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Pokalfinale: Wolfsburg verhindert Klopps letzte Feier

Foto: Martin Rose/ Bongarts/Getty Images

3:1 gegen Dortmund Wolfsburg gewinnt den DFB-Pokal

Triumph in Berlin: Der VfL Wolfsburg hat Borussia Dortmund im Finale des DFB-Pokals kaum eine Chance gelassen. Das Team um Kevin De Bruyne gewann 3:1 - und hätte sogar noch mehr Tore schießen können.

Der VfL Wolfsburg ist DFB-Pokalsieger 2015: Der Zweite der abgelaufenen Bundesligasaison besiegte Borussia Dortmund im Endspiel in Berlin 3:1 (3:1) und feierte nach der Meisterschaft 2009 den zweiten großen Titelgewinn der Vereinsgeschichte.

Der Traum von BVB-Trainer Jürgen Klopp, der den Verein nach acht Jahren verlässt, ist damit geplatzt: Er hatte sich zum Abschied nochmal eine große Siegesfeier auf dem Dortmunder Borsigplatz gewünscht. Auch für den ehemaligen Kapitän Sebastian Kehl war es die letzte Partie, er beendet seine Karriere.

Kaum hatten sich im Berliner Olympiastadion die gelben Rauchschwaden durch Dortmunder Nebelkerzen verzogen, fiel auch schon das 1:0. Shinji Kagawa flankte genau im richtigen Moment auf Pierre-Emerick Aubameyang, und der Gabuner traf gekonnt mit einem Volley aus der Drehung, da waren erst fünf Minuten gespielt.

Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking hatte im Interview selbst angekündigt: "Die Favoritenrolle nehme ich an." Nach und nach tat das auch seine Mannschaft auf dem Platz.

De Bruyne trifft per Traumtor

Der VfL kam immer besser ins Spiel, und fast wäre Ivan Perisic schon nach acht Minuten der Ausgleich gelungen. Mitchell Langerak, der erneut statt Roman Weidenfeller das BVB-Tor bewachte, parierte den Flachschuss aber gut. Einen hart geschossenen Freistoß von Naldo wehrte der Keeper dann allerdings nach vorne ab, im Nachschuss traf Luiz Gustavo zum 1:1 (22. Minute).

Das zweite Tor der Wolfsburger war dann ein kleines Kunstwerk: Daniel Caligiuri legte vor dem Strafraum für Kevin De Bruyne auf und der Belgier zog direkt ab. Der Ball ging zwischen Mats Hummels' Beinen hindurch und schlug neben dem Pfosten ein, Langerak kam zu spät.

Eingeleitet hatte den Gegentreffer Erik Durm mit einem Ballverlust, fünf Minuten später leistete sich der andere Außenverteidiger der Borussia, Marcel Schmelzer, einen folgenschweren Fehler: Er ließ Perisic von der Torauslinie flanken, in der Mitte war Neven Subotic nicht nah genug bei Bas Dost, und der Niederländer köpfte das 3:1 (38.).

Dortmund hatte zwischenzeitlich völlig die Kontrolle verloren, vor allem den überragenden De Bruyne bekam der Vorjahresfinalist nicht in den Griff. Dennoch wäre der Anschluss möglich gewesen, hätte Schiedsrichter Felix Brych bei zwei strittigen Szenen auf Elfmeter für den BVB entschieden: Vor der Pause trat Ricardo Rodriguez gegen das Bein des schießenden Aubameyang, zu Beginn der zweiten Hälfte drückte Vieirinha Marco Reus den Ellenbogen in den Nacken. Beide Male ließ Brych weiterspielen.

Aus dem Spiel heraus ließ die Borussia mehr und mehr nach. Kagawa hatte kurz nach der Pause den Pfosten getroffen (50.), Diego Benaglio hielt gegen Henrich Mchitarjan (71.), meist standen die Dortmunder Angreifer aber im Abseits oder die Pässe kamen nicht an. Wolfsburg verlegte sich aufs Kontern und hätte fast das 4:1 erzielt. Der zurückgeeilte Durm rettete für den bereits geschlagenen Langerak gegen Caligiuri (62.), Hummels blockte Vieirinha (72.).

Das erhöhte Risiko der Dortmunder in der Schlussphase wurde nicht mehr belohnt, Benaglio hielt einen Freistoß von Aubameyang (88.).

Borussia Dortmund - VfL Wolfsburg 1:3 (1:3)
1:0 Aubameyang (5.)
1:1 Luiz Gustavo (22.)
1:2 De Bruyne (33.)
1:3 Dost (38.)
Dortmund: Langerak - Durm (68. Blaszczykowski), Subotic, Hummels, Schmelzer - Gündogan, Kehl (68. Piszczek) - Mchitarjan, Kagawa, Reus (79. Immobile) - Aubameyang.
Wolfsburg: Benaglio - Vieirinha, Naldo, Klose, Rodriguez - Arnold (81. Schürrle), Luiz Gustavo - Perisic (74. Guilavogui), De Bruyne, Caligiuri (85. Träsch) - Dost.
Schiedsrichter: Brych
Zuschauer: 75.815 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Mchitarjan (2), Schmelzer - De Bruyne (2), Vieirinha (2)

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