DFB-Pokal-Achtelfinale Gladbach wirft Schalke raus, Stuttgart schlägt Hamburg

Mönchengladbach ist nach dem Sieg über Schalke 04 ins Viertelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Dabei sah der Schalker Klaas-Jan Huntelaar Gelb-Rot, eine Tätlichkeit von Jermaine Jones blieb hingegen ungesühnt - vom Platz musste er später dennoch. Zudem war Stuttgart gegen den HSV erfolgreich.

REUTERS

Hamburg - Es ist der krönende Abschluss eines fast perfekten Fußballjahres: Borussia Mönchengladbach hat im Achtelfinale des DFB-Pokals Schalke 04 3:1 (1:0) geschlagen. Dabei erzielte Marco Reus gleich zwei Tore (56., 88.), nachdem Juan Arango für die Führung gesorgt hatte (18.). Julian Draxler war für Schalke lediglich der Anschlusstreffer gelungen (70.). Auch der VfB Stuttgart konnte nach einem 2:1 (1:0)-Erfolg gegen Bundesliga-Konkurrent Hamburger SV jubeln. Stuttgart spielt in der nächsten Runde gegen Bayern München, die Borussia trifft auf Hertha BSC.

Noch im vergangenen Jahr war Gladbach zu diesem Zeitpunkt im DFB-Pokal gerade gegen Hoffenheim ausgeschieden, in der Bundesliga stand das Team nahezu aussichtslos mit zehn Punkten aus 17 Spielen auf dem letzten Tabellenplatz. Nach der Übernahme von Trainer Lucien Favre im Februar spielte das Team eine sensationelle Rückrunde und verhinderte den Abstieg. In der aktuellen Spielzeit führte Favre Gladbach nun auf den vierten Platz - mit nur vier Punkten Rückstand auf Tabellenführer Bayern München. Gekrönt wird die Achterbahnfahrt nun vom Viertelfinaleinzug im DFB-Pokal.

Schalke 04 musste in der Partie gegen Borussia Mönchengladbach ohne seinen wichtigsten Mann auskommen: Trainer Huub Stevens. Der 58-Jährige war bereits am Montag in seine niederländische Heimat zu seiner schwerkranken Mutter Mia gefahren und wurde von Assistenztrainer Seppo Eichkorn vertreten. Bereits in der vergangenen Woche hatte Stevens auf die Reise zum bedeutungslosen Auftritt in der Europa League bei Maccabi Haifa verzichtet, um sich um seine Mutter zu kümmern. Auf dem Platz änderte sich hingegen zunächst nichts. Beide Teams liefen in der Besetzung des vergangenen Bundesliga-Spielstags auf.

Jones tritt Reus mit Absicht auf verletzten Fuß

Gastgeber Mönchengladbach wirkte in der Anfangsphase leicht überlegen und kontrollierte das Geschehen ohne sonderlich gefährlich zu werden. Schalke stand in der Defensive sicher, tat offensiv aber nur wenig. Aufregung gab es, als Mittelfeldspieler Jermaine Jones in einer Spielunterbrechung Marco Reus mit Absicht auf den Fuß trat, Reus spielt derzeit wegen eines gebrochenen Zehs mit einem Spezialschuh. Die Szene blieb von Schiedsrichter Wolfgang Stark aber ungeahndet.

Die 54.057 Zuschauer bekamen ansonsten nur wenig zu sehen - bis zur 18. Minute. Nach einer Hereingabe von Reus klärte Schalkes Verteidiger Kyriakos Papadopoulos genau vor die Füße von Arango, der traf aus 16 Metern überlegt zum 1:0. Trotz des Rückstandes wirkte Schalke anschließend zu passiv. Gladbachs gut organisierte Defensive wurde nur wenig gefordert, so blieb es bis zur Pause bei der knappen Führung für die Borussia.

