DFB-Pokal Werder und Hamburg schießen sich ins Halbfinale

Torflut im Nordduell: Drei Treffer fielen in den ersten neun Minuten im Spiel der Bremer beim VfL Wolfsburg - am Ende setzte sich Werder klar durch. Der HSV kontrollierte die Partie gegen den Außenseiter aus Wiesbaden. Trotzdem kam kurz vor Schluss noch einmal Spannung auf.

Hamburg - Die ersten beiden Tickets für das Halbfinale des DFB-Pokals sind gelöst: In einem abwechslungsreichen Nordduell setzte sich der SV Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg 5:2 (2:2) durch. Auch der Hamburger SV siegte, beim 2:1 (2:0) gegen Wehen Wiesbaden sorgte der späte Anschlusstreffer des Zweitligisten für spannende Schlussminuten.

Drei Tage nach Werders torlosem Unentschieden gegen Bayern München in der Bundesliga traf Diego in der 3. und per Foulelfmeter in der 55. Minute, Mesut Özil (6.) sowie Claudio Pizarro (71./89.) steuerten die weiteren Treffer bei. Zwei Tore von Edin Dzeko (16./42.) reichten dem VfL vor 24.000 Zuschauern in Wolfsburg zwar zum zwischenzeitlichen Ausgleich, nicht jedoch zum Einzug ins Halbfinale.

Bei beiden Teams standen die Torhüter früh im Mittelpunkt. Während bei den Gastgebern in Diego Benaglio der Stammkeeper zwischen die Pfosten zurückkehrte, musste bei Werder Debütant Nico Pellatz für die verletzten Tim Wiese und Christian Vander einspringen. Der 22-Jährige hatte den Ball in seinem ersten Pflichtspiel für Werder noch nicht einmal berührt, das stand es bereits 2:0 für den Bundesliga-Elften, der mit Daniel Jensen und überraschend Markus Rosenberg für Hugo Almeida spielte.

Bei seinem ersten Treffer drehte sich Diego nach Pizarro-Vorlage blitzschnell um die eigene Achse und ließ Benaglio keine Chance. Nur drei Minuten später musste der Schweizer Nationalkeeper erneut hinter sich greifen. Özil traf aus spitzem Winkel - wieder hatte Pizarro die Vorarbeit geleistet.

Der starke Diego war es auch, der zehn Minuten nach dem Seitenwechsel einen Foulelfmeter herausholte und verwandelte. Wolfsburg bemühte sich in der Folge zwar um den erneuten Ausgleich, die beiden späten Tore von Pizarro sorgten jedoch für die endgültige Entscheidung.

"Es war ein Klassespiel. Gottseidank haben wir nach der Pause wieder zu unserem Spiel gefunden, nachdem wir nach dem 2:0 offenbar gedacht haben: jetzt geht es ein bisschen ruhiger", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. Enttäuscht zeigte sich dagegen sein Wolfsburger Kollege Felix Magath: "Wir waren nervös und haben grobe Fehler gemacht. Bis zur Halbzeit hätten wir locker in Führung gehen können. Am Ende fehlte uns die Kraft."

HSV im Schongang ins Halbfinale

Der Hamburger SV ist ohne Probleme ins Halbfinale des DFB-Pokals eingezogen und kann damit weiter von drei Titeln in dieser Saison träumen. Beim 2:1 (2:0)-Erfolg über den SV Wehen-Wiesbaden machte sich der Klassenunterschied zwischen dem Tabellenzweiten der ersten Liga und dem Schlusslicht der zweiten Liga trotz des knappen Ergebnisses deutlich bemerkbar.

Entscheidender Spieler beim insgesamt leicht herausgespielten HSV-Erfolg war Torjäger Mladen Petric, der in der 17. Minute den Wiesbadener Marko Kopilas durch seinen Einsatz zu einem Eigentor zwang und der in der 36. Minute selbst erhöhte. Nach dem Anschlusstreffer von Sandro Schwarz in der 85. Minute wurde es zwar noch einmal spannend, ernsthaft gefährdet war der Hamburger Erfolg jedoch nicht. "Wir haben Hemmungen gehabt, vor dieser Kulisse Gas zu geben", sagte Wehens Trainer Wolfgang Frank. "In der ersten Halbzeit hat man gesehen, dass da eine erstklassige Mannschaft steht, die uns beherrscht."

Vor knapp 36.000 Zuschauern traf Marcell Jansen für den HSV in der 14. Minute mit einem Kopfball nur die Latte. Drei Minuten später war der Wiesbadener Widerstand dann gebrochen. Nach einer schönen Kombination über David Jarolim und Collin Benjamin gingen Petric und Kopilas gemeinsam zum Ball, wobei der Abwehrspieler der Gäste der Kugel die letzte entscheidende Richtungsänderung gab.

Weitere HSV-Tore verhinderte vor allem Wehens Torhüter Alexander Walke. Der Schlussmann parierte gegen Schüsse von Jarolim (22.), Jonathan Pitroipa (25.) und vor allem gegen Paolo Guerrero (32.). Nach dem Wechsel tat der HSV nur noch so viel wie unbedingt nötig. Trainer Martin Jol wechselte den angeschlagenen Mannschaftskapitän Jarolim sowie Guerrero aus. Trotzdem hatten die Hausherren weiterhin sehr gute Chancen. So vereitelte erneut Walke die Chancen von Petric (53.) sowie Pitroipa (61.).

Der Ehrentreffer durch Schwarz sorgte dann noch einmal für Aufregung, echte Chancen zum Ausgleich bekam Wiesbaden aber nicht mehr. Trotz des Erfolges zeigte sich HSV-Keeper Frank Rost, auch mit Blick auf die Bundesligapartie bei Borussia Mönchengladbach am kommenden Samstag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE), nach dem Spiel unzufrieden: "Diese Leistung reicht vielleicht für Wehen, aber nicht für Gladbach oder eine andere Mannschaft."

jok/sid/dpa
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.