DFB-Schiedsrichter Zwanziger redet Steueraffäre klein

Die mögliche Steuerhinterziehung von Schiedsrichtern wird kaum Konsequenzen haben. Davon geht zumindest DFB-Boss Theo Zwanziger aus. Ihn belaste die Affäre nach eigener Aussage weniger. Aber er fürchtet, dass Ex-Referee Manfred Amerell weiter gegen Michael Kempter schießen wird.
DFB-Präsident Zwanziger: "Verdacht und Beweis noch lange nicht das Gleiche"

DFB-Präsident Zwanziger: "Verdacht und Beweis noch lange nicht das Gleiche"

Foto: dapd

Hamburg - Zwei prominente Namen sind bereits bekannt, weitere könnten folgen: Die Affäre um rund 20 Schiedsrichter des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), gegen die die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt, steht erst am Anfang. Dennoch gibt sich DFB-Präsident Theo Zwanziger betont gelassen: "Ich gehe davon aus, dass bei den allermeisten Fällen eher wenig oder überhaupt nichts herauskommen wird. Im Moment belastet mich dieser Sachverhalt weniger", sagte Jurist Zwanziger der "Rhein-Zeitung" (Donnerstagausgabe) und betonte, dass "Verdacht und Beweis noch lange nicht das Gleiche" seien.

Zwei der Referees, die verdächtigt werden, Einsätze bei Fußballspielen nicht ordnungsgemäß abgerechnet und so Steuern hinterzogen zu haben, sind Felix Brych und Michael Kempter. Dieser war bereits 2009 wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe von 23.750 Euro verurteilt worden.

Laut Zwanziger habe der DFB aber erst im April dieses Jahres von Kempters Verurteilung erfahren. "Zu einem Zeitpunkt also, an dem gar keine Entscheidung darüber anstand, ob Herr Kempter, der im April 2010 sein bislang letztes Spiel gepfiffen hat, zu einem möglichen späteren Zeitpunkt noch einmal zum Einsatz kommt", so der DFB-Boss. Daher sei der Vorgang für den DFB im Frühjahr 2011 irrelevant gewesen. "Er wird aber sicher bei der abschließenden Persönlichkeitsbeurteilung von Kempter eine Rolle spielen", kündigte Zwanziger an.

Ausgelöst worden war die Schiedsrichter-Steueraffäre von Manfred Amerell, dem finanzielle Unregelmäßigkeiten bei Kempter aufgefallen waren. Beide liefern sich seit Monaten eine juristische Auseinandersetzung. Zwanziger rechnet damit, dass Amerell in Zukunft weitere unliebsame Dinge der Öffentlichkeit präsentiert. "Nach allem, was bislang geschehen ist, kann ich das beim besten Willen nicht ausschließen", so der DFB-Boss, der fordert: "Wir müssen zumindest einen Versuch starten, dass es hier zu einer irgendwie gearteten Einigung kommt oder eben das Schlimmste verhindert wird."

ham/sid/dpa
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