Aufregung gab es direkt nach dem Wiederanpfiff. Bei einer Flanke von Klaas-Jan Huntelaar sah der Linienrichter den Ball im Aus. Huntelaar hingegen nicht, was er mit einem gezeigten "Vogel" gestenreich zum Ausdruck brachte. Weil er Schiedsrichter Stark für seine Gelbe Karte auch noch applaudierte, legte der Schiri noch eine drauf, Gelb-Rot binnen wenigen Sekunden. Auch wenn Stevens nicht im Stadion war, dürfte sich Huntelaar da noch etwas anhören müssen.

Co-Trainer Seppo Eichkorn sagte: "Klaas-Jan agiert nicht glücklich. Das war eine Interpretation des Schiedsrichters. Wir haben in der zweiten Hälfte nach der Gelb-Roten Karte deutlich besser ins Spiel gefunden und waren mit zehn Mann spielerisch besser."

Kurze Schalker Drangphase blieb unbelohnt

Zunächst kam es aber noch schlimmer für die Gäste: Nachdem Hanke knapp an Schalkes Torwart Lars Unnerstall gescheitert war (51.), machte es Reus fünf Minuten später besser. Im Mittelfeld kam er an den Ball, verlud bei seinem Schuss Verteidiger Joel Matip und Unnerstall gleichsam, 2:0. Arango hätte wenig später fast erhöht, sein Ball landete knapp drüber (61.). Die Chance von Roman Neustädter vereitelte Unnerstall (62.).

Ein Erfolg der Schalker schien zu keinem Zeitpunkt des Spiels weiter entfernt. Fast chancenlos hatten sich die Gäste bis dahin ihrem Schicksal ergeben. Völlig überraschend fiel der Anschlusstreffer, einen Schuss von José Manuel Jurado konnte Marc-André ter Stegen nur abprallen lassen, der eingewechselte Julian Draxler reagierte am schnellsten und beförderte den Ball zum 1:2 ins Tor (70.). Bei Raúls Versuch war ter Stegen vier Minuten später hingegen auf dem Posten.

Trotz dieser Drangphase blieb es beim Erfolg der Gladbacher, den Reus in der 88. Minute mit seinem zweiten Treffer perfekt machte. Nach einem Gerangel in der Schlussminute bekam Jones dann doch noch seinen Platzverweis. Er war mit Igor de Camargo aneinander geraten und sah seine zweite Gelbe Karte.

Trotz des gelungenen Jahresabschlusses war Gladbachs Trainer Favre nur teilweise zufrieden: "Heute haben wir sehr gut verteidigt in der ersten Halbzeit, es war sehr schwer für Schalke. Dann haben wir defensiv die Konzentration verloren, es war spielerisch eine Enttäuschung." Von solch einer "Enttäuschung" hätte der Club im vergangenen Jahr allenfalls zu träumen gewagt.

Borussia Mönchengladbach - Schalke 04 3:1 (1:0)
1:0 Arango (18.)
2:0 Reus (56.)
2:1 Draxler (70.)
3:1 Reus (88.)
Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Herrmann (88. Marx), Arango - Hanke (71. de Camargo), Reus
Schalke: Unnerstall - Höwedes, Papadopoulos, Matip, Christian Fuchs - Jones - Höger (71. Marica), Jurado (80. Baumjohann) - Raul - Huntelaar, Pukki (46. Draxler)
Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding)
Zuschauer: 54.057 (ausverkauft)
Gelb-Rote Karten: Huntelaar (46.) wegen wiederholter Unsportlichkeit; Jones wegen unsportlichen Verhaltens (90.+2)
Gelbe Karten: de Camargo - Papadopoulos (2)

insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
semper-idem 21.12.2011
1. Jones
Zitat von sysopMönchengladbach ist nach einem Erfolg über Schalke ins Viertelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Dabei*sah Klaas-Jan Huntelaar früh Gelb-Rot, eine Tätlichkeit von Jermaine Jones blieb hingegen ungesühnt -*vom Platz musste er später dennoch. Zudem war Stuttgart gegen den HSV erfolgreich. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,805234,00.html
Kann man diesen elenden Rüpel Jones nicht wegen Körperverletzung anzeigen?
juergene_mg 21.12.2011
2. Mindestens acht Wochen Sperre für den Jones
Zitat von sysopMönchengladbach ist nach einem Erfolg über Schalke ins Viertelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Dabei*sah Klaas-Jan Huntelaar früh Gelb-Rot, eine Tätlichkeit von Jermaine Jones blieb hingegen ungesühnt -*vom Platz musste er später dennoch. Zudem war Stuttgart gegen den HSV erfolgreich. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,805234,00.html
Ich habe das Spiel nur im TV verfolgt, leider! Toller Fußball wurde geboten, in der zweiten Hälfte auch von Schalke. Gladbach hat sich da selbst noch in Gefahr gebracht. Wie Raul und Draxler da kämpften, einfach vorbildlich – schreibe ich als Gladbach Fan. Gladbach hat verdient gewonnen. Zwei Dinge sind neben dem sportlichen festzuhalten. 1. Der Jones gehört sofort aus dem Verkehr gezogen für mindestens acht Spielwochen – wegen des Tritts auf den linken Fuß von Reus. 2. Das wird im DFB-Gefüge aber nicht passieren Leider!
SmarterAlsDu 21.12.2011
3. Drobny mal wieder wie auf Valium
Zitat von sysopMönchengladbach ist nach einem Erfolg über Schalke ins Viertelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Dabei*sah Klaas-Jan Huntelaar früh Gelb-Rot, eine Tätlichkeit von Jermaine Jones blieb hingegen ungesühnt -*vom Platz musste er später dennoch. Zudem war Stuttgart gegen den HSV erfolgreich. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,805234,00.html
Null Reflexe und keine Strafraumbeherrschung. Stattdessen wackelt er immer unbeholfen im 5-Meter-Raum herum. Ich frage mich, wann der HSV wieder einen Torhüter holt, der würdig ist, in einer Reihe mit Stein, Golz und Butt zu stehen.
Vincent Jones 22.12.2011
4. Jermaine Jones
Erstmal freue ich mich, dass die Gladbacher gegen Schalke im Pokal weiter ist. Was Jermaine Jones jedoch mit Reus machte, sah für mich schon nach vorsätzlicher Körperverletzung aus. Eine solche abartige Unsportlichkeit habe ich ja noch nie gesehen. Da sind die "normalen" Tätlichkeiten ja schon wie ein Foul beim Nonnenhockey! Lieber DFB halten Sie uns bitte solche Hooligans im Trikot lange vom Hals.... Allen noch ein frohes Fest und Jermaine Jones wünsche ich hiermit 6 Wochen Durchfall!
kastenmeier 22.12.2011
5. ...
Zitat von sysopMönchengladbach ist nach einem Erfolg über Schalke ins Viertelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Dabei*sah Klaas-Jan Huntelaar früh Gelb-Rot, eine Tätlichkeit von Jermaine Jones blieb hingegen ungesühnt -*vom Platz musste er später dennoch. Zudem war Stuttgart gegen den HSV erfolgreich. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,805234,00.html
Nettes Spielchen gestern, Glückwunsch an die Borussia. Die Tätlichkeit von Jones wird mir aber zu lapidar abgetan, vermutlich weil Reus weiterspielen konnte. Klar ist, ein solch asoziales verhalten habe ich im Deutschland noch nicht gesehen. Ohne das das Spiel läuft, geht Jermaine Jones zu einem angeschlagenen Spieler und tritt ihm mit voller Absicht auf den verletzten Fuß. Wie heißt es so oft: "nimmt die Verletzung des Gegenspieler billigend in Kauf". Herr Jones geht noch einen gewaltigen Schritt weiter: Er will die Verletzung gezielt herbeiführen, bzw. die Verletzung eines angeschlagenen Spielers wieder aufbrechen - unfassbar. Hoffentlich hat das ein Nachspiel und verläuft nicht im Sande, weil nichts schlimmes passiert ist.
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