DFB-Pokal-Achtelfinale Regionalligist Kiel blamiert Mainz

Das Märchen geht weiter: Regionalligist Holstein Kiel steht im Viertelfinale des DFB-Pokals. Gegen Bundesligist Mainz spielten die Amateure groß auf und triumphierten völlig verdient. Außerdem besiegte Hertha BSC im ersten Match nach Trainer Markus Babbel den 1. FC Kaiserslautern.

DPA

Hamburg - Langsam wird es unheimlich. Nach den beiden Zweitligisten Cottbus und Duisburg hat Holstein Kiel im DFB-Pokal einen weiteren höherklassigen Club aus dem Wettbewerb geworfen. Im Achtelfinale besiegte der Regionalligist den Bundesligisten Mainz 05 2:0 (1:0). Dabei erzielte das erste Tor ein Mainzer: Anthony Ujah köpfte in der sechsten Minute ins eigene Tor. Im zweiten Durchgang erhöhte Steve Müller (64. Minute).

"Es ist unglaublich, unter den besten acht Teams zu sein. Damit haben wir eine Sensation für den ganzen Norden geschafft", sagte Kiels Tim Siedschlag begeistert. Torschütze Müller ergänzte: "Ein unfassbares Gefühl. Dass ich auch noch das zweite Tor gemacht habe, war das Tüpfelchen auf dem i."

Die Mainzer waren dagegen restlos bedient. "Wir haben miserabel gespielt. Es ist Winter, aber es lag nicht am Platz, die anderen haben sich auch darauf zurechtgefunden", stellte 05-Abwehrspieler Zdenek Pospech klar.

Von Beginn an entwickelte sich in Kiel eine kampfbetonte Partie. Obwohl das Spielfeld durch eine Zeltkonstruktion vor Eis und Regen geschützt worden war, war der Untergrund sehr rutschig. Wenig überraschend fiel die frühe Führung nach einer Standardsituation. Nach dem Eckball von Marc Haider traf kein Kieler, sondern der Mainzer Gästestürmer Anthony Ujah ins eigene Tor, sehr zum Jubel der rund 10.500 Zuschauer in Kiel.

Erst der zweite Viertligist im Pokal-Viertelfinale

Auch in der Folgezeit war zwischen beiden Teams kein Klassenunterschied zu erkennen. Die Gäste wirkten zwar technisch besser, konnten sich gegen die zweikampfstarken Kieler aber nicht entscheidend durchsetzen. Es dauerte bis zur 26. Minute, ehe der Liga-14. überhaupt zum ersten Eckball kam. 120 Sekunden später ging ein Kopfball von Nico Bungert nur knapp am Kieler Tor vorbei.

Auch in Halbzeit zwei schaffte es der Erstligist nicht, das Spiel zu kontrollieren. Beide Teams wurden weiter nur nach Standardsituationen gefährlich. Eine davon nutzte Kiel zum zweiten Tor. Nach einem ungenauen Klärungsversuch von Jan Kirchhoff erzielte Müller aus spitzem Winkel mit links das 2:0.

In den ersten beiden Runden hatten die Kieler schon die Zweitligisten Energie Cottbus (3:0) und MSV Duisburg (2:0) besiegt. Es ist erst das zweite Mal, dass ein Viertligist das Viertelfinale des DFB-Pokals erreicht. Zuvor war dies Magdeburg vor elf Jahren gelungen.

In der Runde der besten Acht trifft Kiel nun auf Borussia Dortmund.

Holstein Kiel - FSV Mainz 05 2:0 (1:0)
1:0 Ujah (6., Eigentor)
2:0 Müller (64.)
Kiel: Jensen - Herrmann, Berzel, Jürgensen, Poggenberg - Steve Müller - Siedschlag, Lindner (90.+1 Wetter) - Kazior (90. Schulz) - Heider, Sykora
Mainz: Heinz Müller - Pospech, Bungert, Noveski, Fathi (46. Schönheim) - Baumgartlinger (63. Allagui), Kirchhoff - Nicolai Müller, Soto - Gavranovic, Ujah (68. Choupo-Moting)
Schiedsrichter: Günter Perl (Pullach)
Zuschauer: 10.649
Gelbe Karten: Heider (2) -

insgesamt 10 Beiträge
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hattrick73 21.12.2011
1.
Hertha trotz Theater weiter und das Heim-Endspiel bleibt tatsächlich weiter möglich. Und Mainz ? Keine andere Mannschaft hat sich so blamiert wie die Medienlieblinge vom FSV. Im Europapokal in der Quali-Runde gegen den letzten aus irgendeinem südosteuropäischen Enwicklungsland jämmerlich ausgeschieden, in der Bundesliga in Abstiegsgefahr ( an sich ok für einen Verein wie Mainz), aber jede Woche blamiert der mittlerweile unsymphatischte Trainer der Liga seinen Klub aufs Neue. Entweder wird er auf die Tribüne geschickt oder er jammert hinterher über die bösen Schiris und ergeht sich in Verschwörungstheorien. Das ist peinlich. Der soll mal in die Schule gehen bei Heynckes, Schaaf, Favre. Als Krönung Pokal-K.O. in der vierten Liga. Wie wohl die Medien regieren ? Nach dem anderen Liebling FC. St. Pauli ist auch der FSV ganz tief gefallen.
LucianBF 21.12.2011
2. Amateure?
Die Bezeichnung Amateure trifft auf diese Kieler Mannschaft aber wirklich nicht zu. So wie die heute aufspielten wären die klar besser als Freiburg oder Augsburg. Ab in die Erste Liga! :D
drnice1983 21.12.2011
3. jaja
Und jetzt Dortmund. Egal. Solange es keine Klatsche gibt kann man in Kiel zufrieden sein. Hauptsache der Aufstieg in die dritte Liga klappt. Pokal ist langweilig :D Übrigens: DIE KSV Holstein
Crom 22.12.2011
4.
Zitat von LucianBFDie Bezeichnung Amateure trifft auf diese Kieler Mannschaft aber wirklich nicht zu. So wie die heute aufspielten wären die klar besser als Freiburg oder Augsburg. Ab in die Erste Liga! :D
Ich glaub, die wären froh, erst einmal in die 3.Liga aufzusteigen.
BigRick1407 22.12.2011
5. Respekt!
Zitat von LucianBFDie Bezeichnung Amateure trifft auf diese Kieler Mannschaft aber wirklich nicht zu. So wie die heute aufspielten wären die klar besser als Freiburg oder Augsburg. Ab in die Erste Liga! :D
Alle Achtung, ganz starke Leistung. Allerdings ist jetzt Schluß, das wissen sie auch. Insofern wäre es ganz klug, nochmal richtig Kasse zu machen und sich das Heimrecht abkaufen lassen. Oder wenigstens nach Hamburg in die Imtech Arena zu ziehen. Mit 10.000 Zuschauern in einem Viertelfinale wäre keinem gedient. Aber diese Regionalligestaffel scheint eine unheimlich starke zu sein. RB Leipzig und Holstein haben offenbar ganz klar das Zeug auch zwei Klassen höher zu bestehen.
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