Machtkampf im Verband DFB-Präsident Fritz Keller stellt sein Amt zur Verfügung

Der Konflikt beim Deutschen Fußball-Bund fordert personelle Konsequenzen – und das nicht nur an der Spitze. Neben Präsident Keller stehen auch Vize Koch und Generalsekretär Curtius vor dem Abschied.
Fritz Keller wird den DFB verlassen

Fritz Keller wird den DFB verlassen

Foto: Arne Dedert / dpa

Die Führungsspitze des Deutschen Fußball-Bundes zieht Konsequenzen aus dem internen Machtkampf. DFB-Präsident Fritz Keller hat seine Bereitschaft zum Rücktritt erklärt, teilte der DFB mit . Der Vertrag von Generalsekretär Friedrich Curtius soll aufgelöst werden. Vizepräsident Rainer Koch will nicht mehr zur Wiederwahl antreten. Damit würden »die Weichen für eine Neuaufstellung des DFB gestellt«, hieß es.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Keller werde sein Amt als DFB-Präsident nach der Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht am kommenden Montag zur Verfügung stellen. Er habe sich zu dem Schritt »aus eigener freier Entscheidung in Verantwortung des Amtes als Präsident« entschieden, hieß es. Generalsekretär Friedrich Curtius werde Keller »nach einer Verständigung über eine Aufhebung seines Arbeitsvertrags« unmittelbar folgen. Dann soll seine Stellvertreterin Heike Ullrich vorübergehend übernehmen.

Die Vizepräsidenten Koch und Peter Peters, Entsandter der Deutschen Fußball Liga, bleiben bis zu den nächsten Neuwahlen im Amt. Sie sollen als »gleichberechtigte Interimspräsidenten den Übergang des Verbandes gestalten«, so der DFB. Koch wird aber beim nächsten Ordentlichen Bundestag nicht mehr für das Amt des ersten Vizepräsidenten Amateure kandidieren.

Stephan Osnabrügge wird ebenfalls nicht mehr als Schatzmeister kandidieren. Der nächste Ordentliche Bundestag wird zeitlich vorgezogen – voraussichtlich auf Beginn des Jahres 2022.

Kellers Nazivergleich

Keller hatte Koch bei einer Präsidiumssitzung Ende April als »Freisler« bezeichnet und so mit Roland Freisler, dem Vorsitzenden des Volksgerichtshofes im Nationalsozialismus, verglichen – in den folgenden Wochen entbrannte ein nun folgenschwerer Streit. Vor dem Sportgericht landete der Fall durch Ermittlungen der DFB-Ethikkommission.

Die Amateurvertreter hatten Keller das Vertrauen entzogen, nachdem der Nazivergleich an die Öffentlichkeit gedrungen war. Die Länderchefs hatten am Freitag nach einer erneuten Entschuldigung Kellers noch einmal nachgelegt und den Verbandsvorstand zur Amtsenthebung des Präsidenten aufgefordert. Das DFB-Präsidium solle eine Sitzung des Vorstands einberufen, hatte es in der Mitteilung geheißen – das scheint nun nicht mehr nötig.

ptz/dpa/sid
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.