DFB-Pokal Leipzig schießt HSV ab, Frankfurt lässt Kickers keine Chance

Erst die Niederlage im Stadtderby, jetzt das Pokalaus: Der HSV strauchelt. In Leipzig wurde Yussuf Poulsen zum Matchwinner für die Gastgeber. Nürnberg profitierte gegen Mannheim von einem Eigentor.
Die drei überragenden Spieler beim RB Leipzig waren Mohamed Simakan, Yussuf Poulsen und Dominik Szoboszlai (von unten nach oben)

Die drei überragenden Spieler beim RB Leipzig waren Mohamed Simakan, Yussuf Poulsen und Dominik Szoboszlai (von unten nach oben)

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Jan Woitas / dpa

In der zweiten Runde des DFB-Pokals setzten sich am frühen Dienstagabend alle Favoriten durch. RB Leipzig besiegte den HSV 4:0 (2:0), Eintracht Frankfurt gelang ein 2:0 bei den Stuttgarter Kickers, Nürnberg reichte ein Eigentor zum 1:0 (0:0) in Mannheim. Mainz 05 triumphierte 3:0 (2:0) beim VfB Lübeck.

Beide Teams mussten jeweils auf ihren wichtigsten Angreifer verzichten, der HSV auf Robert Glatzel und Leipzig auf Christopher Nkunku. Im Leipziger Sturm kam dadurch Poulsen, der Rekordspieler des Klubs, zu seinem ersten Startelfeinsatz in dieser Saison. Der Däne wurde zum Matchwinner.

Nach etwa einer halben Stunde bekam Leipzigs Dominik Szoboszlai auf dem rechten Flügel Platz und legte für den hinterlaufenden Mohamed Simakan auf, der perfekt querspielte zu Poulsen. Im Zentrum hatte der 28-Jährige leichtes Spiel (33. Minute).

HSV bleibt bis auf Alutreffer ungefährlich

Kurz darauf vollendete Poulsen einen ähnlichen Spielzug zum 2:0. Erneut Szoboszlai hatte mit einem feinen Außenristpass André Silva auf der linken Seite freigespielt, der Poulsen am Fünfmeterraum bediente (36.). Zuvor hatte Hamburgs Linksverteidiger Miro Muheim mit einem Distanzschuss aus halblinker Position den Leipziger Torrahmen getroffen (20.).

In der zweiten Hälfte hielt Leipzig den HSV weiterhin in Schach. Nur bei einem Kopfball von Ransford Königsdörffer musste Torhüter Janis Blaswich entscheidend eingreifen (58.). Auf der anderen Seite zeigte HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes eine herausragende Parade gegen Poulsen, dessen Abschluss aus kurzer Distanz aber ohnehin aus dem Abseits heraus kam (65.), ehe Simakan per Kopfball (69.) und Benjamin Henrichs nach Konter (81.) auf 4:0 erhöhten.

Für den HSV war die Niederlage der nächste Rückschlag. Am vergangenen Freitag hatten die Rothosen 0:3 im Stadtderby gegen den FC St. Pauli verloren, jetzt gab es für die ansonsten defensivstarke Mannschaft sogar vier Gegentore.

Eintracht Frankfurt hatte bei Fünftligist Stuttgarter Kickers keine Mühe und siegte nach einem Blitzstart 2:0 (2:0). Angreifer Randal Kolo Muani brachte Frankfurt früh in Führung (11.), Abwehrspieler Hrvoje Smolčić erhöhte bei seinem ersten DFB-Pokalspiel per Kopf auf 2:0 (18.). Der Tabellenführer der Oberliga Baden-Württemberg versuchte zwar mitzuspielen, gefährlich wurde es aber zunächst nicht.

In der zweiten Halbzeit schonten die Frankfurter sichtbar ihre Kräfte. Die Kickers kamen immer wieder zu kleineren Chancen, verpassten aber den Anschlusstreffer.

Der 1. FC Nürnberg tut sich unter Neutrainer Markus Weinzierl in der Offensive weiter schwer, gewann aber durch ein Eigentor von Gerrit Gohlke (63.) 1:0 (0:0) bei Drittligist Waldhof Mannheim.

Lange Zeit ging für die Franken wenig im Spiel nach vorn. Erst kurz vor Ende der ersten Hälfte wurde es mal gefährlich, als Nürnbergs Manuel Wintzheimer nach einem Zweikampf mit Gohlke zu Fall kam, Schiedsrichter Christian Dingert aber zum Unverständnis der Nürnberger nicht auf Foul entschied (39.).

Auch im zweiten Durchgang spielte Nürnberg behäbig, kam aber durch das Eigentor von Gohlke, der eine flache Hereingabe ins eigene Tor lenkte, zur Führung. Am Ende machte Mannheim noch mal Druck, es fehlte aber die Präzision, um noch zum Ausgleich zu kommen.

Der FSV Mainz bestätigte auch bei Regionalligist VfB Lübeck seine gute Verfassung und steht nach einem souveränen 3:0 (2:0) im Achtelfinale des DFB-Pokals. Alexander Hack schoss das frühe erste Tor (16.), Marcus Ingvartsen erzielte nach einem Abwehrfehler kurz vor der Halbzeit das 2:0 (43.).

In der zweiten Halbzeit sorgten zunächst die Lübeck-Fans für Aufsehen, die vor Wiederanpfiff viel Pyrotechnik abbrannten. Schiedsrichter Robin Braun schickte die Teams zunächst wieder in die Kabinen, erst mit mehrminütiger Verspätung ging es weiter.

Auf dem Feld ging es dann deutlich ruhiger zu als auf den Rängen. Erst in der Schlussphase, als der Tabellenführer der Regionalliga Nordost auf den Anschlusstreffer drängte, sorgte Aymen Barkok nach einem Konter für den 3:0-Endstand (88.).

mrk/kjo
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