DFB-Pokal Werder gleicht Zwei-Tore-Rückstand gegen FC Bayern aus und verliert dennoch

Zum zweiten Mal innerhalb von fünf Tagen unterliegt Werder Bremen dem FC Bayern nach hartem Kampf. Durch einen umstrittenen Elfmeter ziehen die Münchner ins DFB-Pokalfinale gegen Leipzig ein.

Martin Rose / Getty Images

Werder Bremen hat das Halbfinale im DFB-Pokal gegen den FC Bayern München 2:3 (0:1) verloren. Robert Lewandowski (36.) und Thomas Müller (63.) hatten die Gäste in Führung gebracht, Milot Rashica legte erste Yuya Osako den Anschlusstreffer auf (74.) und traf nur eine Minute später zum Ausgleich. Am Ende siegten dennoch die Bayern, da Lewandowski einen nicht ganz unumstrittenen Elfmeter zum 3:2 für die Gäste verwandelte (80.). Das Team von Niko Kovac trifft im Finale in Berlin auf RB Leipzig, das am Tag zuvor den Hamburger SV 3:1 besiegt hatte.

Nach der 0:1-Niederlage in München in der Bundesliga stellte Bremens Trainer Florian Kohfeldt offensiver auf und brachte Osako von Beginn an für Nuri Sahin. Mit dem Resultat, dass Werder deutlich mehr vom Spiel hatte als noch am Wochenende. Auch in den Zweikämpfen hielten die Gastgeber dagegen, was zu einer zeitweise hart geführten Partie führte.

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DFB-Pokal: Lewandowski schießt FC Bayern nach Berlin

Doch auch spielerisch passierte einiges: Müller scheiterte gleich zweimal knapp, in der 10. Minute aus kurzer Distanz an der eigenen Balance und in der 16. Minute am Bein von Niklas Moisander. Auch Werder war nah dran am Tor, doch Davy Klaassen konnte die Hereingabe von Rashica trotz guter Position nicht verwerten. Besser machte es Lewandowski: Einen Abpraller nach Kopfball-Bogenlampe durch Müller nahm der Stürmer auf und erzielte in der 36. Minute die Münchner Führung.

Rashica dreht spät auf

Die beste Chance nach der Pause gehörte wieder den Bayern: Müller flankte den Ball durch den Strafraum zu Kingsley Coman, der volley abzog - doch Werder-Keeper Jiri Pavlenka konnte parieren (48.). Eine Viertelstunde später war er jedoch chancenlos, als die Bayern einen Ball auf Umwegen zu Müller am Elfmeterpunkt brachten, der ihn im Rückwärtsfallen zum 2:0 ins Bremer Tor schoss (63.).

Werder versuchte trotz des zweiten Gegentreffers spielerisch nach vorn zu gelangen und kam nach einer Flanke von Rashica zu einer Kopfballchance durch Klaassen, doch den wenig platzierten Versuch konnte Bayern-Keeper Sven Ulreich fangen (66.). Keine zehn Minuten später trug es jedoch Früchte: Zunächst schoss Osako nach Querpass von Rashica den Anschlusstreffer (74.), nur Momente später traf der Kosovare nach einem energischen Sprint an der Münchner Strafraumkante entlang zum Ausgleich ins lange Eck (75.).

All die Mühen wurden nicht belohnt: In der 78. Minute pfiff Schiedsrichter Daniel Siebert nach einem Foul von Theodor Gebre Selassie an Coman im Strafraum Elfmeter - eine äußerts harte, aber nach Prüfung der Videobilder auch schwer zu revidierende Entscheidung. Davon sah Siebert auch ab und Lewandowski entschied die Partie durch einen Elfmeter (80.)

SV Werder Bremen - FC Bayern München 2:3 (0:1)
0:1 Lewandowski (36.)
0:2 Müller (63.)
1:2 Osako (75.)
2:2 Rashica (76.)
2:3 Lewandowski (80.)
Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Augustinsson (81. Harnik) - M. Eggestein - Möhwald (65. Pizarro), Klaassen (89. J. Eggestein) - Kruse - Osako, Rashica
München: Ulreich - Kimmich, Boateng, Hummels, Alaba - Javi Martínez, Thiago (76. Rodríguez) - Gnabry (58. Goretzka), Müller (89. Rafinha), Coman - Lewandowski
Schiedsrichter: Siebert
Gelbe Karten: Klaassen, Kruse - Hummels, Rodríguez
Zuschauer: 42.100

tip



insgesamt 82 Beiträge
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Seite 1
power.piefke 24.04.2019
1. schade werder
aber gegen 12 ist es schwierig zu gewinnen. bayern hat das Spiel nach dem geschenkten 11er mit interessantem Zeitmanagement über die Zeit gerettet. Unfaires verhalten kann man kultivieren, wenigstens das haben die bayern aufs neue bewiesen.
treime 24.04.2019
2. Ein Witz
Elfmeter klare Fehlentscheidung. Videobeweis - nix. Der Typ stellt das Laufen ein, sobald er Kontakt spürt, da war der Ball schon unerreichbar. Unglaublich, dass die Bayern immer diesen Dusel haben. Immer.
kaefer84 24.04.2019
3. Klares Foul
Das Foul, was zum Elfmeter führte, ist auf dem kompletten Spielfeld immer ein klares Foul. Wenn es Unentschieden steht und der Pfiff im Strafraum pro Bayern geht, ist es natürlich eine "harte Entscheidung" und "umstritten".
marcus1966 24.04.2019
4. Schade...
Toll, die beiden Tore in einer Minute. Legendär. Dummer, ganz dummer Elfer. Warum rempelt er ihn so unnötig. Schön für Müller, der großartig gespielt hat. Ein Nationaltrainer, der so einen Spieler unwiderruflich ausmustert, der ist nicht mehr mein Bundestrainer.
spon_12 24.04.2019
5.
Kruse bringts auf den Punkt: Kann man den Videobeweis auch wieder abschaffen. Wär ich Schiri-Obmann, könnte der gute die nächste Zeit in den Niederungen der 2. Liga das Handwerk lernen. Nicht, weil er verpfiffen hat - sondern die Art und Weise, wie er verpfiffen hat. Denn: Wer gibt mir den die Garantie, dass der Mann demnächst nicht wieder so pfeift?
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