DFB-Pokal Werder gewinnt bei Skripnik-Debüt

War das die Wende? Werder Bremen hat bei der Premiere von Neu-Coach Viktor Skripnik souverän bei Drittligist Chemnitz gewonnen. Hertha BSC und Hannover 96 sind dagegen überraschend ausgeschieden. Regionalligist Offenbach bezwang den Karlsruher SC.

Getty Images

SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Es war ein Schlüsselspiel für Werder Bremen. Für den kriselnden Tabellenletzten der Bundesliga ging es beim Debüt des neuen Trainers Viktor Skripnik bei Drittligist Chemnitz nicht nur ums Weiterkommen im DFB-Pokal. Es ging auch darum, für positive Schlagzeilen zu sorgen. Dank der Tore von Fin Bartels (31. Minute) und Franco di Santo (49.) durfte Bremen tatsächlich jubeln: 2:0 (1:0) gewann Werder beim Chemnitzer FC und steht durch den erst zweiten Pflichtspielsieg in der laufenden Saison im Achtelfinale.

Trainer-Debütant Skripnik verhalf Talent Levent Aycicek, 20, zum Startelfdebüt bei den Profis. Eljero Elia und Cedrick Makiadi hatte Skripnik dagegen in Bremen gelassen. Zu Beginn tat sich seine Mannschaft schwer - und hatte Glück, nicht früh in Rückstand zu geraten. Reagy Ofosu vergab nach vier Minuten eine große Chance auf das 1:0 für die Gastgeber (4.). Bis auf einen Pfostenschuss von Anton Fink (28.) wurde der Drittligist jedoch lange Zeit nicht mehr gefährlich.

Werder bekam die Partie unter Kontrolle, di Santo (16.) und Santiago García (25.) vergaben aussichtsreiche Gelegenheiten. Dann durfte Skripnik erstmals jubeln: Nach einem Pass von di Santo dribbelte Izet Hajrovic in Richtung Strafraum und bediente Bartels, der über den herauseilenden Torwart Phlipp Pentke lupfte. Wenig später hätte Pentke beinahe einen weiteren Treffer verschuldet, als er einen Hajrovic-Freistoß durch die Hände gleiten ließ. Abwehrspieler Marc Endres rettete vor der Torlinie (40.). Kurz nach Wiederanpfiff entschied di Santo die Partie, als er einen Steilpass von Clemens Fritz verwertete. Für Bremen war es der erste Erfolg seit dem 17. August.

Arminia Bielefeld - Hertha BSC 4:2 i.E. (0:0, 0:0, 0:0)

Bielefeld hat für eine Pokalsensation gesorgt. Der Tabellenführer der dritten Liga besiegte Hertha im Elfmeterschießen. Bielefeld stellte den Bundesligisten von Beginn an vor Probleme. Zwei Chancen vergab die Arminia in der Anfangsphase, Tom Schütz (13.) und Julian Börner (14.) verpassten die Führung für den Außenseiter knapp. Hertha hatte die größeren Spielanteile, blieb aber harmlos. Der kurz zuvor eingewechselte Ronny sorgte mit seinem Distanzschuss für den ersten gefährlichen Abschluss der Hertha - da war die zweite Halbzeit längst angebrochen (64.). Berlin steigerte sich und bekam das Spiel unter Kontrolle, mehr als ein Versuch von Jens Hegeler sprang dabei nicht heraus (76.). In der Verlängerung spielten beide Mannschaften gefällig - bis zum Strafraum. Im Elfmeterschießen hielt Hertha-Torwart Thomas Kraft gegen Stephan Slager. Weil Arminia-Torwart Alexander Scholow aber die Versuche von Julian Schieber und Sandro Wagner parierte, jubelte am Ende der Außenseiter.

VfR Aalen - Hannover 96 2:0 (1:0)

Hannover 96 hat sich beim Tabellen-17. der zweiten Liga blamiert. In Aalen zeigte sich vor allem die Defensive des Bundesligisten erschreckend passiv. Erst bekam 96 nach einem Einwurf der Gastgeber den Ball nicht aus dem Strafraum, VfR-Profi Andreas Ludwig spielte quer, und Hannovers Ceyhun Gülselam schoss den Ball beim Versuch, ihn zu klären, ins eigene Tor (24.). Nach der Pause konnte Michael Klauß aus rund zehn Metern Torentfernung von der Defensive des Favoriten unbedrängt erhöhen (59.). Und 96? Blieb harmlos. Joselu nach einem Eckball (18.) und Hiroshi Kiyotake per Freistoß (69.) vergaben die wenigen nennenswerten Chancen.

