2. Runde des DFB-Pokals Leipzig zerlegt Wolfsburg mit sechs Toren

Das Duell der Erstligisten war das Spiel mit dem größten Klassenunterschied: RB Leipzig traf sechsmal gegen den VfL Wolfsburg. In Kaiserslautern musste ein Feldspieler als Torwart ins Elfmeterschießen.

Marcel Sabitzer traf zum 2:0 für Leipzig
Boris Streubel/Bongarts/Getty Images

Marcel Sabitzer traf zum 2:0 für Leipzig


VfL Wolfsburg - RB Leipzig 1:6 (0:1)

RB Leipzig hat das Duell der Erstligisten beim VfL Wolfsburg für sich entschieden - und das viel deutlicher als angenommen. Leipzig kam in den Anfangsminuten zu einigen Abschlüssen, zur Führung benötigten die Gäste aber ein Eigentor Jeffrey Brumas (13. Minute). Torhüter Pavao Pervan wehrte den Ball bei einer Parade so ab, dass er den Verteidiger traf und zurück ins eigene Tor sprang. Wenig später musste Leipzig jedoch einen Rückschlag hinnehmen, als Kapitän Willi Orban verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste (26.).

Kurz nach der Pause baute Leipzig seine Führung aus. Nach einem Doppelpass mit Timo Werner kam Marcel Sabitzer im Strafraum zum Schuss, Bruma fälschte den Ball unhaltbar für Torwart Pervan ab (55.). Forsberg gelang kurz darauf nach einem Leipziger Konter die Vorentscheidung, auf Vorlage von Werner traf er zum 3:0 (58.). Vier Minuten später erhöhte Konrad Laimer auf 4:0 (62.). Werner schoss nach seinen zwei Vorlagen zuvor selbst das 5:0 und 6:0 (68./88.). Wout Weghorst gelang nur noch Wolfsburgs Ehrentreffer (89.).

Werder Bremen - 1. FC Heidenheim 4:1 (4:1)

Acht Jahre ist es her, dass sich Werder und Heidenheim gegenüberstanden, auch damals im Pokal. 2011 scheiterte Bundesligist Bremen an dem Zweitligisten. Dass es diesmal keine Überraschung geben würde, machte Werder früh klar. Noch vor der 20. Minute stand es 3:0.

Milot Rashica brachte die Gastgeber mit einem sehenswerten Schlenzer ins lange Eck in Führung (6.), fünf Minuten später erhöhte Leonardo Bittencourt mit seinem Debüttreffer für Werder. Das 3:0 erzielte Davy Klaassen mit einem abgefälschten Schuss (18.).

In der Ostkurve, wo der Großteil der organisierten Werder-Fans steht, war die Stimmung trotz des Spielverlaufs schlecht. Noch während der ersten Hälfte stellten Teile der Ultras erst ihren Support ein, dann verließen sie die Kurve.

Der Anlass war offenbar ein Banner, das aufgehängt und dann einkassiert wurde. Werder schrieb dazu bei Twitter, dass das genehmigte Banner "entgegen der Absprachen an einem nicht genehmigten Ort aufgehangen" wurde. Beim Versuch, es zu entfernen, seien Ordner von Fans attackiert worden. Bei Twitter wiederum schrieben Nutzer, dass die Polizei mit Gewalt gegen Fans vorgegangen sei.

Auf dem Rasen spielte Bremen weiter dominant und offensiv, Marco Friedl erhöhte nach einer sehenswerten Kombination auf 4:0, ehe er hinten für einen strittigen Handelfmeter sorgte, den Marc Schnatterer verwandelte (45.+1).

1. FC Kaiserslautern - 1. FC Nürnberg 6:5 i.E. (2:2, 1:1)

In Kaiserslautern deutete sich eine echte Sensation an: Nürnbergs Torwart Patric Klandt musste in der Verlängerung verletzt vom Rasen gehen und wurde durch Feldspieler Enrico Valentini ersetzt. Gemäß der Pokalregeln hatte Nürnberg bereits viermal gewechselt. Valentini hätte als Ersatztorhüter im Elfmeterschießen zum Helden werden können, doch der nominelle Abwehrspieler hielt keinen Ball. Kaiserslautern zog ins Achtelfinale ein, weil Tim Handwerker seinen Elfer verschoss.

Ein kurioser Treffer hätte Kaiserslautern beinahe um die Überraschung gebracht. Der FCK, in der 3. Liga im Abstiegskampf, führte noch in der 90. Minute gegen den Achten der zweiten Liga. Dann übersah Torwart Lennart Grill, mit dem Ball in den Händen, dass in seinem Rücken Nürnbergs Michael Frey lauerte. Grill legte den Ball auf den Rasen - und Frey stibitze ihn und traf zum 2:2. So ging es in die Verlängerung und ins Elfmeterschießen.

Zuvor hatte Timmy Thiele Kaiserslautern zweimal per Elfmeter in Führung gebracht (8., 74.). Lukas Jäger war das 1:1 für den Favoriten gelungen (15.).

SC Verl - Holstein Kiel 8:7 i. E. (1:1, 1:1)

Dem Viertligisten Verl ist gegen Kiel eine Pokalüberraschung gelungen. Trotz Rückstands schlug Verl den Zweitligisten im Elfmeterschießen. Nach 13 Minuten brachte Janni-Luca Serra Kiel in Führung, in Folge einer Ecke traf er per Kopfball (13.). Eine Viertelstunde später blieb Verl ein Elfmeter verwehrt: Frederik Lach ging im Strafraum Kiels zu Boden, nachdem Salih Özcan ihn mit dem Ellenbogen im Gesicht getroffen hatte, Schiedsrichter Christof Günsch ließ aber weiterspielen (31.). Der Ausgleich fiel dennoch kurz vor der Pause: Kiels Torwart Ioannis Gelios wehrte einen Verler Schuss in den Fünfer ab, Nico Hecker traf mit dem Kopf zum 1:1 (45.+1).

In der Verlängerung hatte Kiels Alexander Mühling die Chance zur erneuten Führung, traf mit seinem Schuss aber nur die Latte (105.). Für Verl vergab Zlatko Janjic eine Großchance, als er aus wenigen Metern über das Tor schoss (111.). Im Elfmeterschießen parierte Verls Torhüter Robin Brüseke gegen Kiels Phil Neumann. Danach verwandelte Jan Schöppner den entscheidenden Elfmeter.

mon/ptz



insgesamt 2 Beiträge
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meresi 30.10.2019
1. Du meine Güte
ein 1:3 hätte gereicht für Leipzisch, die anderen 3 Tore wären besser für die Liga gewesen, gedacht für den 17.12...hätte mehr Sinn gemacht.
meresi 30.10.2019
2. Ein Glückstor
oder 2 für die Fohlen, würde dem Spiel gut tun. Frankn'furter wohl auf der Siegesstrasse, hoffentlich.
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