Sieg über Werder Bayern müht sich ins Pokalfinale

München fährt nach Berlin: Die Bayern haben sich im DFB-Pokal-Halbfinale knapp gegen Werder durchgesetzt und stehen im Endspiel. Gegen starke Bremer brachte ein unberechtigter Elfmeter die Entscheidung.

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Der FC Bayern München steht im Endspiel des DFB-Pokals. Im Halbfinale setzte sich das Team von Trainer Josep Guardiola zu Hause 2:0 (1:0) gegen Werder Bremen durch. Die Gäste zeigten eine gute Leistung, gerieten aber in der ersten Hälfte durch einen Kopfball von Thomas Müller in Rückstand (30.). Der deutsche Nationalspieler sorgte in der 71. Minute für die Entscheidung - durch einen Elfmeter, den Arturo Vidal mit einer Schwalbe herausgeholt hatte.

Das Duell des DFB-Pokal-Rekordsiegers Bayern (17 Titel) mit dem zweiterfolgreichsten Team Werder (sechs) ist traditionsreich. Allein im Finale trafen die Klubs bereits dreimal aufeinander. Insgesamt feierte Bremen in sieben Pokalspielen gegen die Münchner nur einen Sieg - im Elfmeterschießen des Endspiels 1999.

Ins Finale nach Berlin wollte Bremen in diesem Jahr erstmals seit 2010. Die Gäste begannen überraschend offensiv und attackierten die Münchner zu Beginn schon früh im Aufbau. Das gab den Hausherren zwar Platz zum Kontern, Bayern spielte jedoch etwas zu kompliziert oder scheiterte immer wieder an der guten Bremer Defensiv-Leistung rund um den starken Jannik Vestergaard.

Die erste klare Torchance brachte allerdings direkt die Führung: Bei einem Eckball von Xabi Alonso rutschte Bremens Kapitän Clemens Fritz aus, sein Gegenspieler Müller köpfte unbedrängt ein. Kurz darauf verpasste der Angreifer mit einem Distanzschuss seinen zweiten Treffer (33.). Manuel Neuer legte Bremen beinahe den Ausgleich auf: Außerhalb des Strafraums spielte der Bayern-Torwart den Ball nach einem Rückpass von David Alaba genau zu Sambou Yatabaré. Bei dessen Abschluss war Neuer jedoch bereits zurückgeeilt und fing den Ball ab (40.).

Alabas Eigentor zählt nicht

In der zweiten Hälfte hatte Bayern weiterhin mehr Ballbesitz, die Bremer Defensive stand allerdings nach wie vor sehr sicher und so gab es nur im Ansatz gute Gelegenheiten für die Münchner: Eine flache Flanke von Jeffery Coman fand in der Mitte keinen Abnehmer (55.), am Ende eines Konters kam das Zuspiel von Müller nicht beim freistehenden Robert Lewandowski an (58.). Auf der Gegenseite war Vestergaard bei der Hereingabe von Theodor Gebre Selassie einen Schritt zu spät (60.).

Bremen wurde wieder mutiger und sorgte dann für große Aufregung. Alaba traf aus kurzer Distanz mit einer Bogenlampe über Neuer ins eigene Tor, der Ausgleich zählte aber nicht, weil Fin Bartels den Österreicher durch ein Foulspiel zu der misslungenen Aktion gebracht hatte (63.). Das Tor nicht anzuerkennen, war korrekt. Im Strafraum der Gäste leistete sich Tobias Stieler dagegen eine Fehlentscheidung: Janek Sternberg grätschte riskant gegen Vidal, traf ihn allerdings nicht. Trotzdem ließ sich der Chilene fallen, Thomas Müller verwandelte den unberechtigten Strafstoß sicher (74.).

Trotz der Niederlage kann Werder dank der guten Leistung selbstbewusst ins wichtige Abstiegsduell mit dem Hamburger SV am Freitag (20.30 Uhr, High-Liveticker SPIEGEL ONLINE) gehen. Bayern trifft am 21. Mai im Endspiel entweder auf Hertha BSC oder auf Borussia Dortmund, die am Mittwoch (20.30 Uhr, High-Liveticker SPIEGEL ONLINE) das zweite Pokal-Halbfinale ausspielen.

FC Bayern München - SV Werder Bremen 2:0 (1:0)
1:0 Thomas Müller (30.)
2:0 Thomas Müller (71., Foulefmeter)
München: Neuer - Lahm, Martinez, Alaba, Bernat (58. Benatia) - Alonso - Coman (67. Vidal), Thomas Müller, Götze (60. Thiago), Ribery - Lewandowski
Bremen: Wiedwald - Gebre Selassie, Vestergaard, Djilobodji, Sternberg - Fritz (83. Kleinheisler), Grillitsch - Yatabare (74. Öztunali), Junuzovic, Bartels - Pizarro (73. Ujah)
Schiedsrichter: Tobias Stieler
Zuschauer: 75.000 (ausverkauft)
Gelbe Karte: - Fritz

aev



insgesamt 160 Beiträge
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Seite 1
comeback0815 19.04.2016
1.
Ich finde die Aussage "unberechtigter Elfmeter" etwas harmlos. Besser wären Worte "wie gravierende Fehlentscheidung" oder "Sorge um Vidal - Windhauch fällt den Krieger von München".
einkielerfcb-fan 19.04.2016
2. Sternberg...
... grätschte nicht gegen sich selbst, sondern gegen Vidal! Kann ja mal vorkommen ?
leon2016 19.04.2016
3. Schwalbenbayern
Das ist der x'te Elfmeter den Bayern für nichts, rein gar nichts zugesprochen bekommt. Das ist einfach nur traurig und armselig für den deutschen Fußball, dass gute Vereine bei Schiedsrichterentscheidungen immer bevorzugt werden.
Levator 19.04.2016
4. Vidal
geht gar nicht. Peinlich FCB
Crom 19.04.2016
5.
Da hat man wohl mal wieder im rechten Augenblick den Joker gezogen, kennt man ja.
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