Entscheidung mit seiner Nähe zu rechten Fangruppen begründet. Gegen den HSV hielt die Kurve Schilder mit Frahns Rückennummer hoch.

Die Chemnitzer Fankurve schien sich bei der Aktion für Frahn einig zu sein
Robert Michael / DPA

Die Chemnitzer Fankurve schien sich bei der Aktion für Frahn einig zu sein

Bei den Hamburgern ging es um Bakery Jatta, dessen Identität und Alter unter der Woche von Medienberichten angezweifelt wurde. Trainer Dieter Hecking ließ sich davon nicht beeinflussen und stellte den gambischen Flügelspieler in die Startaufstellung. Mit einer Flanke zu Lukas Hinterseer hätte Jatta beinahe das erste Tor der Partie vorbereitet. Der Stürmer verfehlte sein Ziel nur knapp (21. Minute).

Der HSV dominierte das Spiel weitgehend, nur im Angriffsdrittel gelangen wenige gefährliche Aktionen. In Führung gingen schließlich die Chemnitzer, als Rick van Drongelen den Ball bei einem Schuss von Tarsis Bonga gegen den Arm bekam - über Schulterhöhe und im Strafraum, es gab Elfmeter. Den Strafstoß verwandelte Dejan Bozic sicher (57.), doch kurz darauf glich Hinterseer aus (62.).

Sechs Minuten nach Hinterseers Treffer verschuldete der 28-Jährige den nächsten Rückstand für Hamburg, weil er Matti Langer bei einer Ecke zum Kopfball kommen ließ (68.). Doch auch diese Führung hielt nicht lange, denn Sonny Kittel sorgte mit einem Freistoßtor aus rund 20 Metern für das 2:2 (75.).

Kittel hat in seinen ersten drei Pflichtspielen für den HSV zwei Freistoßtore erzielt
Hannibal Hanschke / REUTERS

Kittel hat in seinen ersten drei Pflichtspielen für den HSV zwei Freistoßtore erzielt

Im Elfmeterschießen trafen die ersten fünf Schützen, bis der Hamburger Khaled Narey am Chemnitz-Keeper Jakub Jakubov scheiterte. Den Vorteil konnte Clemens Schoppenhauer aber mit dem nächsten Schuss nicht ausnutzen, weil Daniel Heuer Fernandes parierte. Sören Reddemann setzte seinen Elfmeter schließlich über das Tor, sodass Adrian Fein den HSV mit seinem erfolgreichen Versuch in die nächste Runde beförderte.

MSV Duisburg (3. Liga) - SpVgg Greuther Fürth (2. Bundesliga) 2:0 (2:0)

Vergangene Saison duellierten sich Duisburg und Fürth noch in der 2. Bundesliga, beide Male siegten die Fürther, am Ende stieg Duisburg als Tabellenletzter ab. Das Wiedersehen in der ersten Pokalrunde entschied jedoch der MSV 2:0 (2:0) für sich.

Nach nicht einmal einer Viertelstunde führte der Gastgeber bereits komfortabel. Lukas Daschner eröffnete die Partie mit einem Traumtor: Vom rechten Flügel aus zog der 20-Jährige nach innen und zirkelte den Ball in den langen Winkel (4.), kurz darauf legte Leroy-Jacques Mickels für Tim Albutat quer, der auf 2:0 erhöhte (14.). Dabei blieb es, Fürth konnte den Duisburgern nicht mehr gefährlich werden.

mrk/hba



insgesamt 4 Beiträge
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interessierter10 11.08.2019
1. Bei den Chemnitzer "Fans" kann man dann
ja nur froh sein, dass sie rausgeflogen sind.
leja1900 12.08.2019
2. Glücklicher Effzeh-Sieg
Das darf natürlich nicht passieren, vor allem nach dem 2:3 in der Verlängerung. Dank Horn eine Runde weiter, aber glücklich. Fragt aber keiner mehr nach... Wenigstens brauchten wir nicht wie die Börsianer aus Dortmund die Unterstützung vom Schiedsrichter...
.patou 12.08.2019
3.
Ich hoffe, das war trotz glücklichen Ausgangs kein Vorgeschmack auf die kommende Saison. Das machen meine Nerven nicht mit. Und ja, ein Hoch auf Horn!
wassolldasdenn52 12.08.2019
4. Nur der Fairness halber
Für den Schiedsrichter ging es wohl zu schnell, sonst hätte er sehen müssen, dass der Ball an van Drongelens Rippen geschossen wurde. Ein Handspiel im klassischen Sinne war es auf keinen Fall. Also auch mal die Berichterstattung korrekt ausführen. Ein anderer Schiri hätte den Elfer mutmaßlich nicht gegeben. Doch am Ende siegte die Gerechtigkeit. Es fehlt folglich auch hier der Videobeweis! Und zu Nareys "verschossenen" Elfer muss erwähnt werden, dass es vielfach mal wieder typisch Negativberichterstattung ist, denn verschossen hatte er den Elfer eigentlich nicht! Der Torwart ahnte die richtige Ecke und hat ihn glücklich gehalten. Das ist schon ein grosser Unterschied, denn der Ball kam schon aufs untere Eck direkt auf's Tor. Gehalten heisst darum noch lange nicht "verschossen", wie vielfach berichtet wurde. Das könnte man schon als fehlende Ehrlichkeit ansehen. Und, dass der Trainer den Bakery Jatta in die Starelf stellte, ist einfach die richtige Reaktion auf das elendige Hetzblatt. Gratulation dazu und natürlich zum verdienten Sieg, denn verdient war er allemal!
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