DFB-Chef Grindel verschwieg Einkünfte von Tochterunternehmen

Reinhard Grindel steht seit Wochen in der Kritik. Nun kommen neue Vorwürfe hinzu. Nach SPIEGEL-Informationen bezog er in einem Fall mehr Geld als bislang bekannt.

Reinhard Grindel
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Reinhard Grindel hat als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) weitaus mehr Geld bekommen als bislang bekannt. Das berichtet der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe.

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Heft 14/2019
Der bizarre Streit um den Schutz unserer Kinder

Grindel und der DFB hatten seine Einkünfte beim Amtsantritt im April 2016 mit 14.400 Euro monatlich beziffert: 7200 Euro Aufwandsentschädigung, zuzüglich eines Verdienstausfalls in gleicher Höhe. Denn durch die Aufgabe seines Bundestagsmandats wäre Grindel automatisch wieder Angestellter des ZDF geworden, für das er zuvor gearbeitet hatte. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+.)

Auf die Zahlung für den Verdienstausfall hatte der Ex-Politiker im April 2017, nach seiner Wahl in die Entscheidungsgremien von Fifa und Uefa, freiwillig verzichtet. Was weder Grindel noch der Verband gegenüber der Öffentlichkeit je erwähnten, war die Tatsache, dass der DFB-Präsident von Juli 2016 bis Juli 2017 zusätzlich 78.000 Euro kassierte - für seine Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender der öffentlich so gut wie unbekannten DFB-Medien Verwaltungs-Gesellschaft, für ganze zwei Sitzungen im Jahr. Geld, das selbst dann noch floss, als er schon bei Fifa und Uefa im Amt war und dafür 500.000 Euro im Jahr erhielt.

Grindel räumte die Zahlungen auf SPIEGEL-Anfrage ein, pochte aber darauf, dass er zum Zeitpunkt seiner Wahl noch nicht Vorsitzender des Aufsichtsrats der DFB-Tochter gewesen sei und deshalb damals auch nichts verschwiegen habe.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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insgesamt 51 Beiträge
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Seite 1
spondk 29.03.2019
1.
Ohne Worte!!! Schweinerei
Partyzant 29.03.2019
2. Sportliche Leistung
Man kann von diesen Verbänden nichts erwarten, ausser man ist ganz oben angekommen - die da unten müssen Geld bei ihren Eltern sammeln wenn sie neue Trikots brauchen oder selbst mitanpacken wenn das Dach der Umkleiden undicht ist. Grindel sollte selbst gehen oder vor die Tür gesetzt werden - unfähig und unsportlich - ekelhafter asozialer Mensch.
andree_nalin 29.03.2019
3. Sowas von transparenter Sportpolitik .....
... und der kleine Mann steht wie immer mit offenem Mund da und kann nur staunen. Übrigens: Ein Teil der Zuwendungen hätte man schon vorab für die von Steuergeldern finanzierten Polizeieinsätze bei diversen Fußballspielen zurück in die Staatskasse leiten können. Sumpf und Niedertracht im Sport. Mal sehen, was noch so alles aus den Vorständen bekannt wird.
jochenhofmann68 29.03.2019
4. Korruption ja/nein
Die gute Frage ist, fällt das unter Korruption?
BettyB. 29.03.2019
5. Irritierend?
Fußball ist Kapitalismus in Reinkultur. Die unten bezahlen dafür dass ihre Kinder spielen dürfen und die oben kassieren mächtig ab. Da wundert man sich doch eher, dass Grindel so "wenig" bekommt...
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