DFB-Pokal Freiburg macht aus drei HSV-Fehlern drei Tore und steht erstmals im Finale

Der HSV spielt ansehnlich, der SC Freiburg eiskalt: Im Duell Zweit- gegen Erstligist verdient sich die reifere Mannschaft ihre Final-Premiere. Freiburg profitierte dabei von einem kuriosen Elfmeter.
Freiburgs Vincenzo Grifo bejubelt sein Tor zum 3:0

Freiburgs Vincenzo Grifo bejubelt sein Tor zum 3:0

Foto: Christian Charisius / dpa

Der SC Freiburg steht erstmals in der Klubgeschichte im Finale des DFB-Pokals. Beim Hamburger SV sah sich das Team von Christian Streich einem über weite Strecken ebenbürtigen Gegner gegenüber, eine fehlerreiche Anfangsphase des HSV sowie ein kurioser Foulelfmeter bescherten den Freiburgern trotzdem einen ungefährdeten 3:1 (3:0)-Erfolg. Nils Petersen (11. Minute), Nicolas Höfler (17.) und Vincenzo Grifo (35.) erzielten die Tore für den Bundesligisten und warfen den letzten verbliebenen unterklassigen Klub aus dem Wettbewerb, für den Robert Glatzel spät den einzigen Treffer beisteuerte (88.).

Dabei spielte der HSV im ausverkauften Volksparkstadion einen Fußball, wie man ihn von Außenseitern selten sieht: Wie in der Liga versuchte die Mannschaft von Tim Walter, die erste Freiburger Pressinglinie spielerisch mit vielen kurzen Pässen zu überwinden. Anders als im Zweitligaalltag ließ der Gegner das aber nicht zu: Die Freiburger störten in der Anfangsviertelstunde früh, eroberten die Bälle nah am HSV-Tor und hatten in den entscheidenden Szenen Glück, dass Torwart Daniel Heuer Fernandes einen ungewöhnlich schwachen Tag erwischte.

Daniel Heuer Fernandes war an den ersten zwei Freiburger Treffern nicht ganz unschuldig

Daniel Heuer Fernandes war an den ersten zwei Freiburger Treffern nicht ganz unschuldig

Foto: Christian Charisius / dpa

Dem ersten Freiburger Treffer ging ein Eckball voraus. Die abgewehrte Hereingabe brachte Höfler noch einmal in die Mitte, wo Heuer Fernandes sich an der Faustabwehr versuchte. So gelangte der Ball allerdings nur auf den Kopf von Petersen, der den Ball aus sechs Metern im Tor platzierte (11.). Auch am 0:2 hatte Heuer Fernandes seinen Anteil: Einen zu laschen Pass auf Josha Vagnoman fing Freiburgs Rolland Sallai ab. Über Umwege gelangte der Ball zu Höfler, dessen Distanzschuss HSV-Kapitän Sebastian Schonlau noch entscheidend abfälschte (17.).

Anschließend überließen die Gäste dem HSV besonders im Mittelfeld das Spiel. Aus viel Ballbesitz entstanden nur wenige Hamburger Chancen, der Abschluss von Anssi Suhonen aus etwa elf Metern war allerdings ein Hochkaräter: Mark Flekken im Freiburger Tor parierte stark (26.).

Danach kam es im HSV-Strafraum zu einer kuriosen Szene: Freiburgs Innenverteidiger Nico Schlottbeck war im Spielaufbau bis in den gegnerischen Sechzehner aufgerückt, kam dort ins Stolpern – und fiel so, dass sein Kopf dem Klärungsversuch des Hamburgers Moritz Heyer im Weg war. Der versuchte Befreiungsschlag wurde so zum Tritt gegen den Gegenspieler, Schiedsrichter Deniz Aytekin entschied nach Eingreifen des Videoassistenten auf Strafstoß. Grifo verwandelte souverän (35.).

Hamburg spielstark und glücklos

Für den HSV war der Spielstand inzwischen nahezu aussichtslos, trotzdem spielten die Hansestädter weiter nach vorn. Ein vermeintlicher Treffer Suhonens zählte wegen einer Abseitsstellung nicht (38.), Bakery Jatta scheiterte per Kopf aus spitzem Winkel an Flekken (50.). Bis in die Schlussphase flogen die Bälle in den Freiburger Strafraum, Robert Glatzel gelang per Kopf nur noch der Ehrentreffer (88.). Freiburg fand offensiv nur noch in Ausnahmefällen statt, verteidigte aber konzentriert genug und trifft im Endspiel am 21. Mai auf den Sieger der Partie zwischen RB Leipzig und Union Berlin, die am Mittwoch (20.45 Uhr, TV: ARD) im zweiten Halbfinale aufeinandertreffen.

cev
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.