DFB-Sportgericht Rostocker Protest abgewiesen


Frankfurt - Das DFB-Sportgericht unter der Leitung von Rainer Koch (Poing) hat am Donnerstag den Protest von Bundesligist Hansa Rostock gegen die Wertung des mit 1:3 verlorenen Bundesliga-Spiels am 9. März bei Hannover 96 abgewiesen. Eine Neuansetzung der Partie wird es damit nicht geben. "Die Situation enthielt sicherlich einige Kuriositäten, aber selbst wenn Herr Steinborn vor dem Tor gepfiffen hätte, dann wäre der Fall identisch mit dem Spiel 1860 München gegen den Karlsruher SC gewesen", erläuterte Koch in der Begründung des Gerichts.

1997 hatte Sean Dundee beim 2:2 zwischen 1860 München und dem Karlsruher SC ein anerkanntes Tor erzielt, nachdem Schiedsrichter Michael Malbranc, wie er hinterher zugab, gepfiffen hatte. Das DFB-Sportgericht entschied zunächst auf Neuansetzung, doch der Weltverband Fifa drohte Sanktionen an und ließ das Urteil revidieren. Tatsachenentscheidungen seien heilig und nicht durch TV-Bilder zu korrigieren, lautet das unumstößliche Fifa-Credo.

Rostock hatte in seinem Protest argumentiert, dass Schiedsrichter Edgar Steinborn aus Sinzig vor dem 2:1-Treffer von Mohammadou Idrissou in der 45. Minute bereits gepfiffen und damit das Spiel unterbrochen habe. In seiner Aussage wiederholte Steinborn allerdings seine Angaben, dass er erst gepfiffen habe, nachdem der Ball die Torlinie überschritten hatte. "Der Pfiff erfolgte zur Verdeutlichung des Torerfolgs", sagte Steinborn. Die Vereinsführung von Hansa Rostock hat noch nicht entschieden, ob sie den Entscheid anfechten will.



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