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29. April 2015, 22:19 Uhr

DFB-Pokal-Halbfinale

Kühle Wolfsburger zeigen Bielefeld die Grenzen auf

Keine Überraschung im zweiten Halbfinale: Wolfsburg ist im DFB-Pokal bei Arminia Bielefeld seiner Favoritenrolle mit einem deutlichen Sieg gerecht geworden. Im Endspiel fordert der VfL nun Borussia Dortmund und Jürgen Klopp heraus.

Der VfL Wolfsburg hat das Halbfinale des DFB-Pokals gegen Arminia Bielefeld mit einer souveränen Leistung für sich entschieden und trifft im Finale auf Borussia Dortmund. Der BVB hatte im ersten Halbfinale den FC Bayern im Elfmeterschießen besiegt. Wolfsburg beendete mit einem 4:0 (2:0)-Erfolg den Lauf des Drittligisten, der zuvor mit Hertha BSC, Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach drei Bundesligisten aus dem Wettbewerb geworfen hatte.

Maximilian Arnold erzielte den ersten Treffer (8. Minute) und machte früh klar, dass sich der mögliche Spott über den Fauxpas seines Klubs in Grenzen hielt. Wolfsburg hatte auf seiner Homepage schon Stunden vor dem Anpfiff das Bewerbungsverfahren für die Ticketvergabe zum Endspiel am 30. Mai (20 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) freigeschaltet. Die Arminia, im Ligaalltag kurz vor dem Aufstieg in die 2. Bundesliga, war chancenlos und kassierte weitere Gegentore durch Luiz Gustavo (32.), Ivan Perisic (51.) und erneut Arnold (55.).

Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking ließ André Schürrle ein weiteres Mal auf der Ersatzbank, Daniel Caligiuri und Perisic erhielten den Vorzug vor dem Nationalspieler und begannen an der Seite von Kevin De Bruyne in der offensiven Dreierreihe. Dahinter setzte Hecking auf Arnold statt Joshua Guilavogui neben Gustavo auf der Doppelsechs, diese offensivere Variante sollte sich schnell bezahlt machen.

Nach einem Fehlpass von Bielefelds Stephan Salger in der Vorwärtsbewegung schaltete Caligiuri schnell um, zog von der linken Seite ins Zentrum und spielte einen klugen Querpass. Arnold lief in den Strafraum und schlenzte den Ball unhaltbar für Alexander Schwolow in den linken Winkel (8.).

Der größte Verdienst der Gastgeber war es, nach dem ersten Rückstand in dieser Pokalsaison nicht aufzustecken und frei von Hektik weiterzuspielen. Die Arminia war auf unerwartet gut bespielbarem Rasen um einen konstruktiven Spielaufbau bemüht, kam aber nicht gefährlich vor das Tor der Wolfsburger. Stattdessen erhöhte der VfL mit der zweiten Chance überhaupt auf 2:0: Ricardo Rodríguez schlug einen Freistoß von der rechten Seite auf den zweiten Pfosten, Bas Dost legte mit dem Kopf quer und Gustavo köpfte im Fünfmeterraum unbedrängt ein (32.).

Bielefeld bei Dicks Lattenschuss im Pech

Wolfsburg agierte kühl, effektiv und ließ nie einen Zweifel am zweiten Einzug ins Pokalfinale nach 1995 aufkommen. Gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs bekamen die Bielefelder dann die eine Großchance, die die Partie noch mal hätte spannend machen können. VfL-Torhüter Diego Benaglio unterschätzte eine Freistoß-Flanke von Florian Dick, von der Querlatte prallte der Ball zurück und Fabian Klos setzte den Nachschuss über das Tor (47.).

Wolfsburg antwortete abgeklärt und erhöhte durch Perisic, der eine gelungene Kombination über De Bruyne und Caligiuri aus kurzer Distanz ins leere Tor schob (51.). Die Zuschauer auf der ausverkauften Bielefelder Alm machten weiter Stimmung und ließen sich auch durch den vierten Treffer nicht von der Honorierung der bisherigen Saison abbringen: Wieder war Caligiuri der Vorbereiter, Arnold nutzte eine zu kurze Abwehr von Schwolow und traf aus zehn Metern (55.).

Der Arminia drohte ein Debakel, denn bis auf den Lattentreffer von Dick lief offensiv nichts zusammen und Wolfsburg drängte auf den fünften Treffer. Mit den Einwechslungen von Guilavogui (54.), Schürrle (69.) und Marcel Schäfer (73.) ging der Spielfluss bei den Gästen aber verloren und so blieb es bei vier Toren.

Arminia Bielefeld - VfL Wolfsburg 0:4 (0:2)
0:1 Arnold (8.)
0:2 Luiz Gustavo (32.)
0:3 Perisic (51.)
0:4 Arnold (55.)
Bielefeld: Schwolow - Dick, Börner (46. Hornig), Salger, Schuppan - Junglas, Schütz - Hemlein, Christian Müller (65. Ulm), Mast - Klos (76. van der Biezen).
Wolfsburg: Benaglio - Vieirinha, Naldo, Klose, Rodriguez (73. Marcel Schäfer) - Arnold, Luiz Gustavo - Caligiuri, De Bruyne (54. Guilavogui), Perisic (69. Schürrle) - Dost.
Schiedsrichter: Welz
Zuschauer: 26.137 (ausverkauft)
Gelbe Karte: - De Bruyne

krä

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