DFB-Pokal Hertha scheitert an Wuppertal - Schalke schlägt Hannover

Schützenfest in Rostock: Mit 6:0 flog dort Offenbach aus dem DFB-Pokal. Auch Hertha blamierte sich, Karlsruhe scheiterte an Wolfsburg, Hoffenheim schlug Fürth - und Aachen warf einen Bundesligisten aus dem Wettbewerb. Hannover scheiterte nach 120 Minuten an Schalke.


Hamburg - Blamage für Hertha BSC: Der Bundesliga-Achte ist in der zweiten Runde des DFB-Pokals bei Regionalligist Wuppertaler SV ausgeschieden. 0:2 (0:0) unterlagen die Berliner beim Zweiten der Regionalliga Nord. Die Tore für Wuppertal erzielten Sven Lintjens (81.) und Tim Jerat in der 88. Minute. In der 75. Minute hatte Herthas Abwehrspieler Josip Simunic wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte gesehen.

Schalke 04 hat einen ersten Schritt aus der Krise gemacht. Mit einem 2:0 (0:0) nach Verlängerung gegen Hannover 96 zogen die "Königsblauen" nach zuletzt vier Pflichtspielen ohne Sieg ins Achtelfinale ein. Für die Vorentscheidung sorgte Hannovers Torhüter Robert Enke, der einen vom Pfosten abprallenden Ball nach einer Flanke von Rafinha unglücklich ins eigene Gehäuse lenkte (97.). Kevin Kuranyi setzte in der 119. Minute nach einem Konter den Schlusspunkt.

Allerdings bot die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka über weite Strecken eine erschreckend schwache Leistung. Doch auch die 96er , die zuletzt fünfmal in Folge in der Bundesliga nicht verloren hatten, passten sich dem extrem niedrigen Niveau an und verpassten erstmals seit 2003 wieder die Runde der letzten 16. 60.224 Zuschauer sahen ein ganz schwaches Pokalspiel, in dem beiden Mannschaften nicht nur die Ideen, sondern phasenweise selbst die fußballerischen Grundlagen fehlten.

In Rostock sahen rund 10.000 Zuschauer nur in den ersten zwanzig Spielminuten keinen Klassenunterschied zwischen den Hausherren und den Offenbacher Kickers - dann allerdings brach der Widerstand Offenbachs und der Bundesligist siegte verdient 6:0 (4:0). Victor Agali bediente den völlig freien Enrico Kern, der aus acht Metern nur noch einzuschieben brauchte (20.). Stefan Beinlich, der nach überstandenen Knieproblemen erstmals seit zwei Monaten wieder von Beginn an auflief, verwandelte einen Freistoß zum 2:0 (23.) in den Winkel. Anschließend verloren die Gäste völlig den Faden. Erneut Kern (29.) nach Agali-Vorarbeit und Rene Rydlewicz (33.) erhöhten auf 4:0. Zafer Yelen traf in der 62. Minute zum 5:0, und Dexter Langen machte in der 79. Minute das halbe Dutzend voll.

In Karlsruhe waren die seit sechs Pflichtspielen unbesiegten Wolfsburger das bessere und offensivere Team. Dagegen konzentrierten sich die defensiv eingestellten Badener ganz auf ihre wenigen Konter, Torchancen blieben dabei jedoch Mangelware. Kurz vor der Pause nutzte U21-Nationalspieler Ashkan Dejagah eine der wenigen Wolfsburger Chancen zum letzlich einzigen Treffer der Partie.

Auf dem Aachener Tivoli bot sich den Fans von der ersten Minute an ein packender Pokalfight gegen den VfL Bochum, bei dem sich allerdings beide Mannschaften an spielerischen Unzulänglichkeiten überboten. Passend dazu fiel der erste Treffer nach 20 Minuten durch ein Eigentor des Aacheners Marius Ebbers. Einen Freistoß von Dennis Grote verlängerte er mit dem Kopf unhaltbar für seinen Schlussmann Stephan Straub ins lange Eck. Wenig später sah Bochums Christoph Dabrowski nach zwei Foulspielen innerhalb von nur drei Minuten die Gelb-Rote Karte (30.). Fünf Minuten nach Wiederanpfiff traf Patrick Milchraum zum Ausgleich, Lubos Pecka konnte den Zweitligisten in der 62. Minute dann sogar in Führung bringen. Neun Minuten vor Schluss traf Ebbers ins richtige Tor und somit zum 3:1, ehe Pavel Drsek zwei Minuten später nur noch der Anschlusstreffer für den VfL gelang. In der 90. Minute sah VfL-Stürmer Joel Epalle wegen wiederholten Foulspiels noch " Gelb-Rot".

1860 München setzte sich im Zweitligaduell gegen den FSV Mainz 05 2:1 (0:0) durch. Zwei Minuten vor Spielende gelang Berktan Göktan der Siegtreffer. Vor 14.200 Zuschauern in der Allianz Arena war 1860 durch Antonio di Salvo (50.) in Führung gegangen. Felix Borja hatte in der 52. Minute den Mainzer Ausgleich erzielt.

1899 Hoffenheim bleibt auch im DFB-Pokal auf Erfolgskurs. Die in der Meisterschaft seit sieben Spielen ungeschlagenen Badener zogen heute mit einem 2:1 (2:1) gegen Ligakonkurrent SpVgg Greuther Fürth ins Achtelfinale ein. Die Tore für 1899 erzielten vor 4384 Zuschauern im Dietmar-Hopp-Stadion Carlos Eduardo in der 6. Minute und Francisco Copado mit einem Foulelfmeter (45.). Für die Gäste traf Aleksandar Kotuljac zum zwischenzeitlichen Ausgleich (43.).

Die zweite Mannschaft von Werder Bremen gewann 4:2 im Elfmeterschießen gegen den FC St. Pauli. Nach 120 Minuten hatte es 2:2 (1:1) gestanden. Carsten Rothenbach (23.) hatte den Zweitligisten in Führung gebracht, bevor Kevin Schindler (31.) vor 10.000 Zuschauern der Ausgleich gelungen war. Das 2:1 für den nach einer Gelb-Roten Karte gegen Sandro Steilbaum (57.) dezimierten Regionalligisten erzielte Martin Harnik (60.). In der 85. Minute rettete Ahmet Kuru St. Pauli mit seinem Treffer in die Verlängerung. Die Vorarbeit zum zweiten Bremer Treffer leistete Ivan Klasnic, der nach seiner Nierentransplantation sein erstes Pflichtspiel seit dem 17. Dezember 2006 bestritt.

fsc/sid



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.