DFB-Pokal Erstligisten zeigen keine Schwäche, Jena wirft Lautern raus

Keine Überraschungen: In den Samstagsspielen haben alle Bundesligisten die zweite Pokalrunde erreicht. Kaiserslautern unterlag in Jena, Augsburg setzte sich in Paderborn erst im Elfmeterschießen durch. Die Partie Halle gegen Hannover musste wegen Krawallen unterbrochen werden.


Hamburg - Die Bundesliga ist im DFB-Pokal weiter komplett vertreten. Am Samstagabend zogen der FC Schalke, Energie Cottbus und Eintracht Frankfurt jeweils mit 3:0-Siegen in die zweite Runde ein. Schalke gewann beim FC 08 Homburg, Cottbus bei Tennis Borussia Berlin, Frankfurt beim SC Pfullendorf. Ausgeschieden ist dagegen der 1. FC Kaiserslautern. Der Zweitligist verlor gegen den FC Carl Zeiss Jena 1:2 (0:0), Ligakonkurrent FC Augsburg gewann beim SC Paderborn glücklich 3:1 im Elfmeterschießen.

Bereits am Nachmittag hatten Borussia Dortmund, der Hamburger SV, Werder Bremen, Borussia Mönchengladbach und Hannover 96 die zweite Runde erreicht. Dortmund gewann das Ruhrderby bei Rot-Weiss Essen 3:1 (1:1). Der HSV kam beim Zweitliga-Aufsteiger FC Ingolstadt zu einem mühevollen 3:1 (0:1). Werder besiegte Eintracht Nordhorn 9:3 (4:1), Mönchengladbach den Siebtligisten Fichte Bielefeld 8:1 (7:0), Hannover gewann gegen den Halleschen FC 5:0 (1:0).

Auch Eintracht Frankfurt erledigte die Pflichtaufgabe beim Regionalligisten SC Pfullendorf souverän und siegte 3:0 (2:0). Chris mit einem Doppelpack (2./52. Minute) und Nikos Liberopoulus (19.) erzielten die Tore für die Hessen. Der viermalige Pokalsieger überstand damit zum achten Mal in Folge die erste Runde. Dabei musste die Eintracht nach einem Platzverweis für Marco Russ (45.) eine Hälfte in Unterzahl spielen.

Die unterlegenen Pfullendorfer, in der letzten Saison 17. der Regionalliga Süd, ließen sich trotz des frühen Rückstands nicht einschüchtern und kamen zu einigen Chancen. Die beste vergab Patrick Hagg, der nach einem Fehler von Russ den Pfosten traf (10.).

Energie Cottbus überwand sein Pokal-Trauma und steht erstmals seit drei Jahren wieder in der zweiten Runde. Die Lausitzer, die in den vergangenen beiden Jahren jeweils in der Auftaktrunde beim Regionalligisten Rot-Weiss Essen ausgeschieden waren, feierten beim Oberligisten Tennis Borussia Berlin einen glanzlosen 3:0 (2:0)-Erfolg. Die Tore für Cottbus erzielten Dimitar Rangelow (20. und 72.) und Branko Jelic (27. ). "Wir hatten viele Probleme im Pokal in den vergangenen Jahren. Jetzt sind wir endlich in der zweiten Runde", sagte Energie-Trainer Bojan Prasnikar.

Die Zuschauer im Berliner Mommsenstadion sahen bereits nach wenigen Spielminuten den Klassenunterschied zwischen dem Fünftligisten und den Gästen. Cottbus dominierte die Partie, ließ allerdings ein wenig die Zielstrebigkeit vermissen. Dafür überzeugte Energie eine Woche vor dem Bundesliga-Start gegen 1899 Hoffenheim bei der Chancenverwertung. Vor der Pause nutzte Cottbus zwei von nur drei Tormöglichkeiten und verwalteten danach das Ergebnis. Auch nach dem Seitenwechsel dominierte der Bundesligist das Spiel, ohne sich besonders anzustrengen und erhöhte auf 3:0.

Die Generalprobe des FC Schalke 04 für die Champions-League- Qualifikation am kommenden Mittwoch gegen Atlético Madrid ist – zumindest was das Ergebnis betrifft – gelungen. Die Gelsenkirchener gewannen beim saarländischen Oberligisten FC 08 Homburg 3:0 (1:0), überzeugen konnte das Team des neuen Trainer Fred Rutten aber über weite Strecken nicht. Der peruanische Neuzugang Jefferson Farfán (45.), Halil Altintop (55.) und Kevin Kuranyi (67.) erzielten die Tore. Homburg bot eine ansprechende Leistung und war dem Bundesligisten über weite Strecken ein ebenbürtiger Gegner.

In der Anfangsphase war der Fünftligist sogar das bessere Team. Die Schalker wirkten behäbig. Erst nach 19 Minuten sorgte Abwehrspieler Marcelo Bordon mit einem Schuss von der Strafraumgrenze für ein wenig Gefahr. Schalke kam danach zu wenigen Chancen, erst ein Fehler von Homburgs Torhüter Thorsten Hodel ermöglichte Schalke die Führung. Auch nach dem Wechsel waren die Gastgeber besser im Spiel. Lars Rheinheimer verpasste eine Hereingabe von Petri knapp (49.). Erst der zweite Treffer durch den eingewechselten Altintop sorgte für Beruhigung bei den Schalkern.

Nach einer miserablen Saison 2007/2008 mit dem Klassenerhalt in letzter Sekunde gab es für Zweitligist 1. FC Kaiserslautern eine Woche vor dem Auftakt der neuen Spielzeit den ersten Dämpfer und scheiterte 1:2 (0:0) beim Zweitliga-Absteiger Carl Zeiss Jena. Die Tore für die Thüringer erzielten Andre Schembri (50.) und Marco Riemer (56.). Neuzugang Srdjan Lakic gelang nur noch der Anschlusstreffer (78.) für die Gäste. Zu allem Überfluss sah der bis dahin beste Lauterer, Axel Bellinghausen, die Gelb-Rote Karte (81.). Kaiserslautern enttäuschte vollkommen, Jena war feldüberlegen. Schembri gelang mit einem Heber aus 13 Metern die Führung, Riemer traf nach einer unübersichtlichen Situation im Strafraum.

Zweitligist FC Augsburg zog durch ein 3:1 im Elfmeterschießen beim Drittliga-Spitzenreiter SC Paderborn in die zweite Runde ein. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung hatte es durch Tore von Sercan Güvenisik (Paderborn/102.) und Imre Szabics (Augsburg/116.) 1:1 (0:0, 0:0) gestanden.

Die Paderborner dominierten zunächst das Spiel gegen den höherklassigen Gegner, agierten aber im Abschluss unglücklich. Dominick Kumbela hätte seine Mannschaft zweimal fast in Führung geschossen. Erst klärte Augsburgs Stephan Hain Kumbelas Schuss auf der Linie, nachdem Torwart Sven Neuhaus schon geschlagen war (16.). Wenig später traf Kumbela dann nur die Latte (33.). Paderborn hatte auch im zweiten Durchgang mehr vom Spiel, nutzte aber weiterhin seine Chancen nicht. Das gelang dann Güvenisik, der nach einem Steilpass Augsburgs Keeper Neuhaus umspielte und einschob. Auf der anderen Seite hatte Szabics mit einem Kopfball an die Latte Pech (107.), traf rund zehn Minuten später dann aber doch noch zum Ausgleich. Torhüter Neuhaus sorgte mit dem gehaltenen Versuch von Güvenisik im Elfmeterschießen für den Augsburger Sieg.



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