Kickers Offenbach - Karlsruher SC 1:0 (0:0)

Für eine Überraschung sorgten erneut die Offenbacher Kickers. Der Tabellenführer der Regionalliga Südwest gewann das Duell gegen Zweitligist Karlsruhe, Benjamin Pintol erzielte das einzige Tor der Partie und profitierte dabei von einem Fehler des KSC-Torwarts Dirk Orlishausen (63.). In der ersten Pokalrunde hatte Offenbach Zweitligist Ingolstadt aus dem Wettbewerb geworfen. Gegen Karlsruhe hatte der Regionalligist zunächst Glück, dass Daniel Gordon (14.) und Manuel Gulde (17.) ihre Chancen vergaben. Doch der KSC konnte den Druck nicht aufrecht erhalten, Offenbach kam zu Möglichkeiten. Erst traf Martin Röser nur den Pfosten (61.), dann traf Pintol und sorgte so für den 15. Pflichtspielsieg der Kickers hintereinander.

2. Runde des DFB-Pokals 2014/2015
    Bundesliga - Bundesliga
    Hamburger SV - FC Bayern München 1:3
    Eintracht Frankfurt - Borussia Mönchengladbach 1:2

    Bundesliga - 2. Bundesliga
    FC St. Pauli - Borussia Dortmund 0:3
    VfL Wolfsburg - 1. FC Heidenheim 4:1
    1860 München - SC Freiburg 2:5
    1899 Hoffenheim - FSV Frankfurt 5:1
    VfR Aalen - Hannover 96 2:0

    Bundesliga - 3. Liga
    Chemnitzer FC - Werder Bremen 0:2
    Arminia Bielefeld - Hertha BSC 4:2 i. E.
    MSV Duisburg - 1. FC Köln 1:4 i. E.

    Bundesliga - Regionalliga
    1. FC Magdeburg - Bayer Leverkusen 4:5 i. E.

    2. Bundesliga - 2. Bundesliga
    1. FC Kaiserslautern - SpVgg Greuther Fürth 2:0
    RB Leipzig - Erzgebirge Aue 3:1 n. V.

2. Bundesliga - 3. Liga
Dynamo Dresden - VfL Bochum 2:1 n. V.

2. Bundesliga - Regionalliga
Kickers Offenbach - Karlsruher SC 1:0
Würzburger Kickers - Eintracht Braunschweig 0:1

mon

insgesamt 11 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
derkloppo 28.10.2014
1. Tja, 96
Freut mich sehr für Aalen!
phboerker 28.10.2014
2. 3. Liga
Der Gegner war Drittligist, also eine Liga unter Werder. Und wurde mit 2:9 haushoch geschlagen. Gefühlt ist das eine Wende, bedeutet es doch, dass Werder in der 2. Liga doch bestehen könnte.
zw7 28.10.2014
3. Große Gratulation...
... an die Offenbacher Kickers!!! Als Regionalligist den KSC vollkommen verdient rauszuwerfen verdient großen Respekt!!!
Eppelein von Gailingen 28.10.2014
4. Ob dies schon die Wende war bei Werder?
Man könnte es schon bald als Phänomen bezeichnen, steht ein neuer Trainer vor der motivationslosen Mannschaft, gewinnen die oft das erste, manchmal auch das zweite Spiel. Das konnte man bei Mirko Slomka beobachten. In Hannover wollte die Mannschaft plötzlich nicht mehr, in Hamburg hatte er glaube ich Erfolg. Aber dann war das Strohfeuerchen erloschen. Auch andere Trainer wie Armin Veh hatten im Norden den gleichen Effekt. Vielleicht ist es bei Bremen anders, denn der Trainer ist denen von der Jugendmannschaft bekannt. Abwarten, und nicht gleich in Euphorie aufgehen, dass es schon die Wende war. Gut Ding will Weile haben, besonders bei diesen zwei Stadtstaaten. Viel Etepetete ist man in den Welthandels-Hafenstädten gewohnt, aber der Fußball wird wohl nichts mit dem guten Kaffeerösten, oder Teemischung, oder dem Teppichhandel zu tun haben. Und auf der Galopp- oder Trabrennbahn regiert die Kohle für die sauteuren Stallungen. Warum kaufen die sich nicht alles zusammen wie der Hoeneß und Rummelfliege (Lattek) bei Bayern?
hattrick73 28.10.2014
5.
@2 Chemnitz hatte ja Mainz rausgekegelt zu Ihrer Info. Und zwischen Chemnitz und Werder liegen nach wie vor zwei Ligen. Vielleicht mal ne Sportzeitung lesen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.