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DFB-Pokal Werder bejubelt Finaleinzug

Sensation verpasst: Zweitligist FC Augsburg verlor im Halbfinale des DFB-Pokals gegen Bremen. Werder hat damit die Chance gewahrt, am 15. Mai in Berlin den Titel zu verteidigen. Der Bundesligist gewann dank der Tore von Marko Marin und Claudio Pizarro - zitterte zeitweise aber gewaltig.

Werder Bremen

FC Augsburg

Hamburg - Titelverteidiger hat zum zehnten Mal das DFB-Pokal-Finale in Berlin erreicht. Das Team von Trainer Thomas Schaaf gewann zuhause 2:0 (1:0) gegen den Zweiligisten . Die Tore für die Gastgeber schossen Marko Marin (30. Minute) und Claudio Pizarro (84.). Der Final-Gegner für den 15. Mai wird am Mittwoch im Spiel Schalke 04 gegen Bayern München (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) ermittelt. Augsburg verpasste die Sensation, seit der Finalteilnahme von Alemannia Aachen 2004 stand kein Zweitligist mehr im Endspiel um den DFB-Pokal.

"Wir können stolz sein, dass wir wieder nach Berlin fahren", sagte Schaaf nach dem Abpfiff. "Das ist eigentlich unglaublich, aber die Mannschaft ist am Limit. Das hat man heute gemerkt."

Mesut Özil

Vor 30.000 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Weserstadion erspielte sich Werder bereits nach drei Minuten die erste Chance der Partie, Mittelfeldspieler verfehlte das Augsburger Tor mit einem Distanzschuss nur knapp. Fast im Gegenzug sorgten die Gäste im Bremer Strafraum für Verwirrung, Daniel Brinkmann verzog aber eine Vorlage von Michael Thurk, der in der laufenden Zweitliga-Saison schon 21 Mal getroffen hat.

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DFB-Pokal-Halbfinale: Bremen clever, Augsburg glücklos

Foto: ddp

Das Duell der beiden Teams sollte auch das Duell der beiden besten Stürmer der Mannschaften werden. Auf Bremer Seite bekam Pizarro nach sieben Minuten eine Fußspitze an eine Özil-Hereingabe, doch der Ball ging über das Tor. Nur eine Minute später war Außenverteidiger Clemens Fritz an der Reihe, sein Schuss aus 20 Metern landete knapp neben dem Pfosten.

Marin trifft zur Führung

Der Zweitligist konnte sich in der Folge kaum befreien, die Werder-Abwehr fing die zumeist hoch nach vorne geschlagenen Bälle mühelos ab. In der 17. Minute war es erneut Fritz, der die Führung auf dem Fuß hatte: Eine kurze Ablage Özils nahm der Verteidiger direkt, der Ball strich um Haaresbreite über das Tor von Augsburgs Torhüter Simon Jentzsch.

Nach einer halben Stunde war es dann Marin, der die Überlegenheit in ein Tor umsetzen konnte. Nach Doppelpass mit Özil zog der Nationalspieler in den Strafraum und platzierte seinen Schuss geschickt gegen die Laufrichtung von Keeper Jentzsch, der keine Abwehrchance hatte. Knapp zehn Minuten später hatte Augsburg dann völlig überraschend die große Chance zum Ausgleich: Nach einem Steilpass stand Thurk frei vor Werder-Keeper Tim Wiese, doch sein Schuss aus spitzem Winkel landete am Innpfosten. Beim Versuch die Situation zu klären, wurde Fritz von Marcel Ndjeng gefoult, der dafür die erste Gelbe Karte der Partie sah.

"Bis zum 1:0 war ich sehr zufrieden. Aber nach dem Tor sind wir unsicherer geworden - warum weiß ich auch nicht", sagte Werders Geschäftsführer Klaus Allofs in der Halbzeitpause. "Wenn wir an die Leistung vor der Führung anknüpfen, sollten wir keine Probleme bekommen."

Thurk vergibt erneute Chance zum Ausgleich

Doch unmittelbar nach Wiederanpfiff waren es zunächst erneut die Gäste, die sich eine Chance erspielten: Eine Flanke von Ndjeng ließ Wiese unbedrängt abprallen, Werder-Verteidger Naldo konnte gerade noch vor Augsburgs Jens Hegeler klären.

Die bis dahin beste Chancen zum Ausgleich vergab dann Thurk. Einen Rückpass von der Torauslinie schoss der 33-Jährige unbedrängt aus zehn Metern über das Tor. Schiedsrichter Manuel Gräfe hatte zuvor eine Abseitsposition übersehen. In der Folge gab Werder mehr und mehr das Spiel aus der Hand, Augsburg kam besser in die Zweikämpfe und störte den Bundesligisten - anders als im ersten Durchgang - bereits im Spielaufbau.

So kamen die Gastgeber nach Kontern zu den besten Gelegenheiten in Halbzeit zwei, doch der für Özil eingewechselte Hugo Almeida verzog einen Linksschuss (80.). Mit seinem ersten Tor im laufenden Wettbewerb sorgte Pizarro in der 84. Minute dann für die Entscheidung. Nach einem Freistoß war die Augsburger Hintermannschaft unkonzentriert, einen 30-Meter-Ball von Frings nahm der Peruaner im Strafraum gekonnt an und überwand Jentzsch aus kurzer Distanz zum 2:0. Drei Minuten später hatte Almeida die Chance zum dritten Bremer Treffer. Sein Heber aus 18 Metern ging aber am Tor vorbei.

Augsburgs Trainer Jos Luhukay zeigte sich nach dem Spiel als fairer Verlierer: "Wir wussten, dass wir heute das nötige Quäntchen Glück brauchen, um ins Finale zu kommen. Bei der Chance von Michael Thurk hat uns das aber gefehlt. Am Ende hat Werder verdient gewonnen."

Werder Bremen - FC Augsburg 2:0 (1:0)
1:0 Marin (30.)
2:0 Pizarro (84.)
Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Pasanen - Bargfrede, Frings - Marin, Özil (75. Hugo Almeida), Hunt (62. Borowski) - Pizarro
Augsburg: Jentzsch - Reinhardt, de Roeck, Möhrle, El Akchaoui - Hegeler, Sinkala (60. Rafael) - Brinkmann (67. Baier), Ndjeng - Traore - Thurk
Schiedsrichter: Manuel Gräfe
Zuschauer: 31.645
Gelbe Karten: Borowski - Ndjeng

luk/sid