DFB-Pokal der Frauen VfL Wolfsburg feiert Double

Zwei Wochen nach der Meisterschaft haben die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg auch den DFB-Pokal gewonnen. Wie im Vorjahr setzte sich der Favorit gegen den SC Sand durch - wenn auch knapper als erwartet.

Pernille Harder
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Pernille Harder


Die Männer zittern noch um den Verbleib in der Bundesliga, die Frauen fahren dagegen Erfolg um Erfolg ein: Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben ihre Saison mit dem Gewinn des Doubles gekrönt. Der Meister bezwang im DFB-Pokalfinale wie im Vorjahr den Außenseiter SC Sand in einem umkämpften Duell 2:1 (0:0) und machte den Cup-Hattrick perfekt.

Matchwinnerin war die Dänin Pernille Harder mit ihrem Doppelpack (65. Minute/75.). Den Anschlusstreffer erzielte Jovana Damnjanovic (78.), als Wolfsburg nach einem Platzverweis gegen Alexandra Popp (77.) in Unterzahl agierte. In der Nachspielzeit sah Wolfsburgs Sara Björk Gunnarsdottir Gelb-Rot (90.+5).

Mit dem vierten Pokal-Triumph seit 2013 bescherten die Wölfinnen ihrem Trainer Ralf Kellermann das perfekte Abschiedsgeschenk. Nach neun Jahren in Doppelfunktion und neun Titeln in den vergangenen fünf Jahren konzentriert sich der 48-Jährige künftig auf den Job als Sportlicher Leiter der VfL-Frauen.

Vor 17.016 Zuschauern in Köln war im ersten Durchgang kaum ein Klassenunterschied zwischen dem zweimaligen Champions-League-Sieger und dem Achten der abgelaufenen Bundesliga-Saison auszumachen. Erst eine Standardsituation brachte den Favoriten nach etwas mehr als einer Stunde in Führung: Nach einem Eckstoß von Caroline Hansen köpfte die im Winter verpflichtete Harder ein. Den zweiten Treffer bereitete Popp per Flanke vor, kurz danach wurde die Nationalstürmerin wegen unsportlichen Verhaltens von Schiedsrichterin Ines Appelmann des Feldes verwiesen.

Vor dem Spiel hatte es beim VfL Misstöne gegeben, da auf Wunsch des Klubs die für Sonntag vorgesehene offizielle Feier für das Frauen-Team am Wolfsburger Rathaus abgesagt und auf den Beginn der nächsten Saison verschoben worden war. Der "gesamte VfL" konzentriere sich "in diesen Tagen natürlich komplett auf die Relegation" der Männermannschaft, so die Begründung. Kellermann äußerte Kritik und bemängelte die interne Kommunikation: "Das hat uns hart getroffen."

chh/sid



insgesamt 12 Beiträge
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divStar 27.05.2017
1. Nicht schlecht, aber dennoch....
Ich habe mir mal Frauenfußballmatches angeschaut: es ist einfach weniger los, weniger Action, viel weniger - teils auch unschöne - Fouls. Glückwunsch an den VfL Wolfsburg - aber die Meldung ist halt nur bedingt spannend, denn ich glaube, dass sehr sehr wenige Frauenfußball schauen. Ja nicht einmal jene Frauen, die ich kenne, schauen es (einige von ihnen schauen aber den normalen Männerfußball).
w.weiter 27.05.2017
2. Frauen
-fußball ist ästetisch und kämpferisch. Fast wie Damen-Rugby. Die Ladies haben geschafft wovon die Bubies träumen. Laßt sie doch feiern. Zitat: "Das hat uns hart getroffen." Fußballer sind eher "Mädels" die ein wenig fußballern, sollen sich nicht so wichtig nehmen, (ich habe Aua, tut weh). Fußballerinnen zeigen es euch, die haben es drauf. Respekt an die Ladies. Chapeau.
mähmähmäh 27.05.2017
3.
und sie dürfen aufgrund der erfolglosen Männer nicht feiern?! Andersrum undenkbar. Ich bin fassungslos. Damen des VFL, feiert euren Erfolg trotzdem und dann sucht euch schnellstmöglich einen anderen Verein.
widower+2 27.05.2017
4. Erbärmlich!
Den Mädels die Feier zu vermiesen, weil die Männer es nicht gesch... bekommen, ist einfach nur erbärmlich. Das gilt dann wohl auch für den gesamten Verein. Für den Eigentümer und Geldgeber sowieso.
baggi66 27.05.2017
5. Feiert...
...bis die Testosteron Deppen kotzen. Ihr habt gewonnen und nun wird wie im Mittelalter durch die Männer bestimmt ob gefeiert wird oder nicht? Daran sieht man wie fortschrittlich diese Gesellschaft ist. Und was für eine sprichwörtliche Scheiße hier abgeht.
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