Pokalspiel in Bremen Schiedsrichter-Boss kritisiert Elfmeter-Entscheidung

"Die hätten sich das noch mal anschauen müssen": Auch der oberste Videoschiedsrichter des DFB, Jochen Drees, hat sich unzufrieden mit der umstrittenen Elfmeter-Entscheidung im Pokalhalbfinale in Bremen gezeigt.

Aller Werder-Protest nützte nichts
Martin Meissner AP

Aller Werder-Protest nützte nichts


Jochen Drees hat als Chef der DFB-Videoschiedsrichter einen Kommunikationsfehler beim umstrittenen Elfmeter für den FC Bayern München im Pokalhalbfinale in Bremen eingeräumt. Schiedsrichter Daniel Siebert und Videoassistent Robert Kampka hätten sich "im Prinzip diese Situation noch mal anschauen müssen. Und da haben beide einfach nicht auf die Art und Weise miteinander kommuniziert und geredet, wie wir das erwarten würden", sagte der frühere Bundesliga-Referee in einem SWR-Interview am Donnerstag.

Auf der DFB-Homepage geht Drees sogar noch weiter und urteilt: "Aus schiedsrichterfachlicher Sicht halten wir die Strafstoßentscheidung für nicht korrekt." Er zeigte aber auch Verständnis für das Schiedsrichtergespann: "Einerseits gibt es Aspekte, die auf fachlicher Ebene gegen einen Strafstoß sprechen. Andererseits gibt es allerdings auch einen Aspekt, der für einen strafstoßwürdiges Vergehen spricht."

Der Elfmeter war der Knackpunkt beim 3:2 (1:0)-Erfolg der Bayern am Mittwochabend bei Werder Bremen, mit dem der Bundesliga-Spitzenreiter den Finaleinzug perfekt machte. Bremens Trainer Florian Kohfeldt hatte den Elfmeter, den Robert Lewandowski in der 80. Minute verwandelte, als "brutal" und unberechtigt eingestuft.

Werder-Verteidiger Theodor Gebre Selassie hatte Bayerns Kingsley Coman im Strafraum leicht mit dem Ellbogen berührt, woraufhin Coman zu Boden gegangen war. Siebert blieb nach kurzer Rücksprache mit seinen Assistenten bei der Entscheidung.

Drees nahm den Unparteiischen Siebert aber auch in Schutz. Auf die Frage, warum der Spielleiter sich die Szene nicht am Bildschirm angeschaut habe, sagte er: "Weil der Videoassistent eine Bewertung einer Szene vor dieser Szene vorgenommen hat und der Meinung war, dass die Entscheidung, Strafstoß zu geben, nicht klar und offensichtlich falsch gewesen ist."

Problematisch an der Situation sei also gewesen, dass der Schiedsrichter und der Videoassistent unterschiedliche Details der Szene bewertet hätten. Es wäre "auf jeden Fall notwendig gewesen, sich dessen bewusst zu machen und dem Schiedsrichter die Gelegenheit zu geben, sich diese Szene nochmals anzuschauen", so Drees.

aha/dpa



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amasan 25.04.2019
1. VAR entscheidet über Wiederholung am Seitenrand
So und jetzt noch mal für alle die es nicht glauben wollen, der VAR muss eingebunden sein, damit der Schiri sich Wiederholungen am Seitenrand ansehen kann! "Problematisch an der Situation sei also gewesen, dass der Schiedsrichter und der Videoassistent unterschiedliche Details der Szene bewertet hätten. Es wäre "auf jeden Fall notwendig gewesen, sich dessen bewusst zu machen und dem Schiedsrichter die Gelegenheit zu geben, sich diese Szene nochmals anzuschauen", so Drees." Wenn der VAR keine klare Fehlentscheidung sieht, kann Siebert sich die Szene nicht nochmal ansehen, so einfach ist das. Unabhängig davon, dass es für mich auch ein klares Foul war ¯\_(ツ)_/¯
grottenolm1 25.04.2019
2. Als neutraler
Beobachter bin ich der Meinung, klarer Elfmeter. Coman war schon weg, da warf er ihn von hinten mit einem Ellbogenschubser um. Wären sie auf gleicher Höhe gewesen oder Coman hinter ihm, dann wäre es keiner gewesen, so ja. Die am lautesten schreien, dürfen nicht Recht bekommen.
Die linke Kobra 25.04.2019
3. Ungestrafte Drohungen gegen den Schiedsrichter
"wir sorgen dafür dass dieser Schiedsrichter nie mehr pfeift" So hat sich ein Herr Hoeness schon ungestraft zu Schiedsrichtern geäussert. Das Ergebnis sieht man hier. Es gab mal ein Pokal-Endspiel mit katastrophalen "Fehlentscheidungen" für Bayern gegen Bremen. Seither schaue ich mir solche Spiele mit Bayern nicht mehr an. Ist doch klar wer gewinnt.
fridericus1 25.04.2019
4. Und nu?
Spiel wiederholen? Wohl kaum. Also ist Werder betrogen worden, weil der Schiri einer Schwalbe auf den Leim gegangen ist und in seiner überheblichen Bräsigkeit sich geweigert hat, die ihm zur Verfügung stehenden Mittel (Sichten der Videoaufzeichnung und Überprüfung der Entscheidung zusammen mit dem Kölner Keller) zu nutzen.
kaliballer 25.04.2019
5. Herr Drees
sollte besser den Schiedsrichter verteidigen. Auch nach mehrmaligen Ansehen der Szene geht der Verteidiger klar nur zum Körper von Coman und trifft ihn auch. Klarer Elfmeter, auch wenn es mir für die Bremer leid tut.
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