DFB-Pokalfinal-Schiedsrichter Oh, wenn der pfeift ...!

Wer hat bessere Chancen auf den Sieg im DFB-Pokalfinale: Dortmund oder Wolfsburg? Schaut man sich die Statistik an, können sich die BVB-Fans freuen. Das liegt an Schiedsrichter Felix Brych.
Schiedsrichter Brych: Pfeift das Pokalfinale

Schiedsrichter Brych: Pfeift das Pokalfinale

Foto: PHILIPP GUELLAND/ AFP

Aus der Pfeife von Schiedsrichter Felix Brych ertönen an diesem Samstagabend drei laute Pfiffe. Schluss. Borussia Dortmund ist DFB-Pokalsieger. Knapp ist es geworden, doch am Ende hat sich der BVB 2:1 gegen den VfL Wolfsburg durchgesetzt. Zumindest dann, wenn alles so kommt, wie es der Statistik zufolge kommen müsste. Mit diesem Schiedsrichter.

Warum? Ein Schiedsrichter ist doch unparteiisch!

Ja, aber wenn Brych pfeift, fallen im Schnitt 2,9 Tore pro Spiel. Diese enden durchschnittlich 1,7 zu 1,2. Im Schnitt erzielt der BVB unter Brych 2,2 Tore, Wolfsburg nur 1,4. Heißt also für diesen Samstag: Die Borussia gewinnt das Finale 2:1. So einfach wäre das - zumindest wenn es getreu der Statistik läuft.

Aber wie sehen die Statistiken genau aus? Können die Dortmund-Fans wirklich aufatmen, müssen die Wolfsburger gar nicht erst anreisen? Hier sind die Antworten:

Felix Brych ist ein erfahrener Schiedsrichter, der auch schon im Europapokal und bei der WM 2014 im Einsatz war. Auch Wolfsburg- und BVB-Spiele hat der 39-Jährige schon geleitet, 56 sind es an der Zahl. Und diese DFB-Pokalspiele:

Brych gab sein Erstliga-Debüt am dritten Spieltag der Saison 2004/2005 in Berlin. Das war auch die erste Begegnung mit Jürgen Klopp, der saß bei Hertha-Gegner Mainz auf der Trainerbank. Brych und Klopp, daraus sollte eine Geschichte werden.

Für Klopp gab es unter Brych in der Bundesliga nur vier Niederlagen. Die erste mit Mainz - gegen Dortmund. Später leitete der Münchner Klopps erstes Pflichtspiel als BVB-Coach. Ein 3:1-Sieg im Pokal gegen Essen. Er wird nun auch sein letztes leiten. Ausgerechnet in Berlin, wo sich die beiden bei Brychs Debüt erstmals begegneten.

Für den BVB scheint es von Vorteil zu sein, dass Brych für dieses Finale angesetzt wurde.

  • In 27 Ligaspielen unter Brych gab es 16 Siege, acht Unentschieden und drei Niederlagen. Im Pokal hat der BVB nur eins von vier Spielen verloren.
  • In der aktuellen Saison hat der BVB alle vier Spiele unter Brych gewonnen, fast ein Drittel aller Saisonsiege.
  • Das Finale ist das fünfte Pflichtspiel. Nie hat Brych den BVB häufiger in einer Spielzeit gepfiffen, nie hat der BVB mehr als vier Pflichtspiele am Stück gewonnen.

Die einzige Pokal-Pleite unter Brych setzte es 2006 gegen Hannover. 96-Trainer damals: Dieter Hecking. Der sitzt heute bei Wolfsburg auf der Bank und wertet die schlechte Brych-Bilanz des VfL etwas auf.

  • 25 Spiele unter Brych: Elf Siege, sieben Unentschieden, sieben Niederlagen - alle in der Liga. Im Schnitt ging damit fast jedes dritte Spiel verloren.
  • Immerhin: Seit vier Spielen ist der VfL unter Brych ungeschlagen, hat dafür aber auch nur eins davon gewonnen.
  • Im Schnitt gibt es für Wolfsburg von Brych 1,9 Karten pro Spiel. Wenn es einen Platzverweis gegeben hat, dann immer gegen einen VfL-Spieler. Danach ging jede Partie verloren.

Unter Hecking gab es nur eine dieser sieben Pleiten. Er hat insgesamt erst viermal verloren, wenn Brych gepfiffen hat. Den ersten Sieg feierte er im ersten Spiel als 96-Trainer: gegen Wolfsburg.

Seine aktive Karriere hat Hecking - genau wie Klopp - beendet, als Brych anfing. Sowohl Klopp als auch der BVB haben seitdem die bessere Bilanz. Das einzige direkte Duell zwischen beiden Trainern unter Brych endete unentschieden.

Eine klare Angelegenheit, wie es scheint, ein Mutmacher für den BVB und dessen Fans, die auf einen gelungenen Abschied für ihren Trainer hoffen. So ein 2:1 für Dortmund wäre schon das perfekte Ergebnis. Der BVB hätte seinen Titel - und Wolfsburg einen Schuldigen: das Schicksal.

Mitarbeit: Christina Elmer (Grafik)
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