DFB-Pokal Nürnberg lässt Frankfurt keine Chance

Der 1. FC Nürnberg kann die Reise zum DFB-Pokalfinale nach Berlin planen: Eintracht Frankfurt hatte über die gesamte Spielzeit im DFB-Pokal-Halbfinale nichts entgegenzusetzen und verlor deutlich. Die Nürnberger können nun eine tolle Saison mit dem Pokaltriumph krönen.


Nürnberg - Nürnberg hat sein wichtigstes Spiel der vergangenen Jahrzehnte gewonnen und zum ersten Mal seit 25 Jahren wieder das Finale des DFB-Pokals erreicht. Die Mannschaft von Trainer Hans Meyer setzte sich im Halbfinale gegen Eintracht Frankfurt 4:0 (2:0) verdient durch und trifft im Endspiel am 26. Mai in Berlin auf den Sieger des zweiten Halbfinals zwischen dem VfL Wolfsburg und dem VfB Stuttgart.

Die abstiegsbedrohten Frankfurter dagegen verpassten in einem gutklassigen Pokalspiel ihr zweites Finale in Folge und verspielten damit die Chance, in der kommenden Saison erneut am Uefa-Cup teilzunehmen. Die Tore für den Club erzielten Marco Engelhardt (3.), Iwan Sajenko (25.), Tomas Galasek (54.) und Chhunly Pagenburg (89.).

"Es war nicht so, dass wir Zauberfußball gespielt haben. Aber es war ein verdienter Erfolg", sagte FCN-Coach Hans Meyer. "Ich habe auch eingesehen, dass Nürnberg überlegen war. Sie waren die klar bessere Mannschaft und sind völlig verdient weitergekommen. Jetzt drücken wir ihnen im Endspiel die Daumen, dass sie gewinnen. Dann können wir sagen, wir sind gegen den Pokalsieger ausgeschieden", erklärte sein Gegenüber Friedhelm Funkel.

Neben dem sportlichen Erfolg kann sich der FCN, der 1982 in seinem bislang letzten Finale 2:4 gegen Bayern München verloren hatte, über zusätzliche Einnahmen von bis zu zwei Millionen Euro freuen und besitzt weiterhin sowohl über den Pokal als auch über die Liga die Chance, sich für den internationalen Wettbewerb zu qualifizieren. Durch den Erfolg beendete der neunmalige deutsche Meister, der sich bisher im Pokal sehr schwer getan hatte und zweimal erst im Elfmeterschießen sowie einmal in der Verlängerung weitergekommen war, zudem die seit 1987 andauernde schwarze Heimserie ohne Sieg gegen die Hessen.

"Wir wollten unbedingt ins Finale kommen und haben es, glaube ich, auch verdient geschafft", sagte FCN-Abwehrspieler Andreas Wolf. Dagegen war Frankfurts Stürmer Ioannis Amanatidis total frustriert: "Fußball kann grausam sein. Wenn man die Anzahl an Torchancen sieht, waren wir sicher nicht schlechter."

Packendes Spiel in Nürnberg

Vor 47.000 Zuschauern im ausverkauften Nürnberger Stadion erwischten die Gastgeber einen Traumstart. Engelhardt erzielte mit der ersten Chance des Spiels die Führung. Der Mittelfeldspieler versenkte einen Abpraller von Eintracht-Keeper Oka Nikolov aus elf Metern, nachdem Sajenko nach einem Solo über die linke Seite aus spitzem Winkel gescheitert war. Durch den raschen Rückstand waren die Gäste gezwungen, selbst die Offensive zu suchen. Dadurch entwickelte sich ein zunächst packendes Spiel.

Die Eintracht sorgte in der ersten Hälfte mehrfach für Verwirrung in der besten Abwehr der Bundesliga. Chancen für die anfangs überlegene Eintracht vergaben Benjamin Huggel (10.), Benjamin Köhler (17.) und Ioannis Amanatidis (32.). Für den Club hatte Sajenko bereits in der 19. Minute die große Chance zum 2:0, sein Schuss strich jedoch knapp am Pfosten vorbei. In der 25. Minute machte es der quirlige Stürmer besser und schob nach einem herrlichen Steilpass von Andreas Wolf ein.

Zur zweiten Halbzeit stellte Eintracht-Trainer Funkel auf ein offensiveres System um und brachte mit Alexander Meier eine weitere Offensivkraft. Doch bereits in der 54. Minute sorgte Galasek mit einem direkt verwandelten Freistoß aus rund 22 Metern für die Vorentscheidung. In der 87. Minute durften die FCN-Fans auch noch das Comeback von Marek Mintal nach fünfmonatiger Pause feiern. Kurz vor Schluss war dann noch Pagenburg bei einem Konter zur Stelle und traf alleinstehend vor Torhüter Oka Nikolov.

1. FC Nürnberg - Eintracht Frankfurt 4:0 (2:0)
1:0 Engelhardt (3.)
2:0 Sajenko (25.)
3:0 Galasek (54. )
4:0 Pagenburg (89.)
Nürnberg: Schäfer - Kristiansen (61. Pagenburg), Wolf, Glauber, Pinola - Galasek, Beauchamp (69. Spiranovic) - Engelhardt - Polak, Schroth, Sajenko (87. Mintal). - Trainer: Meyer
Frankfurt: Nikolov - Vasoski, Russ, Kyrgiakos, Spycher - Fink, Huggel, Köhler - Thurk - Amanatidis (80. Weissenberger), Heller (46. Meier). - Trainer: Funkel
Schiedsricher: Herbert Fandel (Kyllburg)
Zuschauer: 47.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Glauber, Galasek / Huggel, Russ

fpf/sid/dpa



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