DFB-Pokal-Finale der Damen Frankfurt siegt im Elfmeterkrimi

Die Damen des 1. FFC Frankfurt haben zum sechsten Mal den DFB-Pokal gewonnen. Die Entscheidung gegen den FCR Duisburg fiel allerdings erst im Elfmeterschiessen. Beide Vereine bekommen für die Finalteilnahme die gleiche Prämie vom Deutschen Fußball-Bund. Nicht fair, finden die Unterlegenen.


Berlin - Bei Donnergrollen und sintflutartigen Regenfällen haben sich die Frauen des 1. FFC Frankfurt zum sechsten Mal den DFB- Pokal gesichert. Dank der großartigen Ersatz-Torhüterin Ursula Holl, die zwei Strafstöße parierte, gewannen die Frankfurterinnen im Berliner Olympiastadion bei ihrem neunten Finale in Serie gegen den FCR Duisburg im Elfmeterschießen mit 4:1 und durften unter dem Jubel von rund 25.000 Zuschauern aus den Händen von Auswahltrainerin Sylvia Neid den Pokal in Empfang nehmen. Nach regulärer Spielzeit hatte es 1:1 (1:1) gestanden. In der kommenden Woche kann der FFC nun auch die Meisterschaft und damit das Double perfekt machen.

Pokalsieger Frankfurt: Chance aufs Double
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Pokalsieger Frankfurt: Chance aufs Double

Die favorisierten Hessinnen, die mit 20:0 Toren in vier Spielen ins Finale eingezogen waren, gingen schon früh durch Renate Lingor (3./Foulelfmeter) in Führung. Mit seiner ersten Torchance sorgte der FCR vor der Pause durch Sonja Fuss (45.+1) für das überraschende 1:1. Dieser Treffer brachte den Duisburgerinnen, die schon in Runde zwei Cupverteidiger Turbine Potsdam ausgeschaltet hatten, neuen Schwung.

Nachdem der Himmel in der 13. Minute seine Schleusen zu einem Gewitterregen mit Hagel öffnete, erschwerte der nasse Boden den Kombinationsfluss auf beiden Seiten. Fuss hatte die Riesenchance zur FCR-Führung, doch verfehlte ihr Schrägschuss knapp das Gehäuse (72). Auch Kerstin Garefrekes hätte per Kopf die Entscheidung in der regulären Spielzeit herbeiführen können (78.).

Einen Weltrekord stellte Tina Wunderlich auf. Die Verteidigerin (9. Finale in Serie) fehlte im Pokal keine einzige Minute und sorgte mit ihrer Routine und ihrer Übersicht stets für Ruhe in der Frankfurter Hintermannschaft.

Im Duell der besten Torjägerinnen der Bundesliga konnte die 161- malige Nationalspielerin Birgit Prinz (21 Treffer) gegen Inka Grings (22) kaum Vorteile erzielen. Sie war aber die Einzige, die für Unruhe in Duisburgs Hintermannschaft sorgte. So konnte Patricia Hanebeck ihren Schuss noch von der Torlinie schlagen (10.), eine Viertelstunde später verpasste Garefrekes ihre Flanke knapp. Kläglich ihr Abschluss aus zwölf Metern, als sie weit über das Tor schoss (59.).

Die 28-jährige Grings, die schon 1998 beim bislang einzigen DFB- Pokalsieg ihres Clubs gegen FSV Frankfurt (6:2) dabei war und damals drei Tore schoss, war nach einer gerade auskurierten Oberschenkel- Verletzung noch nicht wieder in Bestform. Aus Nahdistanz scheiterte sie nach 48 Minuten an Torfrau Ursula Holl und konnte auch zwei Minuten vor dem Abpfiff freistehend nicht verwandeln.

Beide Teams dürfen sich nun über 70.000 Euro Prämie vom DFB freuen. Für Duisburgs Vorstandschef Ferdinand Seidelt ist dies jedoch zu wenig. "100.000 Euro pro Team wären eine faire Geste gewesen. Das Verhältnis von 1:22 im Vergleich zum Männergeld ist nicht mehr angemessen", hatte Seidelt zuvor den DFB angegriffen.

fs/dpa



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