DFB-Pokal Freiburg wirft Hoffenheim raus, Bayern siegt im Derby

Aus in der zweiten Runde: Der VfL Bochum unterlag dem Hamburger SV, Hertha in Dortmund. Dagegen zogen die Bayern, Stuttgart, Karlsruhe und Wolfsburg ins Achtelfinale ein. Hoffenheim verlor bei Zweitligist Freiburg.


Hamburg - Der zweite Tag der zweiten Pokalrunde bedeutete das Aus für weitere Bundesligisten: Der VfL Bochum unterlag beim Hamburger SV 0:2 (0:1), Dortmund gewann gegen Hertha BSC Berlin nach Verlängerung 2:1 (1:1, 1:1). Auch für Bielefeld war Schluss. Gegen den VfB Stuttgart unterlag die Mannschaft von Trainer Michael Frontzeck 0:2 (0:1). Überraschung auch in Freiburg. Der SC siegte gegen Hoffenheim 3:1 (0:1). Titelverteidiger Bayern München gelang mit einer durchschnittlichen Leistung ein 2:0 (1:0). Dem VfL Wolfsburg gelang gegen Viertligist FC Oberneuland ein überzeugender 7:0 (3:0)-Erfolg. Auch der Karlsruher SC konnte sich gegen Drittligist Kickers Offenbach 2:0 (1:0) durchsetzen. Im Zweitliga-Duell siegte Wehen Wiesbaden gegen Alemannia Aachen 1:0 (0:0). Letzter verbliebener Drittligst ist der FC Carl Zeiss Jena, das gegen den klassenhöheren FSV Frankfurt 1:0 (1:0) erfolgreich war. Borussia Dortmund hat eine sportliche Krise vorerst abgewendet. Nach zuletzt schwachen Vorstellungen zog der BVB mit einem glanzlosen Erfolg nach Verlängerung gegen Hertha BSC Berlin in die nächste Pokalrunde ein. Für die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp erzielte Angreifer Alexander Frei (7./Foulelfmeter) die frühe 1:0-Führung, die Stürmer Marko Pantelic (22.) ausgleichen konnte. Der vier Minuten zuvor eingewechselte Diego Klimowicz sorgte in der 103. Minute für die Entscheidung.

Mit einem aggressiven Pressing von der ersten Minute an war die Borussia vor 30.012 Zuschauern um Wiedergutmachung für die Pleite im Uefa-Pokal gegen Udinese Calcio und die 1:4-Blamage in der Bundesliga am vergangenen Sonntag beim Neuling 1899 Hoffenheim bemüht. "Wir standen unter Druck und waren etwas verunsichert. Wir haben aber wenig Torchancen der Berliner zugelassen. Es ist aber noch Luft nach oben", sagte BVB-Mittelfeldspieler Sebastian Kehl nach dem Spiel.

Dortmund erspielte sich in der Anfangsphase vielversprechende Möglichkeiten. Nachdem zunächst Abwehrspieler Robert Kovac freistehend die Führung verpasst hatte, verwandelte Frei in seinem ersten Einsatz in der Anfangsformation seit vier Monaten einen Foulelfmeter nach einer Attacke von Mittelfeldspieler Kaka an Stürmer Nelson Valdez zum 1:0. Dennoch machte sich beim BVB Verunsicherung breit. Die Berliner, die zuvor aus einer verstärkten Abwehr agierten, kamen in der Folge besser ins Spiel und durch Pantelic nach einem katastrophalen Fehler von Abwehrmann Neven Subotic zum Ausgleich. Wenig später ließ der kurz vor Saisonbeginn verpflichtete Andrej Woronin einen erneuten Patzer von Subotic ungenutzt und traf nur die Latte (36.). Bei beiden Mannschaften lief insgesamt nicht viel zusammen.

Hoffenheim scheidet gegen Freiburg aus

Zweitliga-Spitzenreiter SC Freiburg hat dem Höhenflug des Bundesliga-Überraschungsteams 1899 Hoffenheim ein Ende bereitet. Abwehrspieler Daniel Schwaab (68.) und Angreifer Mohamadou Idrissou (90.) - jeweils per Foulelfmeter - sowie Stürmer Suat Türker (84.) trafen für die Freiburger. Mittelfeldspieler Sejad Salihovic (37.) hatte ebenfalls per Foulelfmeter die Gäste in Führung gebracht.

