DFB-Stellenangebot Der doppelte Sportdirektor

DFB-Chef Theo Zwanziger ist selbst Teil einer Doppelspitze und scheint damit gute Erfahrungen zu machen. Zumindest könnte er sich eine solche Lösung auch für den Posten des Sportdirektors vorstellen. Auch die Kandidaten sind nicht abgeneigt - im Gegensatz zu Jürgen Klinsmann.


Frankfurt - Keiner weiß derzeit so recht, welche Aufgaben der künftige DFB-Sportdirektor hat, dafür gibt es schon zwei Bewerber um die neue Stelle in Frankfurt: Hockey-Bundestrainer Peters, von Bundestrainer Klinsmann selbst ins Spiel gebracht, der momentan lieber nichts sagen will und Matthias Sammer, der seine Bewerbung offensiv über die Medien kolportiert.

DFB-Chef Zwanziger (r., mit Klinsmann): Mehr Fußball-Fachwissen
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DFB-Chef Zwanziger (r., mit Klinsmann): Mehr Fußball-Fachwissen

Während Klinsmanns Assistent Joachim Löw nochmals betonte, dass man weiterhin von einer Person ausgeht, gibt sich Zwanziger vor der Präsidiumssitzung zu diesem Thema am Mittwoch diplomatisch. "Wir wollen gute Trainer haben und auch gute Leute wie Herrn Peters, denn sonst werden wir unserer Verantwortung für den deutschen Fußball und den Nachwuchs nicht gerecht." Er wünsche sich aber zusätzliches Fußball-Fachwissen. "Wir brauchen einen Führungsstab, in dem es auch Fußball-Kompetenz gibt", so Zwanziger weiter und hält daher eine "Doppellösung" für möglich. "Falls man erkennt, dass das Anforderungsprofil von einer Person allein nicht zu 100 Prozent zu erfüllen ist."

Laut Zwanziger soll sich der Sportdirektor künftig um den Nachwuchs und die Trainerausbildung kümmern sowie im Notfall auch die A-Nationalelf übernehmen können. Genau diese Anforderung bezeichnete Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß als "Furzidee". Wer darauf gekommen sei, einen "Schatten-Bundestrainer" zu installieren, "der ist weltfremd und unprofessionell", sagte der 54-Jährige.

Sammer bekräftigte unterdessen sein Interesse an dem Posten. "Ich bin bereit, mitzuhelfen und meine als Spieler und Trainer gesammelte Erfahrung einzubringen." Über personelle Konstellationen wollte der 38-Jährige nicht spekulieren, deutete aber vorsichtig seine Bereitschaft zu einer Doppellösung an. Peters könnte sich ebenfalls eine Arbeit beim DFB gemeinsam mit Sammer vorstellen. "Meine letzten 20 Jahre als Bundestrainer bestanden zu 80 Prozent aus Organisation und dem Aufbau einer Teamstruktur. Die Idee ist, dass ich als Koordinator neue Gedanken einbringe und die Sache aus einer neuen Perspektive beleuchte", sagte der 45-Jährige.

mac/sid



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