DFB Schlichtung mit Amerell vom Tisch

Die Tür ist zu: Nach Manfred Amerell hat nun auch der DFB die Vermittlungsgespräche mit dem Ex-Schiedsrichter für gescheitert erklärt. Die überraschende Antwort von Amerell kam prompt - er schlägt ein neues Mediationsverfahren vor.
Ex-Schiedsrichter Amerell: Keine Einigung mit dem DFB in Sicht

Ex-Schiedsrichter Amerell: Keine Einigung mit dem DFB in Sicht

Foto: Patrick Seeger/ dpa

Hamburg - Eine Schlichtung im Dauerstreit zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und seinem früheren Schiedsrichter-Sprecher Manfred Amerell ist vorerst vom Tisch. "Nachdem Manfred Amerell seine Bereitschaft, sich an der vom DFB vorgeschlagenen Mediation zu beteiligen, zurückgezogen hat, wird das Mediationsverfahren beendet", teilte der DFB am Dienstag nach Rücksprache mit dem beauftragten Mediator, dem evangelischen Bischof Wolfgang Huber, mit.

Amerell hatte bereits am Montag seine Ablehnung bekanntgegeben. Hintergrund ist der Machtkampf an der DFB-Spitze, den Präsident Theo Zwanziger gegen seinen Stellvertreter Rainer Koch gewonnen hat. Amerell sprach danach von einem "fragwürdigen demokratischen Grundverständnis innerhalb des weltgrößten Sportfachverbandes" und teilte mit, dass seine Gesprächsbereitschaft nicht mehr bestehe.

Nach der Erklärung des DFB unterbreitete Amerell dem Verband umgehend ein neues Angebot: "Nach den indiskutablen Machtspielen in der DFB-Spitze erklärt sich Manfred Amerell unter Zurückstellung erheblicher Bedenken zur Herbeiführung einer gütlichen Einigung nochmals bereit, einem Mediationsverfahren beizutreten", hieß es in einer Stellungnahme von Amerells Anwalt Jürgen Langer: "Vor diesem Hintergrund hat Manfred Amerell den etablierten und über die Bundesgrenzen hinaus anerkannten Mediator Rechtsanwalt Michael Plassmann darum gebeten, ein Mediationsverfahren einzuleiten."

Degradierung Kochs Auslöser für Amerells Rückzieher

Amerell liegt seit der Schiedsrichter-Affäre um ihn und Michael Kempter mit dem DFB im Clinch und hatte die Ermittlungen gegen rund 70 Schiedsrichter wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ins Rollen gebracht. Zuletzt hatte er noch zugesagt, an einem Vermittlungsgespräch mit Koch und Huber teilzunehmen. Nach der Degradierung Kochs ließ Amerell jedoch am Montag mitteilen, "dass mit dieser Entwicklung dem von Rainer Koch ganz entscheidend vermittelten Mediationsverfahren jegliche Vertrauensgrundlage entzogen wurde und die zuletzt noch signalisierte Gesprächsbereitschaft mit Wolfgang Huber nunmehr nicht mehr besteht".

Der DFB konterte: "Da Amerell bereits am 5. November (Samstag, Anm.d.Red.) seine Bereitschaft zur Mitwirkung widerrufen hatte, sind die am 7. November 2011 (Montag) nachgeschobenen Argumente gegenstandslos." Koch, der sich wegen seines Treffens mit Amerell bei Zwanziger in Misskredit gebracht hatte, erklärte dazu: "Ich kann bestätigen, dass wir schon bei Beginn des Gesprächs zwischen Dr. Theo Zwanziger und mir davon ausgehen mussten, dass Manfred Amerell das Angebot des Mediationsgesprächs nicht aufrechterhalten würde."

Nach Amerells neuem Angebot ist nun wieder der DFB am Zug.

ham/dpa/sid