Vor 15.400 Zuschauern erwischte Hoffenheim den deutlich besseren Start und hätte bereits nach 25 Sekunden durch Torjäger Vedad Ibisevic in Führung gehen können. Erst nach einer Viertelstunde kam Freiburg besser ins Spiel. Da sich beide Teams in dieser Phase im Mittelfeld neutralisierten, gab es nur wenige Torchancen. Lediglich ein Freistoß des Freiburgers Ali Günes aus großer Distanz sorgte für Gefahr (21.). Während die Freiburger mit großem Engagement zu Werke gingen, verloren die Hoffenheimer bei ihren Offensivbemühungen oftmals ihre Zweikämpfe.

Dennoch gelang den Gästen die glückliche Führung durch den verwandelten Elfmeter des Bosniers Salihovic. Zuvor soll der Freiburger Kapitän Heiko Butscher den Nigerianer Chinedu Obasi im Strafraum gefoult haben. Die Strafstoß-Entscheidung von Schiedsrichter Knut Kircher war allerdings umstritten. Nach dem Seitenwechsel waren die Freiburger zwar um den Ausgleich bemüht, zwingende Chancen konnten sich die Gastgeber aber zunächst nicht erarbeiten. Dennoch gelang der Ausgleich durch den verwandelten Foulelfmeter von Schwaab. Zuvor hatte Hoffenheims Innenverteidiger Matthias Jaissle Günes gefoult.

Türkers und Idrissous Treffer waren zwar glücklich, aber wegen des Freiburger Engagements nicht unverdient. "Die Mannschaft hat eine Klasseleistung gegen ein Klasseteam aus der ersten Liga gezeigt - Respekt", sagte Freiburgs Trainer Robin Dutt im Anschluss. Sein Hoffenheimer Trainerkollege Ralf Rangnick erklärte: "Ob es beim ersten Freiburger Elfmeter ein Foul war, konnte ich aus meiner Perspektive nicht sehen. Ich war zu weit weg – und der Schiedsrichter wohl auch. Insgesamt muss ich aber sagen, dass wir unabhängig davon verdient verloren haben. In den entscheidenden Situationen waren die Freiburger heute besser."

Bayern siegt dank Treffern von Klose und Borowski

Titelverteidiger Bayern München hat ohne größere Anstrengungen die nächste Runde erreicht. Vier Tage nach der 2:5-Blamage gegen Werder Bremen besiegte der Rekordmeister Zweitligist 1. FC Nürnberg dank der Treffer von den Nationalspielern Miroslav Klose (7.) und Tim Borowski (68.) 2:0 (1:0). Dabei zeigte sich der FC Bayern spielerisch und kämpferisch verbessert, leistete sich gegen den klar unterlegenen Club aber auch einige Nachlässigkeiten. "Wir haben nicht überzeugend gespielt. Der Sieg war aber nie gefährdet. Wir haben aber noch einen weiten Weg vor uns", sagte Nationalspieler Philipp Lahm.

Positiv bemerkbar machte sich neben der Rückkehr des starken Klose auch die Veränderungen beim Personal und beim System. Trainer Jürgen Klinsmann hatte zunächst den italienischen Zugang Massimo Oddo, die Mittelfeldspieler Andreas Ottl und Tim Borowski anstelle von Christian Lell, Kapitän Mark van Bommel und Abwehrspieler Daniel van Buyten aufs Feld beordert und war zum 4-4-2-System zurückgekehrt. Erfreulicher Nebenaspekt für den FC Bayern: In der 65. Minute feierte nach seiner dreimonatigen Verletzungspause der Franzose Franck Ribéry sein Comeback.

Klose, der anstelle von Angreifer Lukas Podolski in die Anfangsformation kam, war vor 65.000 Zuschauern nicht nur aufgrund seines Treffers neben dem Brasilianer Zé Roberto der auffälligste Spieler der Münchner. Nur zwei Minuten nach seinem dritten hätte er bereits seinen vierten Pflichtspieltreffer in dieser Saison folgen lassen können, scheiterte aber am ausgezeichneten Raphael Schäfer im Tor der Nürnberger (9.). Gleiches widerfuhr Mittelfeldspieler Bastian Schweinsteiger, dem der "Club"-Keeper mit den Fingerspitzen einen Treffer verwehrte (25. ).

Auch die klar unterlegenen Nürnberger blieben nicht ungefährlich. Mittelfeldmann Daniel Gygax zirkelte den Ball bei einem der seltenen Vorstöße nur knapp am Tordreieck vorbei (14.). Kurz vor der Pause vergab der Slowake Marek Mintal auf Vorlage von Abwehrspieler Javier Pinola den Ausgleich (41.). Auch in der zweiten Halbzeit ließ er eine große Chance ungenutzt (64.) - die Bayern entschieden kurz darauf durch Borowksi nach schönem Doppelpass mit Ottl das Spiel (68.).



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