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12. Juli 2004, 14:43 Uhr

DFB-Team

Rummenigge fordert Bierhoff als Manager

Er ist einer der mächtigsten Männer im deutschen Fußball: Karl-Heinz Rummenigge. Jetzt hat der Vorstandschef des FC Bayern München personelle Neuerungen beim DFB und einen Manager für die Nationalelf verlangt. Er schlägt Oliver Bierhoff für den Posten vor. Auch Rummenigge selbst will Verantwortung übernehmen.

"Wenn man sich das wünscht, bin ich bereit dazu": Karl-Heinz Rummenigge
DDP

"Wenn man sich das wünscht, bin ich bereit dazu": Karl-Heinz Rummenigge

Hamburg - Man habe dem FC Bayern mitgeteilt, dass die DFL großen Wert auf die Mitarbeit des Rekordmeisters lege, so der Bayern-Chef in einem Interview der Tageszeitung "Die Welt". "Und wenn man sich das wünscht und das mehrheitsfähig ist, dann bin ich auch persönlich bereit dazu", erklärte er.

Nach Meinung des Bayern-Chefs brauche der DFB "dringend" Reformen. Rummenigge nannte neben einer Altersbegrenzung für Funktionäre auf 65 Jahre auch neue Organisations-Strukturen für die Nationalmannschaft: "Die Nationalelf muss dringend dem Profi-Fußball angegliedert werden - wie es im Übrigen in Holland gehandhabt wird." Die jetzige Situation sei eine Zäsur, sie biete nach Ansicht Rummenigges "die große Möglichkeit zu einschneidenden und perspektivischen Neuerungen".

Eine dieser Neuerungen soll laut Rummenigge ein Manager für die Nationalmannschaft sein. "In der Nationalelf spielen Profis, deshalb sollen sie auch von einem Vertreter der Profis betreut werden", forderte er in einem Interview mit dem "Kicker". Den ehemaligen Nationalmannschafts-Kapitän Bierhoff hält der Bayern-Boss dabei für die Idealbesetzung. "Er hat eine sehr gute Entwicklung hinter sich, er tritt stilvoll auf, diplomatisch, höflich, geschickt; und er spricht mehrere Sprachen", so Rummenigge. "Wir brauchen einen solchen Mann, der im Auftrag der Liga bei der Nationalelf arbeitet."

Mitmachen beim Neuanfang soll nach dem Willen des 48-Jährigen auch Paul Breitner. "Wir müssen auch einem unpopulären Mann wie Paul Breitner einen Platz einräumen, um Neuerungen einzuführen", so Rummenigge, "man braucht solche Leute mit Ideen". Man könne Gremien ändern, damit ein Paul Breitner darin vertreten sei, "auch wenn es keinem schmecken wird". Nach Ansicht von Rummenigge kenne der "großartige Fußball-Fachmann" die Probleme bei kleinen Vereinen und im Nachwuchsbereich. "Aber eines ist sicher: Breitner ist kein angenehmer Mensch, er hat glasklare Vorstellungen."

Auch zur Bundestrainer-Diskussion äußerte sich Rummenigge im "Kicker"-Gespräch. Er könne "überhaupt nicht nachvollziehen", dass nach Ottmar Hitzfeld nun auch Otto Rehhagel abgesagt habe. "Bessere Voraussetzungen für diesen Job wird es nie wieder geben", so Rummenigge, "sowohl die Gründe von Hitzfeld als auch von Rehhagel kommen mit sehr fadenscheinig vor".

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