BVB-Erfolg im Pokal B-Elf besiegt Wanderdüne

Beim Pokalsieg des BVB gegen Saarbrücken saßen die Stars auf der Bank - machte aber nix, im Gegenteil: Gerade die Spieler, die Trainer Klopp zu seinem Leidwesen oft draußen lassen muss, zeigten eindrucksvoll, dass in naher Zukunft mit ihnen zu rechnen ist.

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Aus Saarbrücken berichtet


Das Geheimtraining blieb nicht wirklich geheim. Borussia Dortmund hatte es vor dem 2:0-Sieg im Achtelfinale des DFB-Pokals beim 1. FC Saarbrücken dennoch einfach mal versucht. Der Platz, auf dem der BVB trainierte, gehört zum ATSV Saarbrücken und liegt neben der Gesamtschule "Bellevue". Und die Schüler hatten tatsächlich eine wunderbare Aussicht, sahen den schwarz-gelben Bus ankommen und konnten in ihrer Pause hinstürmen.

"Etwa hundert Schüler rannten plötzlich Richtung Trainingsplatz", erzählte Klopp die Geschichte des Morgens bei der abendlichen Presskonferenz nach der Partie. Wohl auch weil der anschließende 2:0-Pflichtsieg gegen den Drittligisten nicht so richtig viel Gesprächsstoff hergab. "Ich dachte nur: Hoffentlich stürmen sie den Platz nicht", sagte Klopp. Taten die Schüler nicht, nur der Rückweg zum Bus war wegen des erhöhten Fan-Aufkommens "etwas beschwerlich".

Obwohl das Training nur eine halbe Stunde dauerte und nicht geheim blieb, blieb es augenscheinlich nicht wirkungslos. Denn im Ludwigspark roch es "nicht eine Sekunde nach einer Sensation", bilanzierte Klopp zufrieden. 84 Prozent Ballbesitz hatte die Borussia, 27 Torschüsse gab sie ab - Saarbrücken kam auf vier. Einen davon setzte FCS-Stürmer Marcel Ziemer an den linken Pfosten (38. Minute). Hätte er getroffen, wäre es der 1:1-Ausgleich gewesen. "Doch auch das Tor hätte nichts geändert", gab FCS-Trainer Milan Sasic später zu: "Der BVB hätte dennoch gewonnen."

Die Souveränität, mit der Dortmund auftrat, war trotz des Zwei-Klassen-Unterschieds erstaunlich. Schließlich fehlten Klopp diverse Spieler verletzungsbedingt, einigen anderen gönnte er eine Pause und ließ sie zunächst auf der Bank. In Namen ausgedrückt: Marco Reus, Nuri Sahin, Sven Bender, Lukasz Piszczek, Jakub Blaszczykowski, Robert Lewandowski, Roman Weidenfeller, Neven Subotic, Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Marcel Schmelzer lauten die elf Namen, die in der Startaufstellung fehlten.

Schieber und Hofmann entscheiden das Spiel

Die Dortmunder B-Elf spielte dennoch so dominant, dass die 31.000 Zuschauer nicht ein einziges Mal in Pokal-Wallung kamen. Der FCS wirkte im Vergleich zum BVB so agil wie eine Wanderdüne. Oder wie es Ziemer ausdrückte: "Wenn die mal angezogen haben, waren sie einfach weg." Vor allem die, die sonst nicht anziehen dürfen: Die Mittelfeldspieler Jonas Hofmann, Oliver Kirch und Stürmer Julian Schieber. Die drei gaben in Saarbrücken ihr Saison-Startelfdebüt, und es war ein beachtliches: Schieber erzielte nach Vorarbeit von Hofmann das 1:0 (19.) und bereitete dessen 2:0 in der 49. Minute vor.

Hofmann war nahezu an jeder gefährlichen Aktion des BVB beteiligt und erklärte mit Blick auf das Viertelfinallos: "Wenn wir München zugelost bekommen, müssen wir sie schlagen." Auch Klopp will den Pokal gewinnen, weswegen er seinen Ersatzleuten sehr dankbar war: "Sie haben einfach ein phantastisches Spiel gemacht." Vor allem Stürmer Schieber habe "sein Leistungsniveau im letzten Jahr verdoppelt", lobte Klopp. Mit erst sieben Saisoneinsätzen (ein Tor) hat der 24-Jährige dies nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit getan.

Kirch spielte auch erst vier Mal im defensiven Mittelfeld. Und in "Saarbrücken haben sich heute Abend einige gefragt, warum bringt der Klopp den nicht immer. Mir tut es menschlich manchmal echt leid, wenn ich sie draußen lassen muss. Aber sie haben einfach eine brutale Qualität vor der Nase", erklärte Klopp, der das Selbstvertrauen seiner Ersatzspieler stärkte. Sie könnten es brauchen.

Dortmund hat am Samstag (18.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in der Liga den Tabellenzweiten Bayer Leverkusen zu Gast. Am Mittwoch (20.45 Uhr) steht das Alles-oder-nichts-Spiel in der Champions League bei Olympique Marseille an, nach dem feststeht, ob Dortmund die K.-o.-Runde erreicht. Dass Hofmann, Kirch und Schieber in diesen Spielen wichtig werden, ist zwar fraglich, aber dennoch möglich. Klopp weiß nun aber: Der Ersatz passt perfekt ins derzeitige 4-3-2-1-System. Daran wird er sich sicher erinnern, wenn er an das Spiel in Saarbrücken zurückdenkt - und natürlich an das morgendliche Geheimtraining.

1. FC Saarbrücken - Borussia Dortmund 0:2 (0:1)
0:1 Schieber (19.)
0:2 Hofmann (49.)
Saarbrücken: Ochs - Falkenberg, Fischer, Knipping, Marque - Forkel (79. Tim Kruse), Raffael Korte - Plut, Deville (63. Humbert), Hoffmann - Ziemer (46. Rathgeber)
Dortmund: Langerak - Großkreutz (66. Piszczek), Manuel Friedrich, Sokratis, Durm - Kirch, Kehl - Hofmann, Mchitarjan (76. Ducksch), Aubameyang (66. Blaszczykowski) - Schieber
Schiedsrichter: Fritz (Korb)
Zuschauer: 30.931 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Raffael Korte, Knipping / -



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Seite 1
timtonic 04.12.2013
1. Oliver Kirch
... hat gespielt wie Sahin zu seinen besten Zeiten. Technisch hochwertig, weite Wege, "tödliche" Pässe am Fließband - bitte mehr davon. Bei Schieber fiel wieder auf, dass er technisch limitiert ist: viel zu viele Fehlpässe, mit denen er gute Angriffe abwürgt. Hofmann wieder in guter Form, Durm sowieso.
Goldwin 04.12.2013
2.
Zitat von sysopGetty ImagesBeim Pokalsieg des BVB gegen Saarbrücken saßen die Stars auf der Bank - machte aber nix, im Gegenteil: Die Spieler der B-Elf, die Trainer Klopp zu seinem Leidwesen oft draußen lassen muss, zeigten eindrucksvoll, dass in naher Zukunft mit ihnen zu rechnen ist. http://www.spiegel.de/sport/fussball/dfb-pokal-borussia-dortmund-gewinnt-beim-1-fc-saarbruecken-a-937093.html
Ich habe das Spiel gestern nicht gesehen, aber ich verfolge rein aus regionalen Gründen den FCS schon des öfteren. Von daher halte ich es für ziemlich gewagt das Leistungsniveau der Dortmunder Ersatzspieler auf Grundlage dieses Spieles zu bewerten... gegen Saarbrücken sahen in dieser Saison schon viele Spieler gut aus. ;-)
stefansaa 04.12.2013
3.
Zitat von GoldwinIch habe das Spiel gestern nicht gesehen, aber ich verfolge rein aus regionalen Gründen den FCS schon des öfteren. Von daher halte ich es für ziemlich gewagt das Leistungsniveau der Dortmunder Ersatzspieler auf Grundlage dieses Spieles zu bewerten... gegen Saarbrücken sahen in dieser Saison schon viele Spieler gut aus. ;-)
Ja das denke ich auch. Habe nur die erste Hälfte gesehen und man hat gemerkt, dass die Dortmunder da leichtes Spiel haben. Schieber hat ein gutes Tor gemacht und war engagiert, kommt aber nicht einmal in Ansätzen an Lewandowski oder einen anderen Spieler der A-Mannschaft heran. Alle anderen haben groß aufgespielt, kennen diese ja Saarbrücken aus der zweiten Mannschaft. Man sollte bei solchen Spielen immer nicht zu viel hinein interpretieren. Ansonsten war es ein guter Auftritt der Dortmunder. Das Ergebnis stimmte und die Art und Weise war ebenfalls richtig.
Trainspotter 04.12.2013
4. Übertrieben
Es wird ja schon fast so getan, als hätte die Reserve auf dem Platz gestanden, dabei sind das fast alles Spieler, die bei anderen Bundesliga Vereinen in der Startelf stehen würden.
karlsruher_kind 04.12.2013
5.
Zitat von sysopGetty ImagesBeim Pokalsieg des BVB gegen Saarbrücken saßen die Stars auf der Bank - machte aber nix, im Gegenteil: Die Spieler der B-Elf, die Trainer Klopp zu seinem Leidwesen oft draußen lassen muss, zeigten eindrucksvoll, dass in naher Zukunft mit ihnen zu rechnen ist. http://www.spiegel.de/sport/fussball/dfb-pokal-borussia-dortmund-gewinnt-beim-1-fc-saarbruecken-a-937093.html
Bei allem Respekt vor der Leistung des BVB aber man darf eines nicht vergessen, Saarbrücken liegt in der Tabelle sogar hinter den BVB-Amateuren und hat Regionalliga-Niveau. "Erstaunlich" und "beachtlich" fand ich an dem Spiel daher überhaupt nichts. Bei 17 anderen Bundesligisten hätte es diese Lobpreisungen gegen einen solchen Gegner wohl auch nicht unbedingt gegeben. Kirch und Schieber werden (trotz der Bauchpinseleien) auch in Zukunft keine relevante Rolle beim BVB spielen. Hofmann und Durm sind vielversprechende Spieler. Das sind jedoch keine Erkenntnisse die auf den "Benchmark" Saarbrücken fußen.
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