DFB-Team Maier lässt das Lästern nicht

Sepp Maier hat seine Trennung vom Nationalteam offensichtlich immer noch nicht überwunden. Schon wieder tritt der ehemalige Bundes-Torwarttrainer gegen Jürgen Klinsmann nach. Der 61-Jährige übt heftige Kritik am Rotations-Prinzip im deutschen Tor und sieht düstere Zeiten für den DFB bevorstehen.


Kritiker Maier: "Böses Erwachen für den DFB"
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Kritiker Maier: "Böses Erwachen für den DFB"

München - "Was Klinsmann da seit knapp einem Jahr mit den Torhütern veranstaltet, ist der größte Schmarrn der deutschen Fußball-Geschichte überhaupt. Aber bei ihm wundert mich nichts mehr", lästerte Maier in einem Interview mit der Münchner "AZ". "Dieses ständige Wechseln bringt doch nichts. Erstens nicht für die Torhüter, denen die Sicherheit genommen wird, und zweitens für die Abwehr. Mal der, mal der im Kasten - das verunsichert auch die Hintermannschaft. Das ist alles Blödsinn", so der Weltmeister von 1974, der von Klinsmann im Oktober des letzten Jahres aus dem DFB-Trainerstab geworfen worden war.

Für Maier ist die Frage, ob Oliver Kahn oder Jens Lehmann bei der Fußball-WM 2006 das deutsche Tor hüten soll, sowieso längst beantwortet. "Jeder, der auch nur ein bisserl was vom Fußball versteht in diesem Land, weiß, dass Kahn die unumstrittene Nummer eins ist. Dass Lehmann mal ein Spiel macht, ist ja okay - aber nicht bei so einem Turnier", so Maier.

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Auch an der Neu-Strukturierung der Nationalmannschaft unter Klinsmann übt Maier heftige Kritik. "Er hätte auch die Linie seiner Vorgänger auf vernünftige Weise mit leichten Kurskorrekturen weiter machen können - aber nein. Er baut sich durch seine Aktionen einen dermaßen großen Druck auf. Aber alles, was man im Leben macht, kommt irgendwann zurück", sagte Maier. Wenn es schief gehe, verspreche er "ein böses Erwachen für den DFB".



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