DFB-Chef Grindel verschwieg Einkünfte von Tochterunternehmen

Reinhard Grindel steht seit Wochen in der Kritik. Nun kommen neue Vorwürfe hinzu. Nach SPIEGEL-Informationen bezog er in einem Fall mehr Geld als bislang bekannt.
Reinhard Grindel

Reinhard Grindel

Foto: Uli Deck/ dpa

Reinhard Grindel hat als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) weitaus mehr Geld bekommen als bislang bekannt. Das berichtet der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe.

Grindel und der DFB hatten seine Einkünfte beim Amtsantritt im April 2016 mit 14.400 Euro monatlich beziffert: 7200 Euro Aufwandsentschädigung, zuzüglich eines Verdienstausfalls in gleicher Höhe. Denn durch die Aufgabe seines Bundestagsmandats wäre Grindel automatisch wieder Angestellter des ZDF geworden, für das er zuvor gearbeitet hatte. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+ .)

Auf die Zahlung für den Verdienstausfall hatte der Ex-Politiker im April 2017, nach seiner Wahl in die Entscheidungsgremien von Fifa und Uefa, freiwillig verzichtet. Was weder Grindel noch der Verband gegenüber der Öffentlichkeit je erwähnten, war die Tatsache, dass der DFB-Präsident von Juli 2016 bis Juli 2017 zusätzlich 78.000 Euro kassierte - für seine Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender der öffentlich so gut wie unbekannten DFB-Medien Verwaltungs-Gesellschaft, für ganze zwei Sitzungen im Jahr. Geld, das selbst dann noch floss, als er schon bei Fifa und Uefa im Amt war und dafür 500.000 Euro im Jahr erhielt.

Grindel räumte die Zahlungen auf SPIEGEL-Anfrage ein, pochte aber darauf, dass er zum Zeitpunkt seiner Wahl noch nicht Vorsitzender des Aufsichtsrats der DFB-Tochter gewesen sei und deshalb damals auch nichts verschwiegen habe.

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