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18. April 2007, 22:35 Uhr

DFB-Pokal

Stuttgart tanzt die "Wölfe" raus

Durch einen knappen Sieg beim VfL Wolfsburg steht der VfB Stuttgart im Finale des DFB-Pokals. Eine Halbzeit lang hatten die spielerisch überlegenen Schwaben den Gegner gut im Griff, doch am Ende wurde es knapp. Pech für Wolfsburg: Ein Tor zählte zu Unrecht nicht.

Wolfsburg - Ein Freistoßtreffer von Antonio da Silva hat dem VfB Stuttgart den Weg zum DFB-Pokal-Endspiel in Berlin geebnet. Der Treffer des brasilianischen Mittelfeldspielers in der 16. Minute bescherte den Schwaben beim VfL Wolfsburg einen verdienten 1:0-Sieg und den fünften Einzug ins Cup-Finale. Dort trifft die Mannschaft von Trainer Armin Veh am 26. Mai auf den 1. FC Nürnberg, der sich gestern mit 4:0 gegen Eintracht Frankfurt durchgesetzt hatte. "Es ist ein Traum von jedem Kind, das Fußball spielt und den Willen hat, einen Titel zu gewinnen. Ich habe im Training noch Freistöße geübt und den Ball gut getroffen", sagte Torschütze da Silva. Vor 30.000 Zuschauern in der ausverkauften VW-Arena war das Spiel der Gastgeber besonders im ersten Durchgang zu ideenlos. Dagegen kamen die Stuttgarter immer wieder mit schnellen Kontern in die gegnerische Hälfte. Allerdings stand die Abwehr der Wolfsburger meist sicher, so dass die Angriffe des VfB selten gefährlich vor das Tor von Simon Jentzsch kamen. In der 16. Minute allerdings hatte der Keeper der Niedersachsen das Nachsehen, als er beim direkt verwandelten Freistoß von da Silva nicht rechtzeitig in die linke untere Ecke kam.

Auf der anderen Seite suchten die Spieler des VfL immer wieder ihren Regisseur Marcelinho, der aber in manchen Situationen überfordert schien. Stattdessen machte sich das Fehlen des verletzten Sturmduos Diego Klimowicz und Mike Hanke schmerzlich beim VfL bemerkbar. Von den Wolfsburger Angriffsspitzen Isaac Boakye und Cedrick Makiadi ging hingegen bis zur Pause kaum Gefahr aus. Lediglich in der 38. Minute hätte eine Flanke von Jacek Krzynowek beinahe den einschussbereiten Makiadi erreicht, doch Abwehrspieler Ludovic Magnin konnte in letzter Sekunde klären.

Nach dem Seitenwechsel wurden die Platzherren zwar offensiver, boten dadurch aber auch Angriffsfläche für das Stuttgarter Konterspiel. Immerhin konnte Peter van der Heyden mit einem ersten Warnschuss vier Minuten nach dem Wiederanpfiff VfB-Torwart Timo Hildebrand prüfen, der auf dem Posten war. Pech hatten die "Wölfe" in der 52. Minute, als Marcelinho im gegnerischen Strafraum freigespielt wurde und den Ball einschoss, Schiedsrichter Wolfgang Stark aber zu Unrecht auf Abseits entschied.

Wolfsburgs Trainer Klaus Augenthaler sagte zu dieser Szene nach dem Spiel: "Ich kann meiner Mannschaft heute keinen Vorwurf machen. Der einzige Vorwurf, den ich machen kann, geht an den Schiedsrichter. Das 1:1 war kein Abseits. Dafür haben wir Leute an der Fahne, die entscheiden über Millionen."

Nach dem vermeintlichen Abseitstor erhöhte der VfL noch einmal den Druck, rannte sich aber immer wieder in der gut formierten Abwehr der Gäste fest. Auf der anderen Seite hatte der dreimalige Pokalsieger aus Stuttgart nach knapp einer Stunde die Riesenchance zur Entscheidung. Doch Cacau schob den Ball nach einer Maßflanke des eingewechselten Benjamin Lauth aus sechs Meter am Tor vorbei. Wolfsburg drückte bis zum Ende, hatte außer einem Freistoß von Marcelinho, der knapp am Tor vorbeistrich, aber keine nennenswerte Chance mehr.

Stuttgart-Coach Veh sagte: "Wir freuen uns unheimlich, dass wir das geschafft haben. Das Pokalfinale ist ein besonderes Event. Ich war eigentlich jedes Jahr als Zuschauer dort, dieses Jahr hat es als Trainer geklappt." VfB- Sportdirektor Horst Heldt ergänzte: "Wir wollten unbedingt nach Berlin. Wir haben es geschafft, und ich freue mich für die Mannschaft. Sie hat es sich verdient."

VfL Wolfsburg - VfB Stuttgart 0:1 (0:1)
0:1 da Silva (16.)
Wolfsburg: Jentzsch - Quiroga, Madlung, Hofland, van der Heyden - van der Leegte, Santana (88. Hill) - Marcelinho (90.+2 Karhan), Krzynowek - Makiadi (78. Möhrle), Boakye. - Trainer: Augenthaler
Stuttgart: Hildebrand - Osorio, Meira, Delpierre, Magnin - Pardo - Hilbert (90.+3 Beck), da Silva (73. Bierofka), Khedira - Streller (52. Lauth), Cacau. - Trainer: Veh
Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Landshut)
Zuschauer: 30.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Hofland / Streller, Magnin, Meira

all/sid

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