DFB-Pokal Mainz besiegt Lautern im Elfmeterkrimi

Mainz 05 hat nach einem dramatischen Spiel den 1. FC Kaiserslautern aus dem Pokal geworfen und steht im Viertelfinale. Begleitet werden die Mainzer von Arminia Bielefeld und 1860 München. Kaiserslautern war nach der Partie wütend auf den Schiedsrichter.


Hamburg - 1:1 (1:0) hatte es im Kaiserslauterner Fritz-Walter-Stadion nach regulärer Spielzeit und Verlängerung gestanden. Die kämpferisch geführte Partie war nichts für Fußballgenießer, umso aufregender verlief dann das Elfmeterschießen, das Mainz 05 mit 4:3 Toren gewann. "Das sind die Dinger, die man reinmachen muss", sagte der letzte Mainzer Schütze Petr Ruman, der selbstbewusst mit einem gefühlvollen Lupfer in die Mitte des Tores den entscheidenden Treffer erzielte. Zuvor hatten die Lauterer Ferydoon Zandi, Halil Altintop und Daniel Halfar vergeben. Auf Mainzer Seite schoss Christof Babatz über das Tor, Christian Demirtas scheiterte an FCK-Keeper Jürgen Macho. "Es war ein wahnsinnig dramatisches Spiel", befand der Mainzer Trainer Jürgen Klopp.

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Für Diskussionen sorgte vor allem aber der Elfmeter von Zandi. Offenbar hatte der Ball die Torlinie überschritten, der Treffer wurde jedoch von Schiedsrichter Michael Weiner nicht gewertet, was den Lauterer Trainer Wolfgang Wolf in Rage brachte. "Das war eine große Sauerei", schimpfte Wolf, "der Schiedsrichter hat hier geschlafen". Für den Trainer der Pfälzer wurde ein klares Tor nicht gegeben, "das wäre das 3:0 für uns gewesen". Der Coach warf dem Unparteiischen zudem Arroganz vor, bei seinen Entscheidungen hätte er Kaiserslautern benachteiligt. Kaiserslautern prüft offenbar juristische Schritte gegen die Wertung des Spiels. Der Mainzer Präsident Harald Strutz sagte: "Das ist eine Geschichte, die jeder Verein einmal mitmacht."

Mainz hat zum dritten Mal in Folge das rheinland-pfälzische Derby gewonnen und steht zum dritten Mal nach 1965 und 1999 im Viertelfinale des DFB-Pokals. In der regulären Spielzeit waren die Lauterer zunächst durch Kapitän Marco Engelhardt (29.) mit 1:0 in Führung gegangen, Antonio da Silva (62.) erzielte den Ausgleich für das Team von Trainer Klopp. In den letzten 23 Minuten der Verlängerung spielte der FCK zudem in Unterzahl, nachdem Ervin Skela wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte erhalten hatte.

Bielefeld ohne Mühe

Arminia Bielefeld bezwang die Spielvereinigung Unterhaching mit 2:0 (2:0) Toren und steht damit nach einer guten Hinrunde in der ersten Bundesliga im Viertelfinale des DFB-Pokals. Abwehrchef Marcio Bores hatte die Ostwestfalen schon in der siebten Minute in Führung gebracht, Radomir Dalovic traf zum Endstand (25.). Der Stürmer markierte den zweiten Treffer per Kopf nach einer Flanke von David Kobylik - allerdings unter tatkräftiger Mithilfe von Unterhachings Torhüter Philipp Heerwagen.

Damit erwischte die Arminia einen optimalen Start und ließ den Ausfall des Sturmduos Sibusiso Zuma (Oberschenkelverhärtung) und Isaac Boacye (Magen-Darm-Virus) vergessen. Bielefeld musste in dieser Partie nicht mehr als nötig tun, denn Unterhaching stand ab der 39. Minute nur noch mit zehn Mann auf dem Platz. Verteidiger Necat Aygün hatte wegen wiederholten Foulspiel die Gelb-Rote Karte gesehen. Die einzige Chance hatte der Zweitligist in der 57. Minute als Stefan Buck den Pfosten traf.

"Die Mannschaft hat das Spiel so angnommen, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir wünschen uns jetzt ein Heimspiel, auf alles andere haben wir keinen Einfluss", sagte der Bielefelder Trainer Thomas von Heesen. Sein Hachinger Kollege Heribert Deutinger hatte festgestellt, dass seine Spieler "zu sehr zum Erstligisten aufgeschaut haben. Alles war ein bisschen langsam, auch das Denken".

"Löwen" gewinnen in der Verlängerung

Im dritten Achtelfinalspiel gewann der TSV 1860 München beim Zweitligakonkurrenten SC Freiburg mit 3:1 (1:1, 0:0) Toren nach Verlängerung. Damit stehen die "Löwen" erstmals seit drei Jahren wieder in der Runde der besten Acht.

Paul Agostino (96. Minute) und Remo Meyer (105.+1) erzielte dabei die Treffer in der Verlängerung. Zuvor hatte Jiayi Shao (90.+1) die Münchner mit seinem Tor in die Verlängerung gerettet, nachdem die Freiburger durch Wilfried Sanou (77.) in Führung gegangen waren